So gehen Polizei und Politik mit Coronabriefen um

Vorarlberg / 06.12.2021 • 15:55 Uhr
So gehen Polizei und Politik mit Coronabriefen um
APA, VN/Sams/Stiplovsek

Der Ton in der Debatte um die Coronamaßnahmen verschärft sich.

Dornbirn Drohbriefe oder auch “freundliche” Hinweise, dass man für Impfschäden und die scheinbar unrechtmäßigen Coronamaßnahmen selbst haften würde: Auch in den Reihen der Politik sind solche Schreiben nicht unbekannt. Grund zur Verunsicherung sieht man darin jedoch nicht. “Natürlich ist die Landesregierung mit Zuschriften zum Thema Corona-Maßnahmen und Corona-Schutzimpfung per Post, Mail und auch auf den Social Media-Kanälen konfrontiert, die zum Teil persönlich untergriffig sind und auch eine gewisse Aggressivität aufweisen. Drohungen stellen aber eine große Ausnahme dar und werden an die Exekutive weiter gegeben. Besondere Sicherheitsmaßnahmen die Landesregierung betreffend sind nicht angedacht”, versichert das Landhaus. Dies gilt auch für andere Personen, die aufgrund der Pandemie in den Vordergrund der Aufmerksamkeit rückten. Bei der Landespolizeidirektion Vorarlberg weiß man von keinen Anfragen nach Personenschutz an die Direktion für Staatsschutz und Nachrichtendienst. Man informiere sich aber regelmäßig bei den infrage kommenden Personen nach den aktuellen Entwicklungen. Der Public-Health-Experte Armin Fidler erklärte beispielsweise in Vorarlberg LIVE, dass sich aber die Exekutive regelmäßig nach der Situation erkundige.

Im Rathaus Dornbirn flattern seit Wochen Schreiben ein, die auf eine gewisse Radikalisierung schließen lassen, meist von nicht existenten Absendern. In der Messestadt geht man daher von einer organisierten Aktion Einzelner aus. “Ich spreche täglich mit Bürgerinnen und Bürgern und erhalte dabei viel Zuspruch”, versichert Dornbirns Bürgermeisterin und Gemeindeverbandspräsidentin Andrea Kaufmann. Persönliche Anfeindungen bleiben aus, die Coronamüdigkeit sei aber spürbar. Ängste und Bedenken müsse man ernst nehmen, aber auch dem politischen Missbrauch von Frust entgegensteuern. Die angespannte Situation sei spürbar, hofft Kaufmann auf die Rückkehr zu einem wertschätzenden Miteinander nach der Krise. “Kein Verständnis habe ich für Aktionen, bei denen die Arbeit des Krankenhauspersonals, das in dieser Krise ihr Bestes gib und sich für die Pflege von Coronapatienten aufopfert, schlecht gemacht wird”, stellt sie sich vor ihre Mitarbeiter.

„Bei uns ist es seit Wochen erstaunlich ruhig“, erklärt Lustenaus Bürgermeister Kurt Fischer. Er ist eine der vernehmbarsten Stimmen im Kampf gegen die Pandemie. „Wir haben gerade diese Woche durchaus mit Kritik gerechnet, da am Donnerstag die Lustenauer Impftage mit einem niederschwelligen Angebot starten.“ Bislang kämen jedoch überraschenderweise vor allem positive Rückmeldungen.