Wie die Impfquote auf die Inzidenz wirkt

In welchen Vorarlberger Gemeinden die Durchimpfungsquote hoch ist und was das für die 7-Tages-Inzidenz bedeutet.
Schwarzach Musterländle, Modellregion: Vorarlberg ist gerne anders. Beim Impfen ist das westlichste Bundesland jedoch nicht einmal Durchschnitt. Mit einer offiziellen Durchimpfungsquote (Personen mit Impfzertifikat) von 62,02 Prozent dümpelt Vorarlberg im hinteren Mittelfeld, weit abgeschlagen hinter dem Burgenland (71,39 Prozent) oder Niederösterreich (67,1 Prozent). Die vierte Welle der Coronapandemie dürfte Vorarlberg deshalb auch besonders hart treffen, wie jetzt jüngste Daten vermuten lassen. Denn die Impfquote wirkt direkt auf die 7-Tages-Inzidenz. Beispiele dafür gibt es viele. “Mit der steigenden Zahl von Infektionen erhöht sich auch das Infektionsrisiko weiter”, so Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher.

Die Theorie ist eine einfache. Je höher die Durchimpungsrate, desto niedriger die Corona-Ansteckungsquote. Die Praxis bestätigt die Annahme. In Spanien sind 80 Prozent der Bevölkerung geimpft, die 7-Tages-Inzidenz liegt bei nur 26,7. Portugal hat bei einer Impfquote von 86,2 Prozent eine Inzidenz von lediglich 52,5. Auch in den Bundesländern spiegelt sich die Impfquote in der Inzidenz. Im Burgenland liegt die 7-Tages-Inzidenz bei einer Durchimpfungsquote von 71,3 mit 360 unter dem österreichweiten Schnitt. Umgekehrt Oberösterreich, das in Österreich Schlusslicht beim Impfen ist, hat eine Inzidenz von 737.

In kleineren Regionen und Kleingemeinden fallen zusätzliche Faktoren stärker ins Gewicht. Am allgemeinen Trend ändert sich aber nichts, wie Zahlen aus den 96 Vorarlberger Kommunen zeigen. Nur knapp eine Handvoll Gemeinden ist aktuell coronafrei, darunter mit Damüls (75,4 Prozent geimpfte) und Schröcken (74,2 Prozent) die Impfspitzenreiter. Umgekehrt haben Gemeinden wie Sibratsgfäll (45,8) oder Eichenberg (52,04 Prozent Geimpfte) mit niedrigen Impfraten überdurchschnittlich hohe Ansteckungsziffern (1126 bzw. 1428).
Impfangebot wird ausgebaut
Die Coronalage spitzt sich in Vorarlberg weiter zu. Das Land reagiert mit einem ausgeweiteten Impfangebot auf die prekärer werdene Lage. “Die Impfung beitet erwiesenermaßen einen wirksamen Schutz vor dem Virus”, so Landesrätin Rüscher. Die niedrige Durchimpfungsrate soll so angehoben und zudem der abnehmende Schutz bei bereits Geimpften durch eine Auffrischung erneuert werden. Impfangebote gibt es mit und ohne Termin.

So wird das Angebot in Impfkojen in den Einkaufszentren in Dornbirn, Bürs und Feldkirch-Altenstadt um einen Tag (Donnerstag) erweitert, mit Egg (KdW) kommt ein weiterer Standort dazu. Coronaschutzimpfungen werden auch in den beiden Impfzentren in Bregenz und Nenzing verabreicht, an einzelnen Wochenenden auch ohne Anmeldung (heute, 6. November, in Bregenz bzw. von 11. bis 13. November in Nenzing). Geimpft wird auch weiterhin in vielen Arztpraxen des Landes. Alle Angebote stehen sowohl für Erstimpfungen als auch für Auffrischungsimpfungen zur Verfügung.

Alle Infos im Detail: www.vorarlberg.at/vorarlbergimpft oder www.1450-vorarlberg.at.