Bereit für den Jöri-Umzug

Wetter / 13.02.2015 • 19:03 Uhr
Seit fast zehn Jahren sorgt Robert Jehly für die kulinarische Versorgung der Besucher des Bludenzer Jöri-Umzugs.
Seit fast zehn Jahren sorgt Robert Jehly für die kulinarische Versorgung der Besucher des Bludenzer Jöri-Umzugs.

Kein Bludenzer Mäschgerle muss hungern oder dursten: Dafür sorgt Robert Jehly.

Bludenz. (VN-sas) „Jöri Jöri Kutlablätz“ – an diesem markanten Bludenzer Fasnatspruch kann sich Robert Jehly (40) gar nicht satthören. Dieser Tage wird er bestimmt tausendfach ertönen: Denn auch in Bludenz kommt es am Wochenende zum Höhepunkt des närrischen Treibens. Der große Jöri-Umzug geht am Sonntag ab 14 Uhr über die Bühne. Bis zu 1700 Teilnehmer, darunter 400 Kinder, werden dabei sein. Erwartet werden zwischen 8000 und 10.000 Zuschauer.

Wurst und Most für alle

Mittendrin im bunten Geschehen wird Robert Jehly sein. Jedoch nicht, um Party zu machen, sondern vielmehr, um zu arbeiten. Seit 2006 ist der 40-Jährige als Zunftrat für Wirtschaft bei der Funkenzunft Bludenz tätig. Seine Aufgaben? Er ist verantwortlich für die Verpflegung, muss also dafür sorgen, dass am morgigen Fasnatsunntig keiner hungrig oder durstig nach Hause geht. „In Bludenz gibt es traditionell nach dem Umzug neben Limo und Bier auch Wurst und Most“, erklärt der Zunftwirt. Etwas anderes komme für die Bludenzer nicht in die Tüte, fügt er lachend hinzu. „Einmal wollten wir eine Alternative anbieten. Aber das ist im Vorfeld schon so schlecht angekommen, dass wir gleich bei den Würsten geblieben sind“, sagt er und schmunzelt. Dass er am Faschingssonntag den Überblick bewahren und somit nüchtern bleiben muss, macht ihm nichts aus. „Ich trinke ohnehin keinen Alkohol.“ Aber das Feiern in der Faschingszeit kommt selbstredend auch bei Jehly nicht zu kurz: „Wir holen unsere Party dann spätestens am Rosenmontag in Wangen nach“, meint er. Seit 60 Jahren handhabe das die Funkenzunft, die jedes Jahr den Bludenzer Jöri-Umzug organisiert, so.

Bei der Funkenzunft Bludenz gelandet ist der in Bürs lebende Familienvater übrigens eher per Zufall. „Ich war als Kind zwar immer schwer beeindruckt von den Zunftherren und begeisterter Umzugsbesucher. Aber Faschingsfan war ich später nicht mehr. Da bin ich dann irgendwie hineingerutscht.“ 1996 war das. Seitdem ist Jehly dafür umso begeisterter dabei. „Mir ist besonders wichtig, dass das Brauchtum und die Tradition am Leben erhalten bleiben. Und das schafft man nur, indem man diese auch lebt.“ Seine Kinder Ida (6) und Paul (8) hat er jedenfalls längst mit dem „Fasnat-Virus“ angesteckt.

Zeit zum Verschnaufen unmittelbar nach dem Fasnat-Treiben ist dem 40-Jährigen aber nicht gegönnt: „Schon am Mittwoch beginnen die Aufbauarbeiten für den Funken“, blickt er in die kommende Woche. Auch da ist Jehlys Organisationstalent gefragt, wollen doch alle Besucher mit leckeren „Funkaküachle“ versorgt werden. Unter dem Jahr vermisst der 40-Jährige die Faschingszeit nicht. „Wir sind am Ende der Saison immer froh, wenn wir finanziell ohne Verlust aussteigen. Im Herbst freut man sich dann aber schon wieder auf die neue Saison“, fügt er hinzu.

Skiclub und Feuerwehr

Langweilig wird ihm auch abseits der fünften Jahreszeit nicht, reicht sein Engagement doch weit über jenes in der Funkenzunft hinaus. Der leidenschaftliche Wintersportler ist nämlich nicht nur im Fachvorstand des rund 1000 Mitglieder fassenden Ski­clubs Bürs tätig, er engagiert sich auch bei der Feuerwehr.

Jetzt hat aber erstmal das Fasnat-Wochenende Vorrang: „Die Vorfreude ist groß“, sagt Jehly und blickt einem hoffentlich gelungenen Wochenende mit glücklichen und zufriedenen Besuchern entgegen.

Mir ist besonders wichtig, das Brauchtum am Leben zu erhalten.

Robert Jehly

Zur Person

Robert Jehly

Zunftwirt bei der Funkenzunft Bludenz

Geboren: 26. Juni 1974

Wohnort: Bürs

Familie: verheiratet, zwei Kinder

Beruf: Bereichsleiter bei Zumtobel Leuchten in Dornbirn

Interessen: Feuerwehr, Skifahren, Funkenzunft

Alle detaillierten Infos zum Faschingstreiben am Wochenende in Bludenz: www.funkenzunft.com.