„Ich will nicht vor meinen Kindern wegsterben”

Vorarlberg / 15.08.2023 • 18:30 Uhr
Da ging es der Mutter noch gut, im Bild mit Tochter Leyla.
Da ging es der Mutter noch gut, im Bild mit Tochter Leyla.

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Myrjam Eker (34), eine vierfache Mutter aus Wolfurt, leidet an Krebs in fortgeschrittenem Stadium. Ärzte machten ihr keine Hoffnung auf Heilung.

Wolfurt Myrjam Eker beging am 7. August 2023 ihren 34. Geburtstag. Zum Feiern war ihr nicht zumute. Sie verbrachte den ganzen Tag im Bett. „Ich hatte Schmerzen und fühlte mich sehr schwach.“ Aber wenigstens konnte sie daheim bei ihren vier Kindern sein.

Die werdende Mutter mit ihren Kindern Leyla, Yona und Elia.
Die werdende Mutter mit ihren Kindern Leyla, Yona und Elia.

Im Juni und Juli war die alleinerziehende Mutter im Spital. Da wäre sie fast gestorben. „Die Metastasen in der Lunge lösten Blutungen aus. Ich musste mehrmals notoperiert werden.“ Myrjam war mit ihrer Tochter Elif (heute 1) schwanger, als sie die Diagnose Krebs erhielt. Eine Schwellung am Oberschenkel hatte sich als Sarkom entpuppt. Sarkome gehören zu den eher seltenen Krebsarten. Es sind bösartige Tumore, die von Zellen des Weichgewebes oder des Knochens ausgehen. „Zunächst dachte ich mir, dass es wieder gut wird, wenn man den Tumor herausschneidet. Aber dann entdeckte man, dass er schon gestreut hatte. In meiner Lunge waren Metastasen.“

Der Tod macht ihr Angst

Ärzte machten ihr keine Hoffnung auf Heilung. „Von Heilung spricht keiner mehr. Sie operieren auch nicht mehr.“ Den Tod quasi vor Augen engagierte die vierfache Mutter eine 24-Stunden-Betreuerin. „Ich möchte nicht ins Hospiz. Ich will die letzte Zeit daheim bei meinen Kindern sein.“

Der Tod macht der 34-jährigen Wolfurterin Angst. „Man weiß nicht, was einen erwartet.“ Kürzlich sprach sie mit einer Frau, die eine Nahtoderfahrung erlebt hatte. „Die sagte, dass es im Jenseits so schön ist, dass man nicht mehr zurückwill.“ Trotzdem wird Myrjam fast panisch, wenn sie an den Tod denkt: „Ich will nicht vor meinen vier Kindern wegsterben.“ Wenn sie keine Kinder hätte, könnte sie leichter in den Tod gehen, sagt sie. „Dann wäre es nicht so schlimm.“ Sie hat sich schon Gedanken darüber gemacht, was nach ihrem Tod mit Elia (13), Yona (6), Leyla (3) und Elif (1) passiert. „Ich hoffe, dass sie es gut haben werden.“

„Der Glaube gibt mir Halt. Aber manchmal bin ich verzweifelt.”

Myrjam würde liebend gern ihre Kinder aufwachsen sehen. Als Hebamme würde sie auch noch gern viele Kinder zur Welt bringen. Deshalb kämpft die junge Frau wie eine Löwin gegen den Krebs. Die Behandlung durch einen Schweizer Arzt, der auf diese Krebsart spezialisiert ist, gibt ihr Hoffnung. Zudem erhofft sie sich einiges von einer Fiebertherapie, welche die körpereigene Immunantwort gegen Krebszellen verstärken soll.

All das und auch die Pflegerin kosten Geld, was die Alleinerziehende nicht hat. „Mein Erspartes ist bald aufgebraucht. Ich weiß nicht mehr, wie ich die Behandlungen finanzieren soll“, sagt sie und nimmt ihre einjährige Tochter auf den Schoß. Elif quengelt. Das kleine Mädchen leidet gerade an Windpocken. In der nächsten Minute kommt ein Mann zur Tür hereingeschneit. „Hallo Stefan“, begrüßt ihn die Wolfurterin herzlich. Stefan, ein Freund der Familie, hat Myrjam ein Geschenk mitgebracht. „Das ist aber eine schöne Kerze“, freut sich die krebskranke Frau. In einer ruhigen Minute wird sie diese anzünden und zu Gott beten. Der Glaube gibt ihr Halt. „Aber manchmal bin ich verzweifelt.“