Dienst statt Christkind

Wetter / 23.12.2020 • 18:51 Uhr
Thomas Wüstner sorgt jederzeit für einen reibungslosen Autobahnbetrieb. Asfinag
Thomas Wüstner sorgt jederzeit für einen reibungslosen Autobahnbetrieb. Asfinag

Thomas Wüstner von der Asfinag ist auch an Festtagen fleißig.

Hohenems Nicht nur das Christkind ist am Heiligen Abend fleißig, auch zahlreiche Vorarlberger werden gebraucht, wenn andere Weihnachten feiern. Bei der Asfinag sind zur stillsten Zeit des Jahres österreichweit knapp 500 Mitarbeiter im Einsatz, entweder in den 42 Autobahnmeistereien, an den sechs Mautstellen oder in den neun Verkehrsmanagementzentralen. In Vorarlberg sorgen die Autobahnmeistereien Hohenems (A 14) und St. Jakob am Arlberg (S 16) zu jeder Zeit für einen reibungslosen Betrieb auf dem 91 Kilometer langen Straßenabschnitt. Thomas Wüstner (42) ist einer von knapp zehn Mitarbeitern, die am 24. Dezember zeitversetzt in verschiedenen Schichten im Streckendienst sind. Hinzu kommen vier Operatoren, die in der Verkehrsmanagementzentrale Hohenems in zwei Schichten den Verkehr überwachen. Sollte es wettertechnisch notwendig werden, wird außerdem die Bereitschaft aktiviert. 

„Mit dem Dienst an Weihnachten trifft es dich alle drei Jahre einmal. Diesmal bin halt wieder ich dran“, sieht es Thomas Wüstner pragmatisch. „Es ist eigentlich ein Tag wie jeder andere auch. Am Abend ist halt kaum mehr Verkehr, von dem her ist es normalerweise ziemlich ruhig.“ Der 42-jährige Hohenemser arbeitetet seit 15 Jahren bei der Asfiang, zuvor war er als Schlosser und Lkw-Fahrer tätig. Am 24. Dezember ist er bis 22 Uhr aktiv im Einsatz, anschließend steht er noch bis 1.30 Uhr auf Abruf bereit. Eine große Feier ist auch nach Dienstschluss nicht geplant, zumal am 25. Dezember erneut die Arbeit ruft. „Man isst dann halt am anderen Tag fein und fertig“, merkt er an.

Ein Mann für alles

Die Streckendienstmitarbeiter rücken unter anderem bei Unfällen oder Pannen aus, wenn jemand Ladegut verliert, ein Tier zusammengefahren wird oder ein Reifen platzt und Trümmer herumliegen. „In der Zentrale sind immer zwei Mann vor Ort. Wenn eine Meldung reinkommt, rufen sie uns an. Wir sind für alles zuständig, was draußen auf der Strecke los ist“, erläutert Wüstner. Bei kalten Temperaturen oder Schneefall kommt der Winterdienst hinzu. In den Vorarlberger Silos und Salzlagern der Asfinag ist Platz für knapp 3000 Tonnen Salz. In einem durchschnittlichen Winter werden mehr als 4000 Tonnen gebraucht. Pro Wintersaison bringen es die Mitarbeiter im Schnitt rund 15.000 Einsatzstunden. 

Was am Dienst an Weihnachten besonders ist? „Es kommt eigentlich fast jedes Jahr einmal vor, dass ein Christbaum auf der Autobahn liegt, nicht unbedingt am 24., aber die Tage davor. Keine Ahnung, wie die Leute ihn transportieren, aber sie verlieren ihn“, merkt der Familienvater mit einem Schmunzeln an. Nach Weihnachten gibt es für gewöhnlich auch an den Rastplätzen wieder einiges zu tun. „Die Leute kommen dann, um den ganzen Plunder und Müll abzuladen. Gerade Verpackungsmaterial wird gerne entsorgt“, ergänzt Thomas Wüstner. VN-ger

Zur Person

Thomas Wüstner

schiebt am 24. und 25. Dezember auf der Autobahn Dienst

Wohnort Hohenems

Geboren 1. März 1978

Familie verheiratet, eine Tochter (13)

Ausbildung Volks- und Hauptschule Altach, Schlosserlehre

Laufbahn Schlosser, Lkw-Fahrer, seit 15 Jahren bei der Asfinag

Hobbys Imkerei