Wo die Ortsentwicklung weiter Formen annimmt

Vorarlberg / 27.10.2023 • 20:30 Uhr
Im Gemeindezentrum laufen die Bauarbeiten für das "Posthus" und den Gemeindevorplatz auf Hochtouren. <span class="copyright">VN/Paulitsch (alle)</span>
Im Gemeindezentrum laufen die Bauarbeiten für das "Posthus" und den Gemeindevorplatz auf Hochtouren. VN/Paulitsch (alle)

Im Egger Zentrum ist gerade ein neues Wohn- und Geschäftshaus im Entstehen. Am Parkplatzproblem wird noch gefeilt.

Egg “Wir hatten jetzt vorübergehend natürlich mit einem ordentlichen Umsatzrückgang zu kämpfen”, sagt Sonja Sutterlüty von der gleichnamigen Brot- und Feinbäckerei im Gemeindezentrum in Egg. Unlängst wurden nämlich quasi direkt vor ihrer Geschäftstür Arbeiten durchgeführt und die Straße war vorübergehend gesperrt. “Aber wir müssen jetzt halt in den sauren Apfel beißen. Dafür gibt es nachher einen schönen Platz im Zentrum und mit der Tiefgarage und dem Bienenhaus gute Lösungen”, fügt sie hinzu.

Sonja Sutterlüty ist froh, dass vor der Bäckerei im Zentrum wieder Ruhe eingekehrt ist.
Sonja Sutterlüty ist froh, dass vor der Bäckerei im Zentrum wieder Ruhe eingekehrt ist.

Mit Letzterem meint die Bäckereichefin die neue Kinderbetreuungseinrichtung gleich nebenan. Dieses füllen seit dem Vorjahr Kleinkinder und Pädagoginnen mit Leben. Inzwischen haben sich die Bauarbeiten im Ort direkt vor das Gemeindeamt verlagert. Jetzt ragen dort zwei Baukräne in die Höhe.

Vor dem Gemeindeamt laufen die Arbeiten auf Hochtouren.
Vor dem Gemeindeamt laufen die Arbeiten auf Hochtouren.

Hier wird nun mit dem sogenannten “Posthus” samt Tiefgarage nach dem “Bienenhaus” und einem neuen Busbahnhof das nächste Projekt im Zentrum realisiert. Es entsteht gerade ein Wohn- und Geschäftshaus, welches Platz für Gastronomie, öffentliche Dienstleister und Wohnungen bieten wird.

Posthus und Gemeindevorplatz Egg

Projektbetreiber Loco 597 Investment GmbH

Investitionsvolumen rund 10 Mio. Euro

Architekten Ludescher und Lutz

Geplante Fertigstellung Ende 2024

Projekt Postareal https://www.ludescherlutz.at/archiv/arbeit/postareal-egg

“Die Arbeiten sind im Zeitplan. Wenn das Wetter mitspielt, wird Ende November oder im Dezember aufgerichtet”, erläutert Bürgermeister Paul Sutterlüty den aktuellen Stand auf der Baustelle vor dem Gemeindeamt und der Sparkasse.

Das neue Wohn- und Geschäftshaus samt Tiefgarage nimmt langsam Formen an.
Das neue Wohn- und Geschäftshaus samt Tiefgarage nimmt langsam Formen an.

Umrahmt vom Baugerüst sind bereits Erdgeschoss und erster Stock des neuen Gebäudes in Form vom Beton zu sehen. Mit Holz aus der Region soll es weiter in die Höhe gehen. Ende 2024 soll das Gebäude bezugsfertig sein.

“Parken ist ein heißes Thema. Mobilität grundsätzlich eines der emotionalsten.”

Paul Sutterlüty, Bürgermeister Egg

Kopfzerbrechen bereiten dem Ortschef und seinem Team derzeit die Parkplatzsituation im Egger Zentrum und die Gestaltung des Gemeindevorplatzes. Von einer zweigeschoßigen Tiefgarage beim “Posthus” musste demnach auch aus Kostengründen abgesehen werden. Derzeit sieht das Parkraumkonzept rund 75 Stellplätze bei der Gemeinde bzw. der Sparkasse und beim Kinderhaus vor.

Erdgeschoß und erster Stock sind bereits sichtbar. Vorgesehen sind beim Siegerprojekt E+4.
Erdgeschoß und erster Stock sind bereits sichtbar. Vorgesehen sind beim Siegerprojekt E+4.

Nun wird über weitere Alternativen im Bereich des nahe gelegenen Ärztehauses diskutiert. Denn auf dem Gemeindevorplatz soll es im Gegensatz zu früher nur noch ein paar Kurzzeitparkplätze geben. Künftig sollen dort stattdessen ein Gastgarten, ein Spielplatz und ein Brunnen zum Verweilen einladen. Zudem soll es Platz für Schatten spendende Bäume geben. Fahrrädern wird Priorität eingeräumt.

Für Bürgermeister Paul Sutterlüty und sein Team gibt es momentan jede Menge zu tun.
Für Bürgermeister Paul Sutterlüty und sein Team gibt es momentan jede Menge zu tun.

“Parken ist ein heißes Thema. Mobilität grundsätzlich eines der emotionalsten”, sagt Sutterlüty und weist auch auf die Gegebenheiten im ländlichen Raum und die damit verbundenen Herausforderungen hin. Gerade hinsichtlich Handel und Geschäften sei die Thematik oft eine schwierige Gratwanderung.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Youtube angezeigt.

Die Verkehrs- bzw. Parkplatzsituation sorgt seit Langem für Diskussionsstoff in der Gemeinde, durch deren Zentrum täglich bis zu 20.000 Kraftfahrzeuge fahren. Erste Maßnahmen zur “Entschärfung” wurden bereits getroffen. So biegen die Busse seit Kurzem zu einem neuen Busbahnhof von der L 200 ab. Für Kraftfahrzeuge und Radfahrer geht es momentan durch einen Mini-Kreisverkehr, welcher vorübergehend bewilligt wurde. Zudem heißt es Tempo 30.

Franz Zengerle findet gut, dass sich in Egg einiges tut.
Franz Zengerle findet gut, dass sich in Egg einiges tut.

Unterdessen fährt weiterhin ein Fahrzeug nach dem anderen durch das Zentrum. “Der Kreisverkehr ist unabdingbar gut”, sagt Franz Zengerle und blickt aus dem Fenster der Bäckerei, wo er sich soeben bei Sonja Sutterlüty einen Kaffee bestellt hat. Als Einheimischer kennt er sich mit der Situation im Zentrum aus und erinnert sich an Staus Richtung Großdorf und Schwarzenberg.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Youtube angezeigt.

“Die Tiefgarage, die gebaut wird, ist super”, meint er im Hinblick auf die aktuellen Bauarbeiten sowie das Parkplatzproblem und fügt mit einem Schmunzeln hinzu: “Besser wäre es, wenn sie doppelt so groß würde. ‘Aber man muss auch auf die Kosten schauen’, sagt der Vorsteher. Und dann ist es halt so.”

Der Mini-Kreisverkehr kommt bei den Autofahrern gut an.
Der Mini-Kreisverkehr kommt bei den Autofahrern gut an.

Mit einer Tunnelumfahrung soll das Verkehrsproblem in Zukunft generell aus dem Zentrum verbannt werden. Eine strategische Umweltprüfung dazu wurde vor Kurzem abgeschlossen. Nun wird laut dem Egger Bürgermeister auf eine Verordnung des Landes noch dieses Jahr gehofft. Bis zum Baustart könnte es aber dennoch einige weitere Jahre dauern.

Hotelprojekt in der Warteschleife

Schon seit Längerem steht in der Gemeinde auch ein neues Hotel im Zentrum am derzeitigen Standort des Gasthauses “Ochsen” zur Diskussion und in der Warteschleife. Nach Angaben des Bürgermeisters wurden die Pläne eines privaten Betreibers für das Projekt inzwischen verkleinert. Ob gebaut wird, ist noch unklar. Eine Bauverhandlung soll noch heuer über die Bühne gehen.

In der Bäckerei herrscht wieder Normalbetrieb.
In der Bäckerei herrscht wieder Normalbetrieb.

Während in der Gemeinde die Ortsentwicklung weiter Formen annimmt, herrscht in der Bäckerei bei Sonja Sutterlüty inzwischen wieder reger Andrang. “Es geht aufwärts”, sagt sie, nachdem wieder Ruhe vor dem Geschäft eingekehrt ist und Brot und Tortenstücke wieder wie gewohnt über den Tresen wandern.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.

Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von Iframely angezeigt.