Wie die Welt der Technik funktioniert

Reinhard Schneider gibt seine Leidenschaft FH-Studierenden weiter.
Höchst Die Weiterentwicklung von Persönlichkeiten und eine sehr gute Ausbildung von jungen Menschen für die Region – das ist das persönliche Anliegen von Reinhard Schneider. Der promovierte Elektrotechniker ist seit Anfang Februar an der Fachhochschule Vorarlberg der neue Studiengangsleiter für den Bachelorstudiengang Mechatronik. „Ich arbeite gerne mit jungen Menschen zusammen und ich helfe auch weiter“, erklärt Schneider einen seiner Beweggründe für seine Lehrtätigkeit an der FH.
Der Höchster ist seit über 15 Jahren an der FH angestellt und hat vor knapp sieben Jahren mit viel Einsatz den Studiengang „Elektrotechnik Dual“ mitentwickelt. Seiner Erfahrung nach bietet ein Technikstudium mehrere Vorteile. Zum einen ergeben sich für Techniker gute Karrierechancen und somit die Möglichkeit auf ein gutes Leben. Zum anderen sichere die Technik und die damit verbundenen Entwicklungen die Region, in der wir leben. In der Mechatronik werden die Bereiche Mechanik, Elektronik und Informatik verknüpft. Die Absolventen können technische Produkte des täglichen Lebens entwickeln, konstruieren und optimieren.
Mofa als Studienobjekt
An Technik war Reinhard Schneider schon von klein auf interessiert. „Mich hat fasziniert, wenn ich erkunden konnte, wie Dinge funktionieren“, erinnert sich der 52-Jährige. Spielsachen zum Basteln oder Experimentalkästen waren ihm höchst willkommen. „Meine Eltern haben mein Interesse immer unterstützt“, so Schneider. Als Jugendlicher hat er ein Moped komplett auseinandergebaut und natürlich auch wieder zusammengesetzt. Für einen Technikinteressierten wäre der klassische Weg mit dem Besuch einer HTL vorgezeichnet gewesen. Diesen hat der Sportinteressierte aber nicht beschritten. „Ich bin wegen der Allgemeinbildung ins Gymnasium gegangen. Mir war nämlich klar, dass ich nach der Matura studieren gehe und nicht direkt ins Berufsleben einsteigen will.“ Die fehlende Vorbildung in der Werkstatt und in einzelnen Fachbereichen hat der Studiengangsleiter damals in zwei Jahren an der Uni wieder wettgemacht. Dafür hatte er im Bereich Mathematik gegenüber den HTL-Absolventen einen Vorsprung.
Hybrides Modell
Noch heute ist Reinhard Schneider davon fasziniert, wie man die Welt mit Technik und zugegebenermaßen nicht einfachen Grundlagen, wie Physik und Mathematik, erklären kann. Und diese Faszination gibt er an seine Studierenden weiter. Derzeit findet fast der gesamte Unterricht durch Distance Learning statt. „Ich stand vergangenen März vor der Herausforderung, eine Lehrveranstaltung innerhalb von zwei Tagen auf online umzustellen“, erzählt der Hobby-Klavierspieler, der in einer Musikgruppe auch die afrikanische Trommel trommelt. Inzwischen habe sich schon vieles eingependelt. Der Elektrotechniker kann sich vorstellen, dass didaktische Online-Tools und die Aufzeichnung von Vorlesungen beibehalten werden. Die Arbeit im Labor und an den Maschinen wird an der FH fortgesetzt und ermöglicht den Studierenden wenigstens etwas sozialen Kontakt. „Ich beobachte, dass die Studierenden hoch motiviert und konzentriert vor ihren Computern sitzen und gleich auf meine Fragen reagieren“, streut er seinem Technik-Nachwuchs Rosen.
Den Kontakt zu den Studierenden und zu seinen Kollegen hält er daheim von seinem eigenen Büro aus. Die Trennung von Privatem und Arbeit gelingt ihm im Homeoffice größtenteils. „Ich habe generell keinen Job, der am Abend nach Verlassen des Büros erledigt ist. Es kann schon sein, dass ich abends noch schnell was am Laptop erledige“, gibt er zu. Aber die Zeiten, in denen Reinhard Schneider abschaltet, gehören seiner Familie.
Prof. (FH) Dr. techn. Reinhard Schneider
Studiengangsleiter Mechatronik Bachelor an der FH Vorarlberg
Ausbildung: Studium Elektrotechnik an der TU Graz
Wohnort: Höchst
Alter: 52 Jahre
Familie: glücklich verheiratet, drei Kinder und eine erwachsene Tochter
Hobby: Musik, Segeln, Skifahren
Lebensmotto: Suche nicht nach Fehlern, suche nach Lösungen! (Henry Ford)
Lieblingsessen: Kürbis-Curry mit Kokosmilch