S 18: Das sagen Lustenau und Höchst zur CP-Light-Variante

Vorarlberg / 10.07.2023 • 16:25 Uhr
Die CP-Variante im Süden Lustenaus. Die Bodensee-Schnellstraße taucht unter die Erde. <span class="copyright">Asfinag</span>
Die CP-Variante im Süden Lustenaus. Die Bodensee-Schnellstraße taucht unter die Erde. Asfinag

Lustenaus Bürgermeister bleibt skeptisch, Höchster Amtskollege verlangt mehr Informationen.

Lustenau, Höchst Die in vn.at exklusiv veröffentlichten neuen Grobplanungen für eine redimensionierte Bodensee-Schnellstraße als Ostumfahrung Lustenaus samt Visualisierungen sorgen für viel Gesprächsstoff in den betroffenen Kommunen. Die CP-Variante light sieht eine Reduzierung der Anschlussstellen sowie eine komplette Untertunnelung der Trasse im Ried vor. Nur noch zwei Anschlussknoten könnte es letztlich geben: einen im Süden Lustenaus, einen im Norden. Sogar die komplette Streichung der Anschlussstelle Höchst/St. Margrethen ist in den neuen Überlegungen eine Option.

Die Trasse der abgespeckten S 18 im Westen (gestrichelte Linie). Sie würde unter der Erde führen. <span class="copyright">Asfinag</span>
Die Trasse der abgespeckten S 18 im Westen (gestrichelte Linie). Sie würde unter der Erde führen. Asfinag

Skeptischer Fischer

Als erklärter Skeptiker der CP-Variante lösen auch die neuen Pläne beim Lustenauer Bürgermeister Kurt Fischer (59, ÖVP) keine Begeisterung aus. “In diesen Plänen ist zum Beispiel kein Anschluss ans Industriegebiet Dornbirn Nord vorgesehen. Was das zusammen mit einer möglichen Streichung des Anschlusses bei St. Margrethen bedeutet, kann man sich vorstellen. Der ganze Verkehr geht über die Rheinbrücke. Man wird sich das ganz genau anschauen müssen.”

Die S18 in der Visualisierung bei St. Margrethen. Es wird noch viel zu diskutieren geben.
Die S18 in der Visualisierung bei St. Margrethen. Es wird noch viel zu diskutieren geben.

Einmal mehr äußert der Bürgermeister auch Zweifel an der Realisierbarkeit des Projekts. “Eigentlich nimmt das Ganze an Skurrilität zu. Es ist ein zwanghafter Versuch, kritische Punkte zu lösen. Ich bin im Abwartemodus.”

Der Trassenverlauf mit den vorgesehenen Anschlussstellen im aktuellen Entwurf.  <span class="copyright">Asfinag</span>
Der Trassenverlauf mit den vorgesehenen Anschlussstellen im aktuellen Entwurf. Asfinag

Wiedl begrüßt Pläne

Nicht einstimmen in die Skepsis Fischers kann der ehemalige Lustenauer Wirtschaftsgemeinderat und jetzige ÖVP-Verkehrssprecher im Landtag, Patrick Wiedl. “Das, was jetzt auf dem Tisch liegt, ist doch eine riesige Chance für Lustenau. Der Verkehr kommt aus dem Ort raus, die Strecke im Ried wird komplett untertunnelt, die bisherigen Straßen im Ried werden für den motorisierten Verkehr aufgelassen, die Bewohner im östlichen Siedlungsgebiet werden nichts von einer Straße merken. Klar kann man immer gegen eine Straße sein. Aber dann muss man sich schon fragen: Was soll denn die Alternative sein?

Lustenaus Bürgermeister bei der Rheinbrücke Lustenau-Au. Von der Dimension der Entlastungsstraße hängt ab, wie die neue Brücke wird.
Lustenaus Bürgermeister bei der Rheinbrücke Lustenau-Au. Von der Dimension der Entlastungsstraße hängt ab, wie die neue Brücke wird.

Volksabstimmung

Grundsätzlich positiv aufgenommen werden die aktuellen Überlegungen in Sachen Bodenseestraße auch vom Lustenauer FPÖ-Chef Martin Fitz. “Das wichtigst ist doch: Die Straße führt nicht durch Wohngebiet, die Riedstrecke wird komplett untertunnelt. Natürlich wird noch über vieles zu reden sein. Aber Lustenau sollte im Sinne einer echten Entlastung an einem Strang ziehen.”

<p class="caption">Martin Fitz, FPÖ-Ortsparteiobmann von Lustenau, sieht in den vorliegenden Plänen eine gute Diskussionsgrundlage. <span class="media-container dcx_media_rtab" data-dcx_media_config="{}" data-dcx_media_type="rtab"> </span><span class="marker">VOL</span></p>

Martin Fitz, FPÖ-Ortsparteiobmann von Lustenau, sieht in den vorliegenden Plänen eine gute Diskussionsgrundlage.  VOL

Unverändert in ihrer Haltung bleibt die Lustenauer Grünen-Sprecherin Christine Bösch-Vetter (41). “Diese Straße bliebe vierspurig und Lustenau umzingelt. Im Norden würde sich eine Verkehrskrake bilde. Es hat sich nichts verändert.”

In Lustenau sollen bis spätestens September die Modalitäten zur Volksabstimmung über die Bodensee-Schnellstraße geklärt werden.

Christine Bösch-Vetter sieht in der vorliegenden Variante keine Veränderung der CP-Pläne. <span class="copyright">VN/Hartinger</span>
Christine Bösch-Vetter sieht in der vorliegenden Variante keine Veränderung der CP-Pläne. VN/Hartinger

Übelhör will genaue Infos

Detaillierte Informationen zu den jetzt von der Asfinag präsentierten Plänen verlangt der grüne Höchster Bürgermeister Stefan Übelhör (43). “Ich will nicht etwas kommentieren, von dem ich noch zu wenig weiß”, sagt der erst im Vorjahr gewählte Gemeindechef. “Uns liegt vor allem die Brücke Lustenau-Au am Herzen. Je nachdem, was dort passiert, hat das auch Auswirkungen auf uns. Gesprächsbereich bin ich über alles jederzeit”, betont Übelhör.

Der Höchster Bürgermeister Stefan Übelhör (Grüne) sieht sich noch viel zu wenig informiert. <span class="copyright">VN/Stiplovsek</span>
Der Höchster Bürgermeister Stefan Übelhör (Grüne) sieht sich noch viel zu wenig informiert. VN/Stiplovsek