Die Alpenmüllsammlerin

Magdalena Fritz säubert die Vorarlberger Wanderwege.
Bregenz Magdalena Fritz wandert durch die hohen Berge. Doch ihr Blick richtet sich nicht auf das schöne Bergpanorama, sondern auf den Müll, der sich am Wegrand häuft. Mit einer langen Zange hebt sie jeden Zigarettenstummel und jedes Papier auf, das sie findet. Die 23-Jährige gehört zum diesjährigen Ferialteam des Alpenschutzvereines. Über eine Stellenanzeige ist die Bregenzerin auf diesen Job gestoßen.
Zwischen Mitte Juli und Ende August sucht der Alpenschutzverein nach sportlichen Helfern, die an einer bezahlten Mitarbeit für die Aktion „Saubere Alpen“ interessiert sind. „Der Stellenanzeige zufolge klang das nach dem perfekten Job für die Ferienzeit“, sagt sie. Magdalena Fritz macht diesen Job nicht zum ersten Mal, bereits im Sommer 2019 hat die Bregenzerin bei der Alpensäuberung mitgearbeitet. „Die Arbeit hat mir so gut gefallen, dass ich am Ende den Betreuer gefragt habe, ob er mich für den Sommer 2020 wieder eintragen kann“, erzählt sie.
Jeden Tag unterwegs
Bei gutem Wetter trifft sich die 23-Jährige unter der Woche morgens um sieben Uhr mit den anderen Ferialern in Dornbirn am Bahnhof, um von dort die geplanten Wanderrouten abzulaufen und den Müll mitzunehmen. „Unser Betreuer setzt uns in zweier Gruppen an den Startpunkten ab, und von dort ziehen wir dann selbstständig los“, sagt Fritz. Die einzelnen Routen werden von dem Betreuer geplant und zugeordnet. Durch die täglichen Wanderungen bedeutet diese Arbeit körperliche Anstrengung. Das macht ihr aber nichts aus, bereits in der Volksschulzeit betrieb sie viel Sport. Sie war Mitglied im Schwimmclub Bregenz und hat im Laufe ihrer Schwimmkarriere an einigen Wettkämpfen teilgenommen. Heute hält sie sich weiterhin mit dem Wassersport fit, aber die meiste Zeit wendet sie für ihr Studium auf.
Leben in der Großstadt
Magdalena Fritz lebt seit vier Jahren in Wien und studiert Meteorologie und Physik: „Diese Themen haben mich schon immer interessiert.“ Im Fach Meteorologie bereitet sie sich auf die Masterprüfung vor. Das Großstadtleben gefällt ihr gut, und sie kann sich auch vorstellen, nach dem Studium noch länger in Wien zu bleiben. „Ich habe viele Freunde und Familienmitglieder, die in Wien leben. Auch meine jüngere Schwester studiert hier“, sagt sie. Trotzdem möchte sie das Leben in Vorarlberg nicht missen: „Im Sommer komme ich immer gerne.“ Wegen der Coronakrise ist sie schon zu Beginn des Lockdowns nach Hause nach Bregenz gereist. „Wegen Corona war lange nicht klar, ob der Ferialjob heuer abgesagt wird, aber zum Glück hat alles wie geplant stattgefunden“, freut sich Fritz.
Gutes tun
Für die Wiener Studentin geht es nicht darum, Geld zu verdienen. Sie will etwas Gutes für die Umwelt tun. „Am häufigsten finden wir Zigarettenstummel. Den meisten Abfall sammeln wir an den Plätzen ein, die für die Wanderer mit dem Auto zu erreichen sind und wo gegrillt wird“, erklärt Fritz.
Durch ihre Arbeit übersieht die 23-Jährige mittlerweile nur noch selten Müll: „Anfangs habe ich überall Abfall gesehen, auch wenn er noch so klein war. Das war echt extrem, aber das hat dann über das Jahr ein wenig abgenommen.“ Oft wird sie von Wanderern auf ihren Job angesprochen: „Sie sind neugierig und erkundigen sich über meine Arbeit. Die meisten finden es super, was wir Alpenreiniger leisten“, freut sie sich.
„Ich habe oft das Gefühl, wenn Wanderer uns sehen, wird ihnen erst bewusst, dass jemand extra kommen muss, um deren Dreck wegzuräumen. Das vergessen viele“, sagt die Bregenzerin. Magdalena Fritz wünscht sich, dass jeder selber seinen Müll wegräumt und nicht an den Wegrand oder in das Gebüsch wirft. DPF
Zur Person
Magdalena Fritz
Geboren 1. Februar 1997
Wohnort Bregenz
Beruf Studentin
Hobby Schwimmen