Dornbirns Stadtsäckel zehrt noch von Corona-Hilfen

Rechnungsabschluss 2022 mit guten Zahlen, die aber 2023 nicht so bleiben werden.
Dornbirn Der Tenor in Dornbirn ist ähnlich wie der bei der Präsentation der Rechnungsabschlüsse in Hohenems und Lustenau: Höhere Einnahmen, vor allem aus Ertragsanteilen des Bundes, sorgten für einen positiven Abschluss des Finanzjahres 2022. Doch der Ausblick auf 2023 dämpft die Euphorie, denn heuer werden die Einnahmen schrumpfen.
In Dornbirn klingen die Zahlen aus 2022, die Bürgermeisterin Andrea Kaufmann am Mittwoch präsentierte, erstmal positiv: 37,4 Millionen Euro Überschuss weist der Rechnungsabschluss des vergangenen Jahres auf. Die Rücklagen wachsen um drei Millionen auf 41,6 Millionen Euro, der Schuldenberg sinkt um 8,9 auf nunmehr 180 Millionen Euro. Wobei Andrea Kaufmann zugibt, dass es unverhoffte Hilfe gab: „Der Abgang des Krankenhauses ist um 12,5 Millionen Euro niedriger ausgefallen, als ursprünglich vorgesehen“, erklärte sie. Das lag unter anderem an 5,8 Millionen Euro aus dem Covid-19-Krisenbewältigungsfonds des Bundes.

Auch die Ertragsanteile des Bundes sind 2022 um über neun Millionen höher ausgefallen als erwartet. „Das waren Zahlungen, die wir aufgrund der Verhandlungen mit Land und Bund erhalten haben“, so die Gemeindeverbandspräsidentin. Das habe auch noch mit der Bewältigung der Pandemie zu tun. Heuer dürften diese Einnahmen entsprechend schrumpfen. „Wir bekommen laut Prognose 2023 wahrscheinlich 2,5 bis drei Millionen Euro weniger an Ertragsanteilen als budgetiert“, sagte Kaufmann. Eine sich rasch erholende Wirtschaft sorgte für 1,5 Millionen Euro mehr an Steuereinnahmen.
Personalnot drückt
Das Defizit der beiden städtischen Pflegeheime drückt ebenfalls das Ergebnis der Eigenbetriebe und damit letztlich des Budgets und ist auch dem Fachkräftemangel geschuldet: Weil diplomierte Pflegekräfte fehlten, mussten 2022 Betten leer gelassen werden. Damit sank die Auslastung und somit die Einnahmen der Heime.

Dass mit 42,2 Millionen Euro rund vier Millionen Euro weniger investiert wurden, lag laut der Bürgermeisterin daran, dass sich einige Ausgaben verzögerten und erst im Budget 2023 schlagend werden. Zu den größten Investitionen des vergangenen Jahres gehörten die Rappenlochbrücke und die Sanierung des Krankenhauses, dabei vor allem die neue Geburtshilfe. Ein besonders gestiegener Kostenpunkt sticht hervor: „Die Energiekosten sind um das Fünffache gestiegen“, erklärte Andrea Kaufmann.