Das sind die größten Investitionen der Alpenstadt im kommenden Jahr

Vorarlberg / 21.12.2021 • 19:30 Uhr
Das sind die größten Investitionen der Alpenstadt im kommenden Jahr
Das Erweiterungsprojekt Volksschule Bludenz-Mitte soll im kommenden Frühjahr starten.

Großes Investitionsprogramm bestimmt 50-Millionen-Euro-Budget in Bludenz.

Bludenz In Bludenz hat man sich für das kommende Jahr einiges vorgenommen. Das spiegelt sich auch im Budgetentwurf von Finanzstadtrat Joachim „Jimmy“ Heinzl wider, der in der heutigen Sitzung der Stadtvertretung zur Abstimmung steht. „Die operative Gebarung zeigt ein positives Ergebnis von 538.000 Euro. Damit liegen wir im Ziel, das wir uns mit der strukturellen Finanzreform gesteckt haben“, zeigt sich Heinzl erfreut. Die Ursache darin liegt laut Heinzl in der positiven Entwicklung der Ertragsanteile. Hier verzeichnet die Stadt ein Plus von 3,2 Millionen Euro. „Mit 17,95 Millionen Euro liegen wir hier deutlich über dem Nicht-Corona-Jahr 2019“, konkretisiert der Finanzstadtrat.

Volksschule als Brocken

Die Nettoneuverschuldung der Stadt steigt im kommenden Jahr um 7,3 Millionen Euro auf 48,5 Millionen Euro. Aufgrund der enormen Investitionen sei dies aber „absolut gerechtfertigt“, sagt Heinzl. Das budgetierte Investitionsvolumen von rund 20 Prozent stellt in der Tat die höchste Investitionsquote in der Geschichte der Bezirksstadt dar. Der mit Abstand größte Brocken ist der erste Teil der Erweiterung der Volksschule Mitte, der 2022 mit 8,5 Millionen Euro zu Buche schlägt. In die Anschaffung neuer elektronischer Tafeln für alle Pflichtschulen im Stadtgebiet werden weitere 550.000 Euro investiert. Kanal und Wasser schlagen mit rund 1,2 Millionen Euro zu Buche, ins städtische Straßennetz werden 1,4 Millionen Euro gesteckt. Während für Gemeindefahrzeuge 250.000 Euro ausgegeben werden, kostet die Sanierung der Remise (Dach, PV- und Klimaanlage) rund 300.000 Euro. Auch für die Instandhaltung von Amtsgebäuden (250.000 Euro) bzw. der Stadtmauer (200.000 Euro) wird einiges aufgebracht.

Viele Vorhaben

Darüber hinaus werden im kommenden Jahr mit einer Reihe an gezielten Projekten und Maßnahmen Akzente gesetzt. So wird erstmalig in einen Klimafonds eingezahlt, der als Rücklage für Schadensereignisse dient. 85.000 Euro sind für den Architekturwettbewerb für das Gerätehaus in Bings reserviert, weitere 35.000 Euro für Sondierungsarbeiten bei der VS St. Peter. Die Mittelschule wird an das Fernwärmenetz angeschlossen, parallel laufen die Planungen für das Jugendquartier Unterstein. Mit der Anschaffung zweier Radargeräte soll die Sicherheit erhöht werden, im Bereich der Schulsozialarbeit werden Leistungen über das ifs zugekauft, und auch die Projektkonzeption für das Jubiläum „Bludenz 750“ (voraussichtlich 2024) wurde bereits im Budget 2022 berücksichtigt.


„Wir waren bemüht, das Budget möglichst ausgewogen über sämtliche Bereiche zu verteilen. Mit der strukturellen Finanzreform haben wir an vielen kleinen Schrauben gedreht. Solche (Bau-)Projekte wären ansonsten nicht möglich“, fasst Heinzl zusammen, während Bürgermeister Simon Tschann ergänzt: „Wir haben ein breit aufgestelltes Budget. Vom Thema Bildung über Jugend bis hin zu Klima, Gesundheit, Kultur und Digitalisierung ist alles abgedeckt.“

Breite Zustimmung

„Mit diesem Budgetentwurf ist es aus meiner Sicht gelungen, das Wünschenswerte und das Machbare finanziell unter einen Hut zu bekommen“, kommentiert Joachim Weixlbaumer (FPÖ) den Budgetvorschlag. „Mit dem Erweiterungsbau der Volksschule Mitte setzen wir einen maßgeblichen Investitionsimpuls zur Optimierung unserer Bildungslandschaft, aber auch zur weiteren Konjunkturbelebung um und versuchen gleichzeitig, die gesetzten Ziele der strukturellen Finanzreform nicht aus den Augen zu verlieren. Das ist wichtig, denn wir brauchen finanzielle Spielräume, um den steigenden Herausforderungen und Aufgaben effizient begegnen zu können. Der Voranschlag findet unsere Unterstützung.“


Auch Lukas Zudrell von den Grünen ist mit dem Budget zufrieden: „Es ist ein vernünftiges Budget mit Augenmaß in einem doch sehr schwierigen Jahr.“ Er findet es gut, dass das Budget endlich „klimafit“ geworden ist und es wichtige Maßnahmen wie den Klimafonds sowie das Projekt „Mission Zero Bludenz“ beinhaltet, um präventiv dem Klimawandel entgegenzuwirken. Die Schulsozialarbeit wird ebenfalls im Budget berücksichtigt. „Das ist ein wichtiger Punkt, da es durch die Pandemie herausfordernde und auch sehr schwierige Zeiten an den Schulen sind“, sagt Zudrell. VN-JS