Ein Dorf braucht Hilfe

Wetter / 26.08.2020 • 18:18 Uhr
Hugo Waldner möchte noch oft nach Äthiopien reisen. HRJ
Hugo Waldner möchte noch oft nach Äthiopien reisen. HRJ

Hugo Waldner trägt dazu bei, Armut in Äthiopien zu lindern.

BREGENZ Hugo Waldner bringt es auf den Punkt: „Es spielt keine Rolle, wo man hilft. Wichtig ist, dass man hilft.“ Für Menschen in Not da zu sein, ist übrigens auch altersunabhängig, sagt der 77-jährige, aus der Schweiz zugewanderte Bregenzer. „Voraussetzung ist natürlich, dass man fit genug ist.“

Er reist seit 2016 jedes Jahr mit anderen Pensionisten nach Äthiopien, um in Bore – einem Dorf auf 2700 Metern Höhe – die Hilfsprojekte der von Adolf Hölzlsauer gegründeten Privatinitiative zu betreuen. Begonnen haben die Helfer mit dem Bau einer Schule, inzwischen gibt es auch ein Nähprojekt, Lebensmittelverteilung und medizinische Versorgung. Finanziert werden die Hilfsprojekte mit Spenden von Unterstützern und Mitreisenden.

Heuer war Hugo Waldner mit fünf anderen Pensionisten vom 21. Jänner bis 2. Februar in Äthiopien.

In Bore gab es wie üblich viel zu tun. „Ein Teil unseres Teams nahm sich der bestehenden Gebäude und der Infrastruktur an, ein Teil half ganz armen Familien mit Nahrung, Kleidung oder Material für eine neue Hütte, ein Teil kümmerte sich um das Nähprojekt und um Holzverbrennungsöfen“, zählt Hugo Waldner auf. Er hatte das Organisieren von medizinischer Versorgung übernommen: „Wir konnten diesmal 57 kranken Menschen helfen.“ Patienten mit leichteren Erkrankungen wurden im Spital in Bore behandelt, die schweren Fälle mussten in die Klinik der 140 Kilometer entfernten Stadt Awassa. In Vorarlberg sei er bereits mit dem Einwand konfrontiert worden, „dass das, was wir da in Äthiopien tun, bloß ein Tropfen auf einen heißen Stein ist“. Seine Antwort darauf: „Da es auf der ganzen Welt Menschen gibt, die anderen helfen, bleibt es nicht bei einem Tropfen, sondern es sind Millionen Tropfen.“ Zudem sei es wichtig, Solidarität mit jenen Menschen zu zeigen, die nicht das Glück eines privilegierten Wohlstands haben. Hugo Waldner hatte dieses Glück, er wurde in der Schweiz geboren. Er ist in Basel aufgewachsen und hat dort eine kaufmännische Lehre absolviert. Danach lebte er zwecks Perfektionieren seiner Fremdsprachenkenntnisse drei Jahre in London und neun Monate in Belgien. 1968 bereiste er mit einem Freund 13 Monate lang einen Teil der Welt. Mit einem VW-Bus ging es unter anderem durch Afrika und Indien. „Auf dieser Reise bin ich oft der Armut begegnet“, sagt Hugo Waldner. „Das hat mich geprägt.“

Fit durch Berglaufen

Auch seiner Frau Eveline ist er auf einer Reise begegnet. 2003 war das, in Kambodscha. Nach Bregenz zog er nach seiner Pensionierung im Jahr 2008. Fit hält sich Hugo Waldner durch Bergläufe: „So kann ich hoffentlich noch oft nach Äthiopien fliegen.“ HRJ

Zur Person

Hugo Waldner, 77

Geboren 18. Jänner 1943 in Basel
Beruf Kaufmännischer Angestellter, pensioniert
Hilfsaktion in Äthiopien Spenden via Crowdfunding: www.mit.einander.at

Familie verheiratet mit Eveline,
2 erwachsene Kinder, 5 Enkelkinder