Bregenzer Gemeinwesenarbeit in Coronazeiten

Vorarlberg / 21.02.2022 • 17:41 Uhr
Die Lernhilfe lag bei den Kontaktaufnahmen stets vorne. <span class="copyright">fst</span>
Die Lernhilfe lag bei den Kontaktaufnahmen stets vorne. fst

Gerade in der Pandemie von großer Bedeutung, 3233 Kontaktaufnahmen in Bregenzer Stadtteilbüros.

BREGENZ Die Stadt Bregenz unterhält zwei Stadtteilbüros – eines seit 2005 in der Achsiedlung und eines seit 2010 in Mariahilf. Sie sind bürgernahe Anlaufstellen für persönliche Anliegen wie auch für Themen der Stadtteilentwicklung. Ziel ist die Steigerung der Lebensqualität in den Quartieren durch die Unterstützung des Eigenengagements der Bewohner und durch die Vernetzung mit Personen und Einrichtungen, die das Zusammenleben und die soziale Entwicklung fördern.

Corona hinterließ Spuren

Das Vorjahr war auch für die Gemeinwesenarbeit von der Corona-Pandemie stark geprägt. Die Kontakte mit Besuchern in den Stadtteilbüros waren eingeschränkt, Treffen und Versammlungen konnten kaum oder nur unter erschwerten Bedingungen stattfinden. Bei den als kulturelle Inszenierungen gedachten Vorklöschtner Treffs zum Beispiel widersprachen die vorgeschriebenen Absperrungen und Kontrollmaßnahmen der Grundidee eines spontanen Zugangs.

Sofern es aber in der Gemeinwesenarbeit um die Stärkung des Miteinanders in den Stadtteilen ging, um Beteiligung, Begegnung und Diskurs, wollte man auf solche Initiativen aber dennoch nicht ganz verzichten.

Auch im Lockdown offen

Wesentliche Zielsetzungen und Aufgabenfelder konnten aber kaum bedient werden. Umso wichtiger war es für das Team, für die Menschen da zu sein, die Unterstützung suchten. Daher waren die Stadtteilbüros auch in den Zeiten des Lockdown geöffnet. „Gerade in der Zeit der Pandemie ist die Bedeutung der Gemeinwesenarbeit wieder deutlich geworden. Die Stadtteilbüros konnten offen bleiben und waren eine Anlaufstelle in Zeiten, in denen andere Stellen nicht oder nur schwer erreichbar waren. Wir konnten zwar etliche Veranstaltungen und Projekte nicht durchführen, dennoch ist die Gemeinwesenarbeit eingesprungen, wo dies notwendig war: Nachbarschaftshilfe, Ausgabe von Selbsttests, Organisation des Testzentrums und vieles mehr. Es gehört zum Selbstverständnis der Gemeinwesenarbeit, flexibel auf die Bedarfslage zu reagieren und Angebote zu gestalten“, so Mag. Günther Willi, der für die Gemeinwesenarbeit in Bregenz zuständig ist.

Wohnungen, soziale Fragen

Die Stadtteilbüros wurden wegen der unterschiedlichsten Anliegen aufgesucht und kontaktiert. Häufig ging es um Fragen in Sachen Wohnungsangelegenheiten, um Fragen im Bereich des Umgangs mit Behörden und Anträgen, um Nachbarschaftskonflikte, Existenzsicherung und soziale Fragen und Probleme.

Schnittstelle Verwaltung–Bürger

Die Gemeinwesenarbeit will jedoch auch motivieren, sich für das Umfeld zu engagieren. Es wurden Veranstaltungen und Projekte organisiert, die das Zusammenleben und die Lebensqualität fördern und zur Eigeninitiative ermutigen. Die Stadtteilbüros sind so eine Schnittstelle zwischen den Anliegen der Bewohner eines Stadtteils und der städtischen Verwaltung. Sie nehmen auch die Entwicklung der Stadtteile in den Fokus und stärken die Vernetzung der Personen und Einrichtungen im Stadtteil.

3233 Kontaktaufnahmen

In den beiden Stadtteilbüros wurden die Kontaktaufnahmen natürlich dokumentiert, dabei wird anonymisiert festgehalten, wie viele Personen sich mit welchem Anliegen an die Stadtteilbüros wandten. In den beiden Stadtteilbüros Schendlingen und Mariahilf wurden im vergangenen Jahr 3233 Kontaktaufnahmen erfasst. Fast zwei Drittel der Besucher waren Frauen, ein Drittel hatten Migrationshintergrund.

Häufigster Grund: Bürgerservice

„Bürgerservice“ war 2021 bei Weitem der häufigste Grund der Kontaktaufnahme in den Stadtteilbüros. Dies ist vor allem auf die Ausgabe von Wohnzimmertests zurückzuführen. Es folgten die Projekte, bei denen die meisten Kontakte auf Anfragen und organisatorische Dinge wie den Lerntreff in Schendlingen entfielen. Unter Einzelfallhilfe bzw. Betreuung fallen vielfach auch Anfragen zur Wohnungsthematik.

Lernhilfe übergeben

Bei den Kontaktaufnahmen zu Projekten der Gemeinwesenarbeit in Bregenz spiegelt sich die coronabedingte Absage von Veranstaltungen wider.

Die Lernhilfe, die die Gemeinwesenarbeit mit Ehrenamtlichen durchgeführt hat und die wegen der Corona-Einschränkungen in etwas veränderter Form angeboten wurde, liegt bei der Anzahl der Kontaktaufnahmen vorne. Ab Herbst 2021 wurden die Lernhilfe-Projekte einerseits an das Vorarlberger Kinderdorf und andererseits an die Caritas übergeben. Fst