Auf Ballhöhe

Wetter / 31.07.2020 • 18:18 Uhr
Mit Matthias Fehr kümmert sich ein ehemaliger Spieler nun um die Spieler. Privat
Mit Matthias Fehr kümmert sich ein ehemaliger Spieler nun um die Spieler. Privat

Matthias Fehr übernimmt beim FC Rotenberg Verantwortung.

Lingenau Wenn die VN.at-Eliteliga an diesem Wochenende wieder Fahrt aufnimmt, wird auch der FC Rotenberg um Punkte kämpfen – der FC Langenegg und der FC Lingenau fusionierten bekanntlich zum neuen Wälder-Klub. Einer derjenigen, die die Geschicke des neuen Klubs leiten, ist der Lingenauer Matthias Fehr (27), er fungiert als Sportlicher Leiter.

Etwas zurückgeben

„Es ist natürlich schon cool, wenn man von Anfang an einen Verein mitgestalten kann, ohne auf festgefahrene Strukturen zu treffen“, nennt Fehr den Reiz seiner Aufgabe. Dass ein wenig Wehmut mitschwinge, wenn der eigene Verein sich auflöse, sei aber auch klar. „Da bin ich schon ein bisschen erschrocken, als das erstmals ein Thema war.“ Nichtsdestotrotz sehe er die Fusion positiv. Das Familiäre, die Gastfreundschaft – Werte, die den FC Lingenau ausgemacht hätten – würden beibehalten, man wolle zudem vermehrt auf Eigenbauspieler setzen.

Bereits in Lingenau unterstützte Fehr den dortigen Sportlichen Leiter Dominik Omerzell, bei Rotenberg bekleidet er dieses Amt nun gemeinsam mit Klaus Schwärzler. Der Aufwand, der hinter der Funktion stecke, sei dabei keinesfalls zu unterschätzen. Besonders in der Transferzeit gibt es für ihn viel zu tun: Neue Spieler sollen verpflichtet werden, Vertragsverlängerungen werden unter Dach und Fach gebracht, der Trainer- und Betreuerstab wird gebildet. Doch die Aufgaben liegen auch fernab der Kaderplanung. So müssen etwa Trainingszeiten und Platznutzungen von drei Kampfmannschaften und den Nachwuchsteams organisiert werden.

Dass viele Junge sich die Arbeit im Verein nicht mehr antun wollen, könne er irgendwie verstehen, so Fehr. „Es ist klar, dass viele ihre freie Zeit gerne in andere Dinge investieren wollen.“ Er habe aber schon immer gerne Fußball gespielt, da wolle er dem Verein auch etwas zurückgeben. „Und es braucht Leute, die sich einsetzen, damit die Rädchen im Verein ineinandergreifen“, meint er pragmatisch. Obwohl es ab und zu stressig sei, kriege er auch viel zurück, man bedanke sich oft für seine Arbeit. Wenngleich sich seine Aufgabe vor allem im sportlichen Bereich abspielt, sieht er Vereine nicht nur wegen der sportlichen, sondern vielmehr auch wegen der sozialen Komponente als wichtige Institution. Kindern werden sinnvolle Freizeitaktivitäten geboten, gleichzeitig dient man auch für Ältere als Treffpunkt.

Neue Herausforderung

Die ersten Ballkontakte machte Fehr im Kindergartenalter zunächst noch beim FC Langenegg, durch einen Umzug nach Lingenau folgte der Vereinswechsel – er kennt also beide Teile des FC Rotenberg. Da sein Vater als Nachwuchstrainer tätig war, sei er eigentlich in den Fußball reingeboren, meint er. Beim FC Lingenau war er in den vergangenen Jahren eine wichtige Stütze der ersten Kampfmannschaft – wenngleich es durch Verletzungen und zwei Auslandssemester in Helsinki und Guelph (Kanada) immer wieder Fußballpausen gab. Durch die Auszeiten während des Studiums sei die Lust auf Fußball aber noch viel größer geworden: „Das war eigentlich das, was mir neben Familie und Freunden am meisten abgegangen ist.“

Mit der Fusion der beiden Vorderwälder Vereine rückt Fehr nun in den Kader der ersten Kampfmannschaft – Eliteliga statt 1. Landesklasse. „Das wird natürlich eine neue Erfahrung in der höheren Liga, an das Niveau und Tempo werde ich mich sicher noch gewöhnen müssen“, meint er im Hinblick auf die anstehende Saison. Nichtsdestotrotz sei die Vorfeude, dass der Fußball nun endlich wieder rolle, bei ihm sehr groß – zumal ihn ein Kreuzbandriss seit Sommer zum Zuschauen zwang und das geplante Comeback im Frühjahr durch den Abbruch der Saison platzte. FB

Zur Person

Matthias Fehr

ist Sportlicher Leiter beim neu gegründeten VN.at-Eliteligaklub Zima FC Rotenberg.

Geboren 16. Juni 1993

Beruf Verfahrenstechniker

Hobbies Fußball, Wandern, Tauchen