Warum alle Busse in Vorarlberg bald dreistellige Nummern haben

Vorarlberger Verkehrsverbund: Neue Bus-Liniennummern mit kommendem Fahrplan. 2021 haben Bus und Bahn wieder leicht an Fahrgästen gewonnen.
Feldkirch Den Vorarlberger Bussen gehen die Nummern aus. Weil die vergangenen Jahre das Angebot an Busverbindungen ausgebaut wurde, sind zahlreiche neue Linien dazugekommen. Dadurch haben einige Linien Buchstabenzusätze erhalten, die Nummern wurden teilweise doppelt vergeben.

Aus diesem Grund werden mit dem kommenden Fahrplanwechsel im Dezember erstmals dreistellige Bus-Liniennummern eingeführt, informiert Verkehrsverbund-Geschäftsführer Christian Hillbrand. “Damit soll ein logisches und durchgängiges Konzept im ganzen Land angeboten werden.” Das bedeutet, dass in Zukunft nicht mehr in mehreren Stadt- und Ortsbussen im Land die gleiche Liniennummer zu finden sein wird.
Erste Ziffer verweist auf Region
Der Aufbau der dreistelligen Linienbezeichnung soll in ganz Vorarlberg einem gültigen Schema folgen. Die erste Ziffer soll auf die Region verweisen:
Die künftigen Buslinien
1xx = Unterland (Bregenz, Lindau, Rheindelta, Leiblachtal, Pfänder)
2xx = Unterland (Hofsteiggemeinden, Dornbirn, Lustenau)
3xx = Mittleres Rheintal (Hohenems, Götzis, Kummenberg)
4xx = Oberes Rheintal (Vorderland, Feldkirch)
5xx = Walgau, Walsertal, Brandnertal, Bludenz
6xx = Montafon
7xx = Klostertal, Arlberg, Lech
8xx = Bregenzerwald, Damüls
Im Herbst soll eine Info-Kampagne über die einzelnen Änderungen folgen.
Fahrgastzahlen erholen sich
Für das vergangene Jahr zieht der Vorarlberger Verkehrsverbund eine positive Bilanz: Bus und Bahn haben leicht an Fahrgästen gewonnen, auch wenn viele Menschen die ersten Monate des Jahres 2021 pandemiebedingt eher zuhause blieben. Im Vorjahr wurden 72.000 Jahreskarten verkauft (zwei Prozent mehr als im Vorjahr).

19.000 Klimatickets verkauft
Vor allem das neue Klimaticket, das in den ersten drei Monaten nach Verkaufsstart 18.633 Mal (davon 2596 Klimatickets Österreich und 16.037 Klimatickets Vmobil) verkauft wurde, erfreute sich großer Beliebtheit. „Es zeigt die hohe Bedeutung, die der öffentliche Verkehr in Vorarlberg hat und auch, dass die Menschen gerne den öffentlichen Verkehrt nutzen“, betonte Mobilitätslandesrat Daniel Zadra, der auch als Aufsichtsratsvorsitzender der Verkehrsverbund Vorarlberg GmbH fungiert, bei der Präsentation des Geschäftsjahres 2021.

3000 Personen nahmen außerdem das “Steig-um-Ticket”, das im April dieses Jahres eingeführt wurde, in Anspruch. Mit diesem konnten Fahrgäste einen Monat lang zum Preis einer Wochenkarte in allen öffentlichen Verkehrsmitteln des Verkehrsverbunds fahren.
Grenzüberschreitender Verkehr
Im vergangenen Jahr wurde neben dem Ausbau von Buslinien auch der grenzüberschreitende Verkehr ausgebaut. Zwei neue S-Bahnlinien wurden eingeführt: Die S-Bahnlinie 5 zwischen Lustenau und Feldkirch und die Bodensee-S-Bahn S7 (von Romanshorn über Bregenz nach Lindau), die an den Wochenenden die Ostschweiz mit Vorarlberg sowie Bayern verbindet.
Die S5 schloss eine wichtige Lücke im Vorarlberger Bahnverkehr insbesondere auf der „Südschleife“ zwischen Dornbirn und Lustenau. Eine zusätzliche Zuggarnitur sorgt seitdem für vier tägliche Verbindungen auf der neuen Strecke Feldkirch -Lustenau bzw. Dornbirn – Lustenau.

Der Cityjet von Siemens wird ab Ende 2022 auf Vorarlbergs Schienen verkehren. Siemens
Neue Zuggarnituren voraussichtlich ab Dezember
Das Warten auf die neuen Zuggarnituren soll dieses Jahr ein Ende finden. Nachdem sich die Lieferung der Zuggarnituren von Bombardier, die ursprünglich zur Gymnaestrada 2019 durch Vorarlberg rollen hätten sollen, immer weiter verzögerte, zogen Land und ÖBB im August 2021 die Reißleine. Nun werden die neuen Nahverkehrszüge für Vorarlberg von ÖBB und Siemens Mobility gefertigt. Die Lieferung der ersten beiden Garnituren der Desiro ML-Züge soll Ende 2022 erfolgen, bis August 2023 sollen dann alle 23 neuen Züge in Vorarlberg sein, wie ÖBB-Regionalmanager Marcus Ender mitteilt.
Zahlen und Fakten
Im vergangenen Jahr haben Bus und Bahn 24 Millionen Linienkilometer geleistet. Davon legten die 29 Zuggarnituren von ÖBB und Montafonerbahn circa fünf Mio. Kilometer zurück. Die 368 Linienbusse legten 19 Mio. Kilometer zurück.
Vier Standorte in Vorarlberg boten 147 Vmobil Radboxen an.
In 28 Gemeinden konnten 49 Vmobil Carsharing-Autos ausgeliehen werden.