Die Jugend im Auge

Michael Lienher ist seit 20 Jahren Leiter der OJAB Bludenz Villa K.
Bludenz Wer mit der Villa K. und der Offenen Jugendarbeit Bludenz zu tun hat, kommt an Leiter Michael Lienher nicht vorbei. Der Nüziger kämpft seit 20 Jahren als Geschäftsführer und Leiter für die Anliegen der Bludenzer Jugend.
„Meinen Weg in die Villa K. fand ich mit 15 Jahren“, sagt Lienher. „Ich war oft mit Freunden in der Villa und konnte dort die Arbeit kennenlernen.“ Nach kurzer Zeit engagierte er sich als Beirat im Vorstand, wo er auch die Grundlagen der Projektarbeit von der Pike auf erlernte. Nach zehn Jahren Engagement pausierte er in der Villa, um nach Südamerika zu reisen. „Als ich dann aber zurückkam, stand ich auf einmal vor einem geschlossenen Gebäude“, berichtet Lienher. „Die Stadt hatte in einer Nacht-und-Nebel-Aktion wegen einer offenen Rechnung und Diskrepanzen in der Leitung die Schlösser ausgetauscht.“ Da es aber ein Jugendhaus braucht, entschied sich Michael Lienher mit Kollegen dazu, eine Initiativgruppe zu gründen und für die Wiedereröffnung zu lobbyieren.
„Das klappte dann 2000 auch“, sagt er. Nachdem die Institution auch personell besetzt werden musste, wurde Lienher aufgrund seines Engagements gefragt, ob er die Geschäftsleitung übernehmen könne. Da familiär starker Rückhalt vorhanden war, entschied sich dieser für die neue Aufgabe – sehr zum Wohle der Jugendlichen der Alpenstadt.
„In meinen 20 Jahren bei der Villa hat sich dank meines Teams viel getan“, sagt Lienher. „Die Jugendarbeit selbst hat sich stark verändert.“ Auch das Aufgabenfeld wuchs. „Die Jugendlichen kamen mit persönlichen Anliegen auf uns zu, eine große Leistung sind hier zum Beispiel die Präventionsworkshops, die in den verschiedensten Facetten – Mobbing, Gewalt, Sucht, Medien oder Radikalisierung – in die Villa Einzug fanden.“
Die Arbeit ist mitunter fordernd, ist man doch auch außerhalb der Öffnungszeiten Ansprechpartner. „Das macht aber nichts aus, wird man durch die Arbeit doch auf vielfältige Art und Weise belohnt“, sagt Lienher. So reiche oft schon ein Gesichtsausdruck oder ein Lächeln, das dem Leiter zeigt, dass die Arbeit bei den Jugendlichen etwas bewirkt.
Was sich Lienher für die Zukunft wünscht, ist eine bessere Wertschätzung der Jugendarbeit vonseiten der Politik. „Wir müssen ständig um das Budget kämpfen und haben kaum Planungssicherheit“, sagt er. „Das ist oft frustrierend, zumal unsere Anliegen durch die verschiedenen Interessen von Regierungs- und Oppositionspartei im Rathaus unter die Räder kommen.“ VN-JLO
Zur Person
Michael Lienher
Geboren 10. Mai 1973
Familie verheiratet, zwei Töchter
Hobbys Tischtennis, Skifahren, Snowboarden, Schwimmen, die Villa
Motto Beurteile einen Menschen nach seinem Handeln und nicht nach seinen Worten. Viele sprechen vortrefflich und handeln schlecht.