Alte Fähre steuert in ungewisse Zukunft

Lochauer See- und Hafenanlage werden neu gestaltet. Hinter der Zukunft der Alten Fähre steht ein großes Fragezeichen.
Lochau “Die Hoffnung stirbt zuletzt”, sagt Hubert Feldschmied. Der gebürtige Bayer ist seit drei Jahren Wirt auf der Alten Fähre in Lochau. Dem Wahrzeichen der Gemeinde droht das Aus. Die Fähre ist in einem desolaten Zustand. Sie leckt. 2025 läuft zudem die Betriebsgenehmigung aus. Eine Sanierung würde die finanziellen Möglichkeiten Lochaus übersteigen. Ein Gutachten beziffert die Kosten mit zumindest fünf Millionen Euro. “Dass die Fähre bleibt, wie sie ist, halte ich für eher unrealistisch”, meint Bürgermeister Frank Matt. Hinter der Zukunft der Fähre, die seit 1975 im Lochauer Hafen liegt, stehe ein großes Fragezeichen, so der Gemeindechef.

Hubert Feldschmied hat sich in den letzten Jahren mit seinem Team ordentlich ins Zeug gelegt, der Alten Fähre einen neuen Anstrich verpasst. 12.000 Euro habe er alleine für Farbe aufgewendet. Optisch macht die zum Restaurant mit Lounge und Kiosk umgebaute Fähre wieder ordentlich was her. Rund 200.000 Euro hat sich der Gastronom die Auffrischung kosten lassen. Auch die Küche kommt gut an. “Es läuft gut. Wir haben viele Firmen-Events und Hochzeiten”, beschreibt Feldschmied. Dass hinter all dem ein Ablaufdatum steht, war mit Unterzeichnung des Pachtvertrags klar. Den Glauben an eine Zukunft danach haben er und sein bis zu zwölfköpfiges Team dennoch längst nicht aufgegeben.

Derzeit wird an der Masterstudie “See- und Hafenanlagen Lochau” gearbeitet. Die Gemeinde hat “Europan” gewinnen können, die Beziehung zwischen See und Dorf unter die Lupe zu nehmen und das Hafengelände mit einem neuen Gebäude zu gestalten. 20 junge Architekten aus ganz Europa sollen mit ihren Ideen den schönsten Platz des Ortes zu etwas ganz Besonderem machen. Matt rechnet mit ersten konkreten Ergebnissen noch im Oktober. Danach wird auf Basis der Masterstudie ein internationaler Architektenwettbewerb ausgeschrieben. “Ob eine Weiternutzung der Fähre in den Ideen Berücksichtigung findet, ist offen”, so der Gemeindechef.

Für Hubert Feldschmied endet die Sommersaison auf der Fähre in den letzten Oktobertagen. Dann sollen die Weichen gestellt sein. “Wir müssen uns von diesem Wettbewerb überraschen lasssen. Wenn die Fähre in dieser Form total eliminiert würde, wäre das natürlich ein herber Verlust”, so der Wirt. Er hoffe, dass zumindest wesentliche Teile, wie der Saal mit seinem Original-Holzboden, in einen möglichen Neubau integriert werden. “So könnte der Charakter und Charme der Fähre erhalten bleiben”.
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2024 dürfte jedenfalls die letzte Fähre-Saison sein, wie man sie bisher kannte. Was vom Lochauer Wahrzeichen schließlich in einem neuen Projekt bleibt, ist völlig offen. “Wir lassen uns von den Ideen der jungen Architekten überraschen”, sagt Bürgermeister Matt. Der Platz am See soll jedenfalls ordentlich aufgewertet werden. Dafür greift die Gemeinde tief in die Taschen. Zwischen 3 und 4 Millionen Euro sollen schließlich investiert werden. Da auf Bregenzer Stadtgebiet gebaut wird, sei man auch mit dem dortigen Rathaus in enger Verbindung, so Matt. Gebaut, finanziert und betrieben wird die neue Hafenanlage schließlich aber von der Gemeinde Lochau im Alleingang.
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