Gericht: Schüler mit Messer und Schraubenzieher bedroht

Geldstrafe und bedingte Haft für 20-jährigen, der Jugendgruppe einschüchterte.
Feldkirch Der dreifach Vorbestrafte, seit Kurzem selbständig, trinkt gerne über den Durst. Provokationen reizen ihn. Nun steht der junge Mann wieder vor Gericht. Diesmal geht es um schwere Nötigung, Drohungen und Anstiftung zur Körperverletzung. 2640 Euro und ein Jahr bedingte Haft werden verhängt. Dazu werden weitere alte Geldstrafen widerrufen. Der Urteilsverkündung am Landesgericht Feldkirch lauscht der 20-Jährige mit Händen in den Hosentaschen. 600-Euro-Raten pro Monat seien kein Problem, sagt er. Währenddessen setzt er seine Schildkappe lässig verkehrt rum auf, das Urteil scheint ihn nicht groß zu belasten.
Obwohl sich der Angeklagte anfangs zu gar nichts schuldig bekannte, räumt er nach Anraten von Verteidiger Clemens Achammer ein, doch das eine oder andere falsch gemacht zu haben. Halbherzig entschuldigt er sich bei den fünf jungen Männern, die er im August in Feldkirch auf dem Spielplatz neben der Ill anpöbelte und bedrohte. „Tut mir leid, wenn ihr euch bedroht gefühlt habt“, sagt der Kosovare. Ein Messer habe er aber nie in Händen gehabt. Doch der Richter glaubt den Zeugen und die bestätigen, dass sowohl ein Messer als auch ein Schraubenzieher im Spiel waren.
Immer aggressiver
Die Opfer waren auf einem Treffen einer Schülervereinigung, hatten kaum etwas getrunken und ließen den Abend ausklingen. Plötzlich kam eine Gruppe von Unruhestiftern und suchte Streit. Die Vorarlberger blieben ruhig, wichen jeder Provokation aus und verhielten sich höflich. „Je mehr wir versuchten, einer Eskalation auszuweichen, desto aggressiver wurden sie“, erinnert sich ein Zeuge. „Verschwinde von der Schaukel, das ist meine Stadt“, war eine der Drohungen. Eine andere zielte darauf ab, dass sich die Jungen nicht mit zwei Mädchen unterhalten sollten. Die Jugendlichen unterstellten ihnen eine Anmache, was allerdings nicht der Fall war. Der Angeklagte hielt einem sogar einen Schraubenzieher an den Hals und drohte ihn abzustechen. Einem anderen drohte der Kosovare mit einem Messer und dem Uusammenschlagen.
Großer Aufwand
Die Zeugen haben eine weite Anreise. Einer wohnt mittlerweile in den Niederlanden und hat zwölfeinhalb Stunden Zugfahrt hinter sich. Ein anderer kommt aus Wien, sein Kollege aus Salzburg. Ein Freund des Angeklagten wird in der Justizanstalt St. Pölten mittels Videokonferenz einvernommen, er sitzt in Haft, kann aber kaum weiterhelfen, denn seine Standardaussage ist: „Weiß nicht, ich war ziemlich besoffen.“ Neben der Strafe muss der Verurteilte ein Antiaggressionstraining machen und bekommt einen Bewährungshelfer.