Von Jugend forscht über Lauf- und Tanzschuhe – der VN-Überblick für die kommenden Tage

Was es dieses Wochenende in Vorarlberg alles zu erleben gibt.
In Vorarlberg passiert viel. Da kann man schnell den Überblick verlieren. Daher gehen die VN jeden Freitag weit über das Format der bloßen Event-Ankündigung hinaus. Persönlich und kompetent geben Redakteurinnen und Redakteure ihre Empfehlungen für Familienunternehmungen, Sport, Kultur, Events, Gastronomie, Bücher, Musik und mehr ab.
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Brainfood am Wochenende

Zeit für ein Geständnis: Ich liebe gutes Essen. Allerdings nicht nur für Gaumen und Magen, sondern auch fürs Hirn. Brainfood sozusagen. Dieses Wochenende serviert Vorarlberg ein mehrgängiges Menü für alle, die lieber mit dem Kopf als mit der Gabel genießen.
Die Vorspeise kommt aus Bregenz: Am Freitag steht im Vorarlberg Museum ein besonders interessanter Vortrag auf dem Programm. Die Innsbrucker Sozialwissenschaftlerin Flavia Guerrini berichtet über ihr Forschungsprojekt zu sogenannten Besatzungskindern. Dazu zählen auch jene Kinder, deren Väter aus der marokkanischen Garnison der Franzosen stammen. Diese Soldaten sind kürzlich wieder in den Fokus der Erinnerung gerückt – nicht zuletzt, weil Hubert Kinz sie im Landtag in unsäglicher Weise zur Sprache brachte.
Den Hauptgang gibt es etwas weiter südlich. In Dornbirn und Lustenau findet die „Lange Nacht der Forschung“ statt. Bis 23 Uhr können Besucherinnen und Besucher mit und ohne Kinder viele Facetten der Wissenschaft erleben. Ich liebe solche Abende, weil sie Perspektiven eröffnen, die im Alltag oft verschlossen bleiben.
Der Nachtisch folgt am Samstagabend: Im Spielboden findet ein Poetry Slam statt. Diese Veranstaltungsform gibt es zwar im ganzen Land, der „Kampf der Dichter“ im Spielboden hat jedoch Tradition – und zwar eine, die älter ist als so mancher heutige Poetry-Slammer überhaupt sprechen konnte. Wortgefechte statt Kalorien, gesundes Dessert fürs Hirn.
Mahlzeit!
Laufschuhe anziehen und los!

Am 26. April wird Bludenz erneut zum Treffpunkt für Laufbegeisterte. Die Veranstaltung „Bludenz läuft“ bietet ein vielseitiges Programm für alle Alters- und Leistungsstufen.
Im Mittelpunkt steht der Getzner Halbmarathon über 21,1 Kilometer, dessen Strecke offiziell vermessen und AIMS-zertifiziert ist. Die dabei erzielten Zeiten sind international anerkannt, zudem werden im Rahmen dieses Bewerbs die Vorarlberger Landesmeisterschaften ausgetragen. Ergänzt wird das Angebot durch den BERTSCH City Run über 14 Kilometer, den Raiffeisen Fun Run und Firmenlauf über sieben Kilometer sowie einen Inklusionslauf und den Fohrenburger City Walk.
Auch Kinder und Jugendliche stehen im Fokus der Veranstaltung. Verschiedene Bewerbe ermöglichen einen altersgerechten Einstieg in den Laufsport, wobei vor allem die Freude an der Bewegung und das gemeinsame Erlebnis im Vordergrund stehen.
Neben den sportlichen Bewerben erwartet die Teilnehmer ein Rahmenprogramm entlang der Strecke. Darüber hinaus profitieren sie von einer persönlichen Startnummer, offizieller Zeitnehmung, einer Online-Urkunde, einer Finisher-Medaille, einem Goodybag sowie Verpflegung im Zielbereich.
„Bludenz läuft“ gilt für viele als Auftakt in die Laufsaison und bietet sowohl ambitionierten Läufern als auch Einsteigern die passende Bühne.
Jugend forscht an neun Standorten

Am 24. April wird Dornbirn und Lustenau zur Bühne für Forschung und Technik. Die „Lange Nacht der Forschung“ lädt von 17 bis 23 Uhr dazu ein, einen Blick hinter sonst verschlossene Türen zu werfen – in Labore, Werkstätten und Versuchsanordnungen, die im Alltag kaum zugänglich sind. Besucherinnen und Besucher können dabei nicht nur zuschauen, sondern selbst aktiv werden und verschiedene Anwendungen direkt ausprobieren.
Das Angebot reicht von klassischen Naturwissenschaften bis zu aktuellen Themen wie Digitalisierung und Medizin. An den Stationen erklären Forschende ihre Arbeit persönlich, beantworten Fragen und zeigen, woran konkret gearbeitet wird. Genau dieser direkte Austausch ist ein zentraler Bestandteil der Veranstaltung und macht komplexe Inhalte verständlicher.
Neun Standorte in Dornbirn und Lustenau sind in das Programm eingebunden. Shuttlebusse verbinden die einzelnen Orte, sodass mehrere Stationen unkompliziert erreichbar sind. Auch die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln aus ganz Vorarlberg ist kostenlos möglich. Bereits bei der letzten Ausgabe waren über 100 Stationen beteiligt, auch heuer wird ein breites Spektrum erwartet.
Die „Lange Nacht der Forschung“ findet österreichweit alle zwei Jahre statt und richtet sich an alle Altersgruppen. Der Eintritt ist frei, der Zugang bewusst niederschwellig gehalten. Im Mittelpunkt steht die Möglichkeit, Forschung aus nächster Nähe kennenzulernen und ins Gespräch zu kommen.
Tanze Samba die ganze Nacht

Wer Tanzen sonst nur von „Dancing Stars“ oder „Let‘s Dance“ aus dem Fernsehen kennt, bekommt an diesem Wochenende die seltene Gelegenheit, die besondere Atmosphäre eines internationalen Turniers hautnah zu erleben. Beim 43. Internationalen Bodenseetanzfest wird die Rheinblickhalle in Gaißau zur Bühne für Eleganz, Präzision und mitreißende Musik.
Zwischen Standard und Latein, zwischen Nachwuchs und erfahrenen Paaren entsteht ein abwechslungsreiches Programm, das vom ersten Schritt bis zur letzten Drehung fesselt. Besonders reizvoll: Zahlreiche Tänzerinnen und Tänzer aus Vorarlberg sind am Start und sorgen für zusätzliche lokale Spannung.
Am Samstag von 13 bis etwa 19 Uhr sowie am Sonntag von 10 bis etwa 15 Uhr bietet sich die Möglichkeit, Tanzsport auf hohem Niveau zu verfolgen. Wer sich für Bewegung, Musik und Wettkampf begeistert oder einfach einen besonderen Ausflug sucht, findet hier beste Unterhaltung direkt vor der Haustür.
„Poetry Slam – Kampf der Dichter*innen“

Der Spielboden Dornbirn wird am kommenden Samstag zur Bühne eines literarischen Schlagabtauschs, bei dem nicht das geschriebene Wort allein zählt, sondern dessen unmittelbare Wirkung im Moment des Vortrags. Beim „Poetry Slam – Kampf der Dichter*innen“ treten mit Marvin Suckut, Remo Zumstein, Rumo Wehrli, Ivica Mijajlovic und Lia Hartl profilierte Stimmen der Szene gegeneinander an und stellen sich dem Urteil des Publikums.
Poetry Slam versteht sich dabei weniger als klassische Lesung denn als performativer Wettbewerb, in dem Sprache, Stimme und Präsenz eine untrennbare Einheit bilden. Was vorgetragen wird, muss selbst verfasst sein, Requisiten sind nicht erlaubt, wodurch sich der Fokus ganz auf Text und Ausdruck richtet. Zwischen pointierter Komik, politischer Zuspitzung und persönlicher Reflexion entsteht ein dichter Wechsel der Tonlagen, der den Abend trägt.
Das Format, das in den 1980er Jahren in Chicago entstand, hat sich längst international etabliert und lebt von seiner Offenheit für unterschiedliche Perspektiven und Stile. Gerade diese Vielfalt prägt auch die Abende im Spielboden, bei denen neue Talente ebenso Platz finden wie erfahrene Bühnenpoetinnen und Bühnenpoeten.
Wer selbst teilnehmen möchte, kann sich vorab unter poetryslam@spielboden.at oder bis 19.45 Uhr an der Abendkasse anmelden. Beginn ist um 20 Uhr im Großen Saal.