Begegnung statt Bewertung

Vorarlberg / 21.09.2021 • 16:25 Uhr

Projekt „Götzner Bürgerservice 2025: Götzis gemeinsam gestalten“ wurde am Montagabend der Gemeindevertretung vorgestellt.

GÖtzis Die vielfältigen Potenziale und das Engagement in Götzis auf eine neue Art und Weise zu nutzen, ist das Ziel des Projekts Bürgerservice 2025: Götzis gemeinsam gestalten. Am Montagabend haben Hoffnungsforscher Andreas Krafft und Bertram Strolz, Leiter der Akademie für Positive Psychologie, das Projekt der Götzner Gemeindevertretung präsentiert.

„Die Gemeinden sind in dieser neuen Zeit mit großen gesellschaftlichen Herausforderungen wie etwa Einsamkeit, Arbeitslosigkeit oder prekären finanziellen oder sozialen Situationen, konfrontiert“, schildert Michael Tinkhauser vom Vorarlberger Gemeindeverband. Krankheit, Trennung, Zuwanderung und andere Umstände führen Menschen immer wieder in außergewöhnliche Situationen. Zudem verändert die Digitalisierung die Bürgerservices in den Gemeinden, die den direkten Draht zu den Bürgern haben. „Das Zusammenspiel von Bürgerservice und Sozialabteilungen kann dabei als wichtige Ressource gesehen werden, um Bürger in ihre Selbstwirksamkeit zu führen“, erläutert Hoffnungsforscher Krafft, einer der Architekten des Pilotprojekts, um Begegnungen auf Gemeindeebene neu zu gestalten.

Einstellung macht den Unterschied

In der Marktgemeinde Götzis wurde durch das Zusammenspiel von Impulsen des Büros für Freiwilliges Engagement, der Beteiligung des Vorarlberger Gemeindeverbandes und der fachlichen Kompetenz des Hoffnungsforschers Krafft zu diesem gesellschaftspolitischen Thema ein Pilotprojekt gestartet, das auf andere Gemeinden übertragbar ist. Gemeindemitarbeiter und Personen aus den definierten Zielgruppen wurden seit dem Frühjahr in Trainings dazu befähigt, Methoden und Instrumente der Positiven Psychologie anzuwenden, sich selbst zu reflektieren und eine neue Arbeits- und Denkweise zu entwickeln. Daraus sind bereits Initiativen entstanden, insbesondere für unterrepräsentierte und in irgendeiner Weise persönlich oder sozial benachteiligte Gruppen, die ein Zusammenleben in der Gemeinde auf einer neuen Ebene ermöglichen werden.

„Einerseits wollten wir mit „Bürgerservice 2025: Götzis gemeinsam gestalten“ einen Veränderungsprozess anstoßen, um für die zukünftigen Herausforderungen in der Verwaltung gewappnet zu sein. Das wird uns nur in aktiver Zusammenarbeit von Politik, Verwaltung und der Bevölkerung möglich sein, wobei die eigene Einstellung gegenüber anderen Menschen den wesentlichen Unterschied ausmacht“, erklärt Gemeindeamtsleiter Konrad Ortner. „Nur Jammern, dass nichts passiert, ist für mich keine Lösung. Wir Bürger bekamen die Chance, jetzt was zu ändern und zu bewegen“, betont Projektteilnehmerin Martina Heinzle. Auch Safaa Alroume zeigt sich begeistert: „Am meisten habe ich das Zusammentreffen mit Menschen aus der Gemeinde geschätzt, um die deutsche Sprache zu verbessern. Die Gruppe war sehr nett. Ich bin begeistert von den vielen positiven Ideen zum Lösen von Problemen für mich selbst und mein Leben in Götzis.“

Basis dafür ist die Integration einer positiven Haltung, in dem die Menschen ihre Stärken erkennen und daraus positive Gefühle und Erlebnisse erzeugen und das Wohlbefinden verbessern können. Jeder für sich selbst, aber auch für die Gemeinschaft und das Zusammenleben in der Gemeinde durch die aktive Förderung und Einbindung von Menschen in die Gemeinde und die Entwicklung konkreter Umsetzungen. Ganz im Sinne der Entwicklung einer nachhaltigen Region, um Räume zu schaffen, in denen das Dasein und Dabeisein genügt.