Der junge Skigebietsbesitzer und seine Hoffnung auf weiße Weihnachten

Mathias Metzler (26) setzt sich für den Erhalt der Haldenlifte in Schwarzenberg ein. Trotz Tauwetters blickt der Bregenzerwälder optimistisch in die Skisaison.
Schwarzenberg Der Blick Richtung Schlepplift und auf die Piste lässt den Weihnachtswunsch von Mathias Metzler naturgemäß schon erahnen, bevor er ausgesprochen ist: „Weiße Weihnachten“, sagt der junge Schwarzenberger ohne zu zögern.

Der 26-Jährige hat die Haldenlifte, die sich zwischen dem Bödele und Schwarzenberg auf rund 850 Metern befinden, im Jahr 2020 übernommen. Hier gab es auch schon Winter, in denen nicht gefahren werden konnte. „Im Vorjahr konnte ich den Babylift zehnmal in Betrieb nehmen”, erzählt der Skigebietschef. Heuer konnte er dank des Wintereinbruchs am 3. Dezember in die Saison starten. „Leider hat es aber schon wieder in den Schnee rein geregnet”, bedauert er und zeigt auf einen grünen Fleck, der mit Schneestangen abgesperrt ist.

Vom kleinen Familienskigebiet aus bietet sich ein Rundumblick mit Kanisfluh, der Niedere, der Winterstaude und dem Hochhäderich. „Wenn ich die Lifte nicht übernommen hätte, wäre es vorbei gewesen. Und ich möchte, dass die Kinder genauso wie ich damals auch weiterhin direkt vor der Haustüre Skifahren können“, erklärt der junge Bregenzerwälder seine Motivation für die Aufgabe.

Er selbst erinnert sich noch gut daran, wie er früher gleich nach der Schule die Skier geschnappt hat. Eine Leidenschaft, die bis heute geblieben ist. Hauptberuflich ist Metzler nämlich als Servicetechniker für Pistengeräte und Landmaschinen unterwegs und kennt mittlerweile fast alle Skigebiete im Land. Und sein Lieblingsskigebiet? „Hier ist es natürlich schon am schönsten“, rührt er die Werbetrommel für die Haldenlifte und schmunzelt.

Metzler ist mit drei Geschwistern aufgewachsen. Personalprobleme gibt es beim Lift keine. „Wenn das Skigebiet öffnet, hilft die Familie zusammen“, erzählt der 26-Jährige.
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Gewalzt wird eine Talabfahrt bis ins Dorf runter. „Ist der Schnee kompakt, reichen 35 Zentimeter, um die Piste zu machen. Ist er pulvrig, braucht es schon 40 bis 50 Zentimeter“, erklärt der Experte.

Neu gibt es unmittelbar neben der Talstation des Schlepplifts auch eine Schirmbar. „Jetzt schaut es aus wie ein richtiges Skigebiet”, sagt Metzler und grinst. Sein Engagement rund um die Haldenlifte sieht der gelernte Fahrzeugbau- und Hydrauliktechniker eher als Hobby denn Arbeit. In Betrieb sind der Schlepp- und der Babylift bei entsprechender Schneelage, wenn die Schüler frei haben und am Wochenende. „Wenn es mal regnet und keiner mehr da ist, stelle ich auch ab. Energietechnisch macht ein Leerlauf ja keinen Sinn“, ist sich Metzler sicher.

In finanzieller Hinsicht macht er sich momentan wenig Gedanken. Unterstützung gibt es bezüglich Überfahrtsrechte seitens der Gemeinde. „Wenn der Lift steht, fallen ja in dem Sinn nicht wirklich Kosten an. Aber wenn es natürlich noch fünf Winter ohne Schnee gäbe, würde es sich dann irgendwann nicht mehr ausgehen“, meint er.

Die jüngsten Wetterprognosen für die nächsten Tage verheißen zwar nichts Gutes für die Liftbetreiber. Metzler lässt sich deswegen aber noch lange nicht unterkriegen. „Das ist zwar jetzt nicht super. Aber mit dem Weihnachtstauwetter muss man halt leben”, meint der Schwarzenberger und blickt optimistisch Richtung Weihnachten. Dabei hofft er nicht nur auf viel Neuschnee, sondern auch auf viele Wintersportler in seinem kleinen Skigebiet.