Gericht: Elfjährige Sportlerin sexuell missbraucht

59-jähriger Trainer nutzte jugendliche Verliebtheit aus und fasste teilbedingte Haftstrafe aus.
Feldkirch Die Elfjährige liebte ihren Sport und ihm Zuge dessen bewunderte sie auch zunehmend ihren Trainer. Der Mann ist 59 Jahre alt, verheiratet, selbst Vater und trainiert bereits über ein Jahrzehnt Sportbegeisterte. Als sich der Teenager als besonders begabt zeigte, schlug der Mann Einzeltraining vor, das Mädchen freute sich darüber.
Intensives Training
Mehrfach die Woche, zeitweise gebremst durch Ferien und Corona-Pandemie, trafen sich Trainer und Schülerin. Der Mann holte sie sogar von zu Hause zum Training ab. Anfangs gab man sich zur Begrüßung die Hand, später ging diese Zeremonie in Umarmen über. Der Trainer spürte, dass die Heranwachsende von ihm angetan war und es kam auch zu Berührungen unter dem BH und am Po. „Es war alles freiwillig und das Mädchen war damit einverstanden. Dass es aufgrund ihres Alters dennoch falsch war, mit ihr etwas anzufangen, weiß mein Mandant und er bereut dies auch“, so die Verteidigung bei der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch. Außerdem gehe es entgegen der Anklage nicht um eine „Vielzahl von Übergriffen“, sondern um eine Berührung am Po und eine am Busen. Die Sache werde vermutlich aus finanziellen Motiven hochgespielt, ist der Anwalt überzeugt. Dabei habe man bereits 4000 Euro für das Fehlverhalten angeboten.
Falsche „Liebe“
Der Chatverlauf zwischen der Trainerverliebten und dem 59-Jährigen bezeugt, dass sich die beiden gegenseitig wiederholt ihre „Liebe“ beteuerten. Als die Sache dann für den Trainer doch eng wurde und das Verhältnis durchzusickern begann, erstattete er Selbstanzeige. Mittlerweile setzt dem Mann das Ganze ziemlich zu. Er hatte einen guten Job, derzeit ist er arbeitsunfähig und in Behandlung, jetzt kommt noch eine teilbedingte Gefängnisstrafe dazu. Insgesamt werden 18 Monate verhängt, sechs davon unbedingt. Einen Teil muss er auf alle Fälle ins Gefängnis, allein mit Fußfessel geht in diesem Fall nichts. Insgesamt muss er der 11-Jährigen 8000 Euro Schadenersatz bezahlen. Das Urteil wegen sexuellen Missbrauchs und Missbrauchs eines Autoritätsverhältnisses ist nicht rechtskräftig.
Insgesamt ging das Gericht von rund zehn bis zwölf Übergriffen aus. Auch wenn sie im Einvernehmen mit dem Mädchen stattfanden, es ginge nicht an, dass man seine Kinder einem Sporttrainer anvertraut und dieser die Situation für sexuelle Berührungen ausnutzt, heißt es in der Begründung. Kinder und Jugendliche sollen Sport betreiben und dabei haben Intimitäten seitens der Trainer nichts zu suchen.