Wie ein Harder verdächtiger Frau eine Falle stellte

Vorarlberg / 18.03.2021 • 10:00 Uhr
Wie ein Harder verdächtiger Frau eine Falle stellte
Markus Gartner mit seinem Vater Werner, der immer wieder Besuch von rumänischen Frauen bekam, wobei stets Geld verschwand. VN/GS

Markus Gartner installierte eine Kameras in der Wohnung seines dementen Vaters.

Hard Im Oktober des Vorjahres war für Markus Gartner (50) das Maß endgültig voll. Immer wieder wurde sein unter Demenz leidender Vater Werner (78), der allein in einer Wohnung in Hard lebt, von rumänischen Frauen besucht. Manchmal waren sie allein, bisweilen hatten sie aber auch Kinder im Schlepptau. Ihr Wunsch: „Ein Schluck Wasser bitte“.

Der freundliche Pensionist bat die Besucherinnen herein. Die Frauen fragten regelmäßig nach der Toilette, begaben sich im unbeobachteten Moment jedoch ins Wohnzimmer. Dort, wo der Pensionist sein Portemonnaie aufbewahrte.

„Und jedes Mal fehlte danach Geld aus der Tasche“, ärgert sich Junior Markus. Sein Argwohn wuchs. Es musste etwas getan werden. Schließlich installierte der 50-Jährige versteckte Kameras in der Wohnung seines Seniors. Gleichzeitig sensibilisierte er Nachbarn und die Polizei. Kaum aufgestellt, schlug die Kamerafalle bereits zu. Die nächste Besucherin wurde aufgezeichnet, über das Handy zeitgleich von Markus Gartner beobachtet und noch vor Ort gestellt. Polizisten nahmen sich die Rumänin unter die Lupe (die VN berichteten).

Versicherung zahlte

Monate danach teilte die Staatsanwaltschaft Feldkirch den Gartners mit, dass die Ermittlungen gegen die Verdächtige eingestellt worden seien. Wegen einer schlussendlich zu „dürftigen mittelbaren Beweislage“. Immerhin hatte die Versicherung dem Pensionisten das als gestohlene Geld – es hatten sich durch die fremden Besucherinnen insgesamt rund 580 verschwundene Euro zusammengeläppert – ersetzt. „Wir haben glücklicherweise eine Diebstahlsversicherung abgeschlossen“, sagt Gartner Junior. Nach den Berichten der VN im Oktober herrschte eine Zeitlang Ruhe mit den Heimsuchungen – bis zum vergangenen Dienstag . . .

Alarm beim Zoom-Meeting

„Ich war gerade in einem Zoom-Meeting, als die versteckte Kamera wieder Alarm an meinem Mobiltelefon schlug“, so Markus Gartner zu den VN. Zu erkennen war eine Rumänin mit einem Zettel in der Hand an der Türe seines Vaters, der sie wiederum unbedarft in die Wohnung ließ. Um in der Küche Tee für sie zuzubereiten.

„Die Frau war dann 15 Sekunden lang auf der Toilette und ging anschließend ins Wohnzimmer“, fährt der Harder fort und: „Ich verständigte sofort die Polizei und Sicherheitswache. Um 14.08 hatte die Fremde die Wohnung dann aus irgendeinem Grund fluchtartig verlassen. Und um 14.09 Uhr wurde sie von den Beamten vor der Haustüre geschnappt.“

Wie ein Harder verdächtiger Frau eine Falle stellte
Auf der Überwachungskamera: Die Fremde vor der Türe von Werner Gartner. Minuten später wurde sie von der Polizei gestellt.

Anzeige nach Covid19-Verordnung

Erst kurz zuvor hatte Gartner seinem Vater hundert Euro gegeben. Geld, das nach diesem aktuellen Besuch wieder aus dem Portemonnaie verschwunden war. „Die Polizei hat der Frau 150 Euro abgenommen und sie nach der Covid19-Maßnahmenverordnung angezeigt, weil sie beim Kontakt mit meinem Vater keine Maske trug. Auch ich werde sie wegen Diebstahls anzeigen und der Staatsanwaltschaft das Videomaterial überlassen“, sagt der 50-Jährige, der den schnellen Einsatz der Polizei und Harder Sicherheitswache lobt und ergänzt: „Noch ein Rat an die Bevölkerung: Stellt versteckte Kameras auf, Kameras, Kameras, Kameras!“