Im Höhenflug

Harald Dreher hebt als BH-Chef in ein neues Abenteuer ab.
Bludenz, Götzis Was seit Längerem feststand, ist seit gestern 0:01 Uhr nun offiziell. Harald Dreher ist der neue Bludenzer Bezirkshauptmann. Dieser neuen Herausforderung sieht der 45-Jährige mit Gelassenheit und Vorfreude entgegen. „Ich weiß zum Großteil was mich erwartet und freue mich auf die neuen Aufgaben“, sagt Dreher. Auch der neuen Herausforderung „Managementaufgaben“, sehe er erwartungsvoll entgegen.
Doppelter Nachfolger
Dreher folgt in Bludenz Johannes Nöbl nach. Einem Vorgänger, den er nur all zugut kennt. Im Jahr 2007 war der Götzner dem Satteinser bereits einmal nachgefolgt. Damals übernahm Dreher die Leitung der Abteilung Abfallwirtschaft im Amt der Landesregierung von Nöbl, als dieser damals seinerseits als BH-Chef in den Süden des Landes wechselte.
Die Leitung einer Bezirkshauptmannschaft habe ihn aufgrund des Aufgabengebiets gereizt. „Bludenz war für mich aber nie auf dem Radar“, räumt er ein. „Ich war als Kind zwar viel im Montafon, aber in Bregenz kenne ich alles“, sagt der in Feldkirch und Vaduz aufgewachsene Jurist. „Bludenz ist für mich neu. Es gefällt mir von der Geografie aber sehr“, so Dreher weiter. Die Wirtschaftsstruktur mit dem Mix aus Tourismus und Gewerbe sei aus beruflicher Sicht sehr reizvoll. „Auch meine starke Vorbildung im Bereich Katastrophenschutz ist im Bezirk Bludenz sehr gefragt. Diese will ich hier noch weiter vertiefen“, gibt er an.
„Die Einschulung war coronabedingt sehr eingeschränkt. Eine Bürgermeistertour war schlichtweg nicht machbar“, sagt Dreher, der sich in Bludenz dennoch bereits daheim fühlt. „Emotional bin ich schon angekommen“, spricht der Jurist von einem „sauberen Abschluss“ in der Landeshauptstadt. Seine letzte Aufgabe war es dort, die Abteilung Abfallwirtschaft aufzulösen und mit der Abteilung Umwelt- und Klimaschutz zusammenzuführen.
Seine neue Arbeitsstätte, das Schloss Gayenhofen, sei mehr als ein Zweckgebäude. „Das Haus hat Geschichte. Das spürt man förmlich, wenn man in den Gängen, im Keller oder im Dachboden unterwegs ist. Diese Geschichtsträchtigkeit bringt allerding auch einiges an Aufwand in der Erhaltung mit sich“, weiß Dreher.
Fliegen und Jagen
Seine Affinität für Technik lebt der 45-Jährige insbesondere in seiner Freizeit aus. Vor etwa 15 Jahren machte Dreher den Pilotenschein. „Das Fliegen bietet mir eine Möglichkeit, den Horizont zu erweitern. In zwei Flugstunden ist man schon in einem Kurzurlaub“, argumentiert er. „Ein weiterer Benefit ist, dass ich mich mit etwas Technischem beschäftigen kann und gleichzeitig an die Mittelmeerküste gehen kann.“ Ungeachtet dieser Aussage zieht es den Neo-Bezirkshauptmann eher in Richtung Norden. „Die Weiten in Polen oder die alten Städte in Tschechien reizen mich mehr als das Mittelmeer“, argumentiert er.
Wenn der Götzner nicht abhebt, liebt er die Beschäftigung mit verschiedenen Themen in der Natur. Besonders angetan hat es ihm die Jagd, die er über sein Interesse an der Büchsenmacherei für sich entdeckt hat. Dass gerade im Bezirk Bludenz das Jagdthema ein sehr dominantes ist, sieht Dreher nicht als Nachteil, im Gegenteil: „Ich weiß worum es geht und bin auch in Sachen Jagd und Forst der Objektivität verpflichtet. Das will ich auch leben.“
Grundsätzlich sei ihm das Miteinander sehr wichtig. Das will Dreher auch in der Zusammenarbeit mit den anderen BHs leben. Zunächst freue er sich aber auf die Einarbeitung und das Arbeiten mit neun Abteilungen in Bludenz. VN-JS
Zur Person
Harald Dreher
Geboren 3. September 1974
Familie ledig
Ausbildung Gymnasium Feldkirch, HTL Rankweil, Jusstudium in Innsbruck
Laufbahn Abteilung Wirtschaft und Umweltschutz an der BH Dornbirn, Abteilung Abfallwirtschaft im Amt der Landesregierung, ab 2007 Abteilungsleiter
Beruf Bezirkshauptmann
Hobbys technische Literatur, Fliegen (Motorflieger), Jagd