Einsatz für Andere in Not

Das „Schwarzacher Netz“ finanziert sich über Spenden und Veranstaltungen, die in der Gemeinde organisiert werden. Foto: VN/Stiplovsek
Franko Schneider engagiert sich mit dem „Schwarzacher Netz“ für Mitbürger, die Hilfe brauchen.
Schwarzach. (VN-ram) Franko Schneider ist ein vielbeschäftigter Mensch. Zum einen leitet der gelernte Installateur den Betrieb Schneider Installationen in Schwarzach. Zum anderen hat er auch als Vizeobmann der Bürgermusik alle Hände voll zu tun. Und dann ist da noch das „Schwarzacher Netz“.
Dieser gemeinnützige Verein, der bedürftigen Schwarzachern, die in Not geraten sind, unter die Arme greift, liegt Obmann Schneider besonders am Herzen. „Meiner Meinung soll jeder etwas vom großen Kuchen bekommen. Auch die Menschen, denen es gerade nicht so gut geht“, erklärt der Familienvater sein soziales Engagement. Dass dabei sämtliche Personen, denen der Verein hilft, anonym bleiben, versteht sich für den 46-Jährigen von selbst. „Wir wollen natürlich keine Aufmerksamkeit auf die betroffenen Personen lenken.“
Schulwochen bezahlt
Das „Schwarzacher Netz“ finanziert sich über Spenden von Unternehmen, anderen Schwarzacher Vereinen oder Privatpersonen. Dazu kommen Veranstaltungen in der Gemeinde, die organisiert werden: Etwa die Lange Nacht der Musik oder der Weihnachtsmarkt, deren Erlöse an das „Netz“ gehen. Dabei sei vor allem die Lange Nacht der Musik im Vorjahr ein voller Erfolg gewesen. Aus Gründen der Transparenz werden Ausgaben und Einnahmen bei der Gemeinde offengelegt.
„Dass wir uns prüfen lassen, ist mir sehr wichtig“, sagt der 46-Jährige. Es solle ja jeder wissen, dass mit seiner Spende tatsächlich auch Mitbürgern in Not geholfen wird. Besonders gefreut hat sich Schneider, als der Verein es zwei Kindern ermöglichen konnte, mit auf eine Schulwoche zu fahren. „Die Familien der beiden Schüler haben nicht die notwendigen finanziellen Mittel gehabt, so dass die Kinder zu Hause bleiben hätten müssen. So eine Schulwoche kann sehr teuer sein“, erklärt der Vereinsobmann. Auch bei Nachhilfestunden und bei der Sprachförderung von Schülern hilft das „Netz“ aus.
Bei gesundheitlichen Problemen wird der Verein mitunter ebenfalls tätig. Schneider hat auch hier ein Beispiel parat: Als eine Schwarzacherin dringend einen Rollstuhl benötigte, habe das „Netz“ eingegriffen und den Selbstbehalt übernommen.
Die Idee für das „Schwarzacher Netz“ sei bei einer Benefiz-Veranstaltung in Wolfurt, dem Stundenlauf 2011, entstanden. In der benachbarten Gemeinde existiert nämlich ein Verein mit ähnlichem Konzept, „Wolfurt für Wolfurt“. Dieser inspirierte die sechs Gründungsmitglieder sofort. Sie planten daraufhin ein ähnliches Projekt.
Verein 2012 gegründet
„Die Wolfurter haben uns am Anfang sehr geholfen und uns alles, was wir brauchten, zur Verfügung gestellt“, erklärt Schneider. „Unter Vereinen hilft man sich einfach.“ Das muss der Schwarzacher, der sich selbst als „typischer Vereinsmeier“ bezeichnet, ja wissen. Die erste vom „Netz“ organisierte Veranstaltung, ein Generationentreffen, ging im Jahr 2012 erfolgreich über die Bühne. Das „Schwarzacher Netz“ war geboren.
Wenn Schneider nicht arbeitet oder beim „Schwarzacher Netz“ tätig ist, spielt er in der Schwarzacher Bürgermusik das Baritonhorn oder geht leidenschaftlich gerne Ski fahren. Neben der Arbeit und der ganzen Vereinstätigkeit ist Freizeit aber rar. „Ich bekomme trotzdem immer alles irgendwie unter einen Hut“, lacht der 46-Jährige. „Es ist für mich nicht stressig. Ich mache das ja gern.“
Jeder soll etwas vom großen Kuchen bekommen.
Franko Schneider
Zur Person
Franko Schneider
Geboren: 11. Dezember 1968
Beruf: Geschäftsführer von Schneider Installationen
Familienstand: verheiratet, drei Kinder
Hobbys: Skifahren, Baritonhorn bei der Bürgermusik