Bregenz kämpft mit den Finanzen

Vorarlberg / 31.03.2022 • 21:15 Uhr
Bregenz kämpft mit den Finanzen
Der Neubau des Hallenbades inklusive Sauna kommt deutlich teurer als ursprünglich gedacht. Statt 61 Millionen Euro liegen die letzten Berechnungen bei 72 Millionen Euro. Stadt Bregenz

Konsolidierungsplan auf Schiene. Gleichzeitig Kostenexplosion bei Bauvorhaben.

Bregenz Die Finanzen der Landeshauptstadt sind seit Längerem angespannt. Mit der Coronapandemie und damit verbundenen Einnahmenausfällen hat sich die Lage zuletzt deutlich verschärft. Bregenz hat ein strukturelles Haushaltsdefizit und muss in den nächsten Jahren den Gürtel deutlich enger schnallen. In der Stadtvertretung wurde gestern ein Konsolidierungsprozess beschlossen, der bis 2026 ein Einsparungspotenzial von fünf Millionen Euro jährlich festlegt. Der Fokus liegt mit 75 bis 80 Prozent der Summe auf der Einnahmenseite, der Rest soll über Kosteneinsparungen erreicht werden. „Um nach dem Prinzip der Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit zu arbeiten, haben wir bis 2026 Einsparungsmaßnahmen von insgesamt 20 Millionen Euro beschlossen“, so Bürgermeister Michael Ritsch (SPÖ) in einer Aussendung.

Kosten gehen durch die Decke

Während auf der einen Seite zwar auf die Ausgabenbremse gedrückt wird, explodieren bei den großen Bauvorhaben der Stadt die Kosten regelrecht. Die dritte Bauetappe der Festspielhaussanierung kommt deutlich teurer als angenommen und auch für den Neubau des Hallenbades mit Sauna muss Bregenz deutlich tiefer in die Tasche greifen, als ursprünglich budgetiert.

Kolportierte sechs Millionen Euro

Die Baukosten gehen in die Höhe, gleichzeitig nimmt der Wettbewerb ab. Das treibt bei vielen öffentlichen Bauten die Kosten deutlich in die Höhe. Für das Festspielhaus soll bis 2024 die dritte große Ausbaustufe abgeschlossen sein. Gestern gab es auf der Stadtvertretungssitzung vorerst grünes Licht für die Baumeisterarbeiten für die Erneuerung der Außentribüne um 5,7 Millionen Euro und die Holzbauarbeiten um 685.000 Euro. Informiert wurde auch über Mehrkosten, ohne sie im Detail zu beziffern. ÖVP-Stadtrat Michael Rauth sprach gesamt von rund sechs Millionen Euro, die demnach im Raum stehen.

Deutlich mehr werden es wohl beim Neubau des Hallenbades samt Sauna sein. Dort waren gesamt rund 61 Millionen Euro budgetiert. Mittlerweile liegt eine aktualisierte Kalkulation vor, die von Kosten in der Höhe von 72 Millionen Euro ausgeht. Für das von Kritikern als Prestigeprojekt kritisierte Bauvorhaben gab es gestern mehrheitlich Zustimmung für die Baumeisterarbeiten mit Pfahlfundierung und Spundwänden zur Wasserrückhaltung. Die Kosten: 18,5 Millionen Euro netto.