Die spektakulärste Müllabfuhr Vorarlbergs

Vorarlberg / 06.09.2023 • 17:38 Uhr
Marcel Senn, Einsatzleiter der Bergrettung: "Die Aktion war gefährlich, wir mussten sehr aufpassen." Fotos: Stadt Dornbirn

Bergretter mussten sich an Felswand abseilen, um illegal entsorgten Unrat unter Rappenlochbrücke aufzusammeln.

Darum geht’s:

  • Die Bergrettung musste illegal entsorgten Müll unter der Rappenlochbrücke bergen.
  • Sechs Bergretter seilten sich an der Felswand ab, um den Müll einzusammeln.
  • Der Abfall wurde auf mögliche Hinweise untersucht.
  • Die Täter werden mit einer Strafe oder Rechnung für die Entsorgung rechnen müssen.

Dornbirn Rund drei Kubikmeter Müll wurden am Mittwoch von der Bergrettung aus der Wand unterhalb der Rappenlochbrücke geborgen. Wie berichtet, hatten Unbekannte am Wochenende dort 30 Müllsäcke entsorgt. Sechs Bergretter mussten sich dafür vom Brückenfundament bis zum Bachbett der Ebniterach abseilen, um den Abfall, der in der Nacht von Sonntag auf Montag über das Brückengeländer geworfen wurde, einzusammeln.

Die Müllsäcke wurden teilweise auch mit einem Lkw-Kran heraufgehoben.

Das wurde nicht nur zu einem äußerst aufwändigen, sondern auch gefährlichen Unterfangen, wie Marcel Senn, Ortstellenleiter der Bergrettung Dornbirn, betonte: „Das hier ist kein Klettergebiet, instabil und wegen Steinschlag gefährlich. Deshalb bewerkstelligen wir das mit einem Spezialtrupp von Alpinausbildnern.“

Abfall wird untersucht

Der Abfall wird derzeit auf mögliche Hinweise untersucht; vielfach kann bei illegalen Müllentsorgungen damit die oder der Verursacher ausgeforscht werden. Der Zeugenaufruf der Stadtpolizei ist nach wie vor aufrecht.

Insgesamt sechs Bergretter waren am riskanten Einsatz beteiligt.

Jene Säcke, die auf dem Felsvorsprung unterhalb des Brückenfundaments liegen geblieben waren, konnten mit einem Lkw-Kran heraufgehoben werden. Abfall, der sich in der Wand verfing, wurde nach unten verfrachtet und wird dort vom Werkhof eingesammelt. Für die sechs Mitglieder der Bergrettung und die Mitarbeiter des städtischen Werkhofs, die im Einsatz waren, ist die Tat völlig unverständlich.

Auch Mitarbeiter des städtischen Werkhofes hatten alle Hände voll zu tun.

Beträchtliche Strafe droht

Die reguläre Entsorgung dieser Menge im Sammelhof hätte rund 100 Euro gekostet. „Wäre der Müll anderswo abgelegt worden, wäre ein riskanter Einsatz der Bergrettung nicht notwendig gewesen. Sofern die oder der Verursacher ausgeforscht werden kann, ist mit einer beträchtlichen Strafe beziehungsweise einer hohen Rechnung für die Entsorgung zu rechnen“, sagt Ralf Hämmerle von der Stadt Dornbirn.

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Aufgrund der Abfallmenge kann davon ausgegangen werden, dass hier ein größeres Fahrzeug verwendet wurde. Der Vorfall ereignete sich am oberen, bergseitigen Ende der Brücke. Vielleicht wurde ein hier kurz abgestelltes Fahrzeug beobachtet.

Die spektakulärste Müllabfuhr Vorarlbergs
Die Bergretter mussten sich über eine gefährliche, weil instabile Felswand abseilen.