Der Bludenzer Eiskanal wurde eingeeist

Vorarlberg / 15.02.2021 • 16:35 Uhr
Der Zielbereich musste vorerst provisorisch mit Schaltafeln verkleidet werden. Die endgültigen Banden werden erst geliefert.
Der Zielbereich musste vorerst provisorisch mit Schaltafeln verkleidet werden. Die endgültigen Banden werden erst geliefert.

Ab morgen startet der Probebetrieb auf der neuen Bahn in Hinterplärsch.

Bludenz 700 Meter Kanal, gut 30 Einsatzkräfte und etliche 1000 Liter Wasser: das sind die wesentlichen Eckdaten der erstmaligen Eineisung des neuen Bludenzer Eiskanals. Am Wochenende war es schließlich soweit. Nach Jahrzehnten der Planung, Jahren der Projektierung und Monaten des Bauens konnte die neuen Sportstätte im Oberland erstmals so richtig eingekühlt werden.

Einen ganzen Tag lang waren die freiwilligen Helfer aus Vorarlberg und Tirol unter strengster Einhaltung der Coronamaßnahmen im Drei-Schicht-Betrieb im Einsatz. Mit meterlangen Schläuchen und Steigeisen an den Schuhen ging es unzählige Male die rund 1,5 Meter breiten Betonwanne auf und ab.

Nun muss die zwischen drei und fünf Zentimeter dicke Eisschicht noch mit einem Hobel in Form gebracht werden, ehe im Anschluss daran der Probebetrieb startet. „Zwischen zehn und 14 Tage werden wir dabei Kanal und Technik auf Herz und Nieren testen“, informiert ÖRV-Präsident Markus Prock beim VN-Lokalaugenschein in Hinterplärsch. Angefangen vom Rodeln über Skeleton bis hin zum Mono- und Zweierbob werden alle Disziplinen durchgetestet, ehe die Technik dann wieder heruntergefahren wird.

Die Vorfreude auf die erste Fahrt in der neuen Bahn ist im Lager der Rodler naturgemäß groß. Diese ist dem Bludenzer Weltcupstarter Jonas Müller vorbehalten. „Er wird sich diese Woche Stück für Stück nach oben wagen“, beschreibt Prock das Prozedere.

Bauende im April

Trotz des nunmehrigen Probebetriebs sind die Arbeiten an der Bahn noch nicht komplett abgeschlossen. „Der Herren- und der Bobstart sind noch nicht errichtet und auch das Dach in Kurve eins muss erst fertiggestellt werden. Zudem fehlen im Zielbereich die endgültigen Banden und auch die finalen Verputzarbeiten können erst erfolgen, wenn es die Temperaturen wieder zulassen“, informiert Eiskanal-Geschäftsführerin Nina Wilhelmer. Bis Ende April hoffen die Verantwortlichen der Eiskanal Bludenz GmbH sämtliche Arbeiten an der neuen Bahn abgeschlossen zu haben. Im Frühjahr soll abschließend noch die Außenanlage folgen. „Da es sich hier um einen Prototyp handelt, mussten im Zuge der Bauarbeiten immer wieder Adaptionen vorgenommen werden. Zudem hat die Coronasituation für Verzögerungen gesorgt. Alle Firmen waren aber stets sehr entgegenkommend und haben sich super eingebracht“, gibt sich die Geschäftsführerin mit dem Bauverlauf dennoch zufrieden.

Die Betriebsgenehmigung vorausgesetzt, kann die Bahn im Sommer in Beschlag genommen werden. „Die Bahn eignet sich sehr gut für Materialtests, da einige Lichtschranken eingebaut wurden“, sagt Wilhelmer, die auf die vielfältige Nutzbarkeit der modernen Sportstätte verweist. „Unser Angebot richtet sich an den sportlichen Nachwuchs sowie Schulen gleichermaßen. Zudem bieten die Fun-Sport-Rodel, im Fachjargon Vutschko genannt, die Möglichkeit für Firmenevents oder einer touristischen Nutzung“, führt die Geschäftsführerin weiter aus.

Saisonstart Ende Oktober

Ende Oktober startet der Bludenzer Eiskanal dann in seine erste Wintersaison, in der mit einem Junioren-Weltcuprennen Anfang 2022 bereits ein erster Höhepunkt auf dem Programm steht. Die Austragung der Junioren-WM 2023 stellt bereits ein Jahr darauf eine weitere Herausforderung dar, auf die man sich beim Rodelclub Bludenz bereits freut.

Über 30 freiwillige Helfer waren einen ganzen Tag und eine ganze Nacht lang im Einsatz, um den neuen Eiskanal einzueisen und damit betriebsbereit zu machen.<span class="copyright">VN/JS</span>
Über 30 freiwillige Helfer waren einen ganzen Tag und eine ganze Nacht lang im Einsatz, um den neuen Eiskanal einzueisen und damit betriebsbereit zu machen.VN/JS
Geschäftsführerin Nina Wilhelmer freut sich auf den Start.
Geschäftsführerin Nina Wilhelmer freut sich auf den Start.
Manfred Heinzelmaier, Berhnard Steu und Markus Prock (v.l.)
Manfred Heinzelmaier, Berhnard Steu und Markus Prock (v.l.)