Beruflich in Balance

Christian Gmeiner fand sein Glück in der Medizintechnik.
feldkirch Mit Gesundheit und Medizin kam Christian Gmeiner schon sehr früh in Kontakt, vor allem durch seine Familie. Sein Vater engagierte sich bei der Bergrettung, die älteren Brüder waren im Rettungswesen aktiv. Also trat der Jüngere ebenfalls in diese Fußstapfen. Bereits als Schüler war der gebürtige Tiroler bei der Rettung und beim Roten Kreuz ehrenamtlich tätig. In der Jugendgruppe nahm Christian Gmeiner an Erste- Hilfe-Wettbewerben teil, später folgte die Ausbildung zum Sanitäter sowie die Betreuung von Jugendgruppen. „Ich habe viel gelernt und viel erlebt. So leicht kann mich nach diesen Erfahrungen nichts mehr erschüttern“, erzählt er.
Breites Aufgabengebiet
Dennoch schlug er zuerst den kaufmännischen Ausbildungsweg ein. Sein Interesse an medizinischen Themen aber blieb. In einer Schulzeitung las Gmeiner von den Möglichkeiten am Ausbildungszentrum West für Gesundheitsberufe in Innsbruck. Er entschied sich für eine Ausbildung, die Labordiagnostik, Röntgen und Physiotherapie umfasste. In der Radiologie fand er schließlich seine ideale Balance zwischen Technik und Mensch. „Ich würde diesen Beruf sofort wieder ergreifen“, kann Christian Gmeiner heute mit gutem Gewissen sagen. Seit 13 Jahren lebt und arbeitet der Gesundheitsfachmann nun in Feldkirch. Die Anforderungen an seinen Beruf haben sich stetig erweitert. Es ist ein breites Aufgabengebiet, das er zu bewältigen hat: „Ich betreue am Landeskrankenhaus Feldkirch zwei Computertomografen. Ich habe sie eingerichtet und passe sie laufend an neue Vorgaben an“, plaudert er aus dem beruflichen Nähkästchen. Um immer auf dem neuesten Stand zu sein, ist Weiterbildung unumgänglich.
Christian Gmeiner muss sich gründlich mit der Thematik auseinandersetzen, da er auch für die Einschulung der Mitarbeiter auf diesen Geräten zuständig ist. Mehrmals im Monat hat er zudem am Landeskrankenhaus Rankweil zu tun, wo er an einem MRT-Gerät Dienst versieht. Der menschliche Faktor steht für den jungen Mann jedoch immer im Vordergrund: „Wir führen Vor- und Nachsorgeuntersuchungen bei Krebserkrankungen durch. Die Patienten sind verständlicherweise nervös und haben Angst vor einem negativen Befund. Es ist mir deshalb wichtig, beruhigend auf sie einzuwirken. Manchmal muss man ihnen einfach Zeit lassen.“
Besonnenheit und Ruhe
Untersuchungen bei Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen, Demenz oder im Delirium stellen eine besondere Herausforderung dar. „Gelegentlich ist eine Narkose erforderlich, damit überhaupt eine Computertomografie erstellt werden kann“, erklärt Christian Gmeiner. Besonnenheit und Ruhe sind in solchen Fällen das Um und Auf. Er weiß damit umzugehen. Auch operative Eingriffe während einer Computertomografie nehmen zu: „Neben Probenentnahmen bei Krebsverdacht führen wir auch Schmerzmittel- und Nervenwurzel-Infiltrationen durch. Zusätzlich werden Therapien in Form von Radiofrequenzablationen bei Lebermetastasen angeboten“, führt er aus. Besonders nahe gehen Christian Gmeiner Untersuchungen von Kindern. Hier brauche es eine gewisse Distanz, sonst würde es nicht gehen.
Mit Bildgebung, und das im wahrsten Sinne des Wortes, beschäftigt sich der sympathische 35-Jährige auch in der Freizeit. Er ist begeisterter Fotograf. „Fotografieren ist für mich eine tolle Ausdrucksmöglichkeit, die viel Freiheit und Kreativität zulässt. Bei einer Computertomografie würde Kreativität nicht so gut ankommen“, merkt er mit einem Schmunzeln an. Christian Gmeiner weiß Arbeit und Hobby zu trennen. BI
Zur Person
Christian Gmeiner
arbeitet als medizinisch-technische Fachkraft am LKH Feldkirch
Geboren 6. Dezember 1984
Ausbildung Handelsschule, Ausbildung zur medizinisch-technischen Fachkraft
Interessen Fotografie, Kochen, Garten, Reisen, Literatur, Wandern
Familie in einer Lebensbeziehung mit Milena Bischof