„Werden diese ­Situation meistern“

Wetter / 18.03.2020 • 19:22 Uhr
Apothekerin Silvia Rief-Kirsch freut sich, dass sie Menschen helfen kann, gerade in so einer Situation wie heute.
Apothekerin Silvia Rief-Kirsch freut sich, dass sie Menschen helfen kann, gerade in so einer Situation wie heute.

Apothekerinnen wie Silvia Rief-Kirsch werden dringend gebraucht.

Dornbirn Vor der Apotheke im Hatlerdorf hat sich eine Menschenschlange gebildet. Das liegt daran, dass sich nur mehr vier Kunden gleichzeitig in der Apotheke aufhalten dürfen. Auf einem Tisch vor dem Eingang steht ein Desinfektionsmittel. Jeder Kunde muss sich, bevor er das Geschäft betritt, die Hände desinfizieren. Apothekenchefin Silvia Rief-Kirsch bedient mit fünf Mitarbeitern die Kunden. Keiner von ihnen trägt eine Schutzmaske. Rief-Kirsch begründet dies damit, dass die WHO Masken nicht empfohlen hat.

Wie sich das Personal schützt

Es gibt andere Schutzmaßnahmen für das Personal. Seit neuestem schützt eine Plexiglasscheibe die Bediensteten vor einer Ansteckung. „Außerdem waschen wir uns jede halbe Stunde die Hände und desinfizieren halbstündlich die Verkaufsflächen. Zudem kommt in der Mittagspause eine Reinigungsfachfrau und desinfiziert alles.“ Die 41-jährige Apothekenchefin hat keine Angst vor einer Ansteckung. „Bei Kindern, jungen und gesunden Menschen ist kein schwerer Verlauf zu erwarten. Wir hatten doch alle schon einmal einen grippalen Infekt.“ Aber es ist ihr wichtig, dass ihre Mitarbeiter geschützt sind. Um auszuschließen, dass alle auf einmal angesteckt werden, wird in zwei Teams gearbeitet. „Sechs Leute arbeiten am Vormittag, sechs am Nachmittag.“ Trotz der heiklen Situation würden alle sehr gerne arbeiten. „Ich muss meinen Mitarbeitern ein dickes Lob aussprechen. Sie sind voll motiviert und arbeiten ohne Vorbehalte.“ Alle wissen, dass sie jetzt dringend gebraucht werden. „Wir Apotheker können Menschen direkt helfen. Was gibt es Sinnvolleres und Schöneres?“ Genau deshalb liebt Rief-Kirsch ihren Beruf so sehr. „Für mich ist es der schönste Beruf der Welt, eben weil man Menschen helfen kann.“ Die engagierte Pharmazeutin erzählt, wie sie in diese Branche kam: „Ich habe als junge Frau ein Medikament nicht vertragen. Darüber habe ich mich geärgert. Da sagte mein Frauenarzt zu mir: ,Ändern Sie es doch, gehen Sie in die Pharmazie.‘“ Die gebürtige Kleinwalsertalerin ließ sich zum Magister der Pharmazie und zum Doktor der Naturwissenschaften ausbilden, „weil ich die medizinische Welt ein bisschen besser machen wollte“. Vor zehn Jahren machte sie sich selbstständig. Denn: „Es macht mir Spaß, Ideen umzusetzen. Außerdem ist es mir ein großes Anliegen, Menschen richtig und gut zu informieren.“ Jetzt während der Corona-krise sind sie und ihr Berufsstand besonders gefordert.

„So etwas hat noch keiner erlebt“

Eine derartige Situation habe es noch nie gegeben. „So etwas hat noch keiner erlebt, auch wir Apotheker nicht.“ Aber sie ist zuversichtlich, „dass wir und die Ärzte diese Situation meistern und in den Griff bekommen“. Allerdings müsse die Bevölkerung auch das Ihrige dazu beisteuern. „Wenn alle zuhause bleiben und ihre sozialen Kontakte minimieren, dann wird die Zahl der Infizierten zurückgehen“, ist sie überzeugt.

Die Apotheke im Hatlerdorf hat jetzt verlängerte Öffnungszeiten: Montag bis Samstag von 8–13 Uhr und 14–19 Uhr. VN-Kum

Zur Person

Silvia Rief-Kirsch

hat jetzt aufgrund der Coronakrise besonders viel Arbeit.

Geboren am 13. April 1978 in Mittelberg

Wohnhaft in Dornbirn

Familie verheiratet

Hobbys lesen, Musik, Sport