Im Auto gefangen gehalten: “Vorwürfe stimmen nicht”

Vorarlberg / 18.04.2023 • 12:30 Uhr
Die beiden Angeklagten wiesen die Vorwürfe zurück. <span class="copyright">vn/ertl</span>
Die beiden Angeklagten wiesen die Vorwürfe zurück. vn/ertl

Es ging um Schulden: Zwei Männer wegen Freiheitsentziehung vor Gericht.

Von Norea Ertl

Feldkirch Weil sie einen Mann widerrechtlich in einem Pkw gefangen gehalten haben sollen, mussten sich am Montag zwei Männer vor dem Landesgericht Feldkirch verantworten. Sie sollen das Opfer außerdem durch gefährliche Drohungen dazu genötigt haben, offene Verbindlichkeiten zurückzuzahlen. Die beiden Angeklagten, die 23 und 26 Jahre alt sind, bekennen sich zu keinem der Vorwürfe schuldig.

Freiwillig in Fahrzeug gestiegen

Der junge Mann sei am 16. Dezember 2022 freiwillig in das Auto eingestiegen, wie der jüngere Angeklagte in seiner Einvernahme erklärt. Sie hätten gerade über die Schulden des angeblichen Opfers gesprochen und sich dann entschlossen, aufgrund des regnerischen Wetters in das Fahrzeug des Angeklagten zu steigen. Das bestätigt auch der 26-jährige Zweitbeschuldigte, der ebenfalls vor Ort war und auf dem Beifahrersitz gesessen habe. Die Gegend, in der die drei Männer in den Pkw einstiegen, sei zudem sehr belebt: „Da ist ein Club und eine Tankstelle“, behauptet er. Er frage sich, wie man da einen Mann in ein Auto hineinschubsen solle, ohne dass es jemand merke und die Polizei alarmiere.

Unverschlossene Autotüren

Beim Vorfall selbst, der sich im Auto abspielte, seien aber weder Drohungen ausgesprochen worden noch sei das angebliche Opfer gefangen gehalten worden, wie die beiden Angeklagten in ihren Einvernahmen angeben. „Die Türe des Fahrzeuges hätte man jederzeit öffnen können“, erläutert der Ältere von ihnen. Zudem habe der „Gefangene“, der auf der Rückbank saß, die ganze Fahrt lang sein Handy in der Hand gehabt und unter anderem seine Oma angerufen, um zu fragen, ob er bei ihr Geld holen könne.

„Er hat mir leidgetan“

Bekanntschaft gemacht habe der Jüngere der beiden Angeklagten mit dem Opfer im vergangenen Juli. Einige Wochen nach dem Kennenlernen habe dieser den Beschuldigten über seine Geldprobleme aufgeklärt und ihn nach 300 Euro gefragt. Der Angeklagte borgte ihm diese und bekam die volle Summe auch wieder zurück, weshalb er wenig später auch einwilligte, ihm noch weitere 1000 Euro zu leihen. Nachdem das angebliche Opfer die Summe nicht, wie ausgemacht, nach zwei Wochen zurückgezahlt habe, setzte sich der 23-jährige Mann mit ihm in Verbindung, um dem Geld nachzugehen. Dieser habe aber geklagt, immer noch kein Geld zu haben. „Dann hat er mir leidgetan“, erklärt der Beschuldigte. Er habe ihm also 1000 Euro von einem Dritten überbringen lassen.

Prozess vertagt

Die Einvernahme des ersten Zeugen musste vom zuständigen Richter Martin Mitteregger nach wenigen Minuten aufgrund der sprachlichen Barriere abgebrochen werden. Zudem war der betroffene Zeuge selbst nicht anwesend, weshalb der Prozess vertagt wurde. Anfang Mai wird die Verhandlung mit Dolmetscher und Betroffenem fortgesetzt.