Bludenz gibt Bildung mehr Raum

Vorarlberg / 28.01.2021 • 18:05 Uhr
Das historische L der Volksschule Mitte wird durch ein modernes L ergänzt und zu einem großen Ganzen zusammengefügt.<span class="copyright">VN/Lerch</span>
Das historische L der Volksschule Mitte wird durch ein modernes L ergänzt und zu einem großen Ganzen zusammengefügt.VN/Lerch

Stadtvertretung beschließt kostspieligstes Bauvorhaben der Stadtgeschichte. 18,3 Mill. Euro für Volksschul-Zubau.

Bludenz Mit dem einstimmigen Beschluss zur Umsetzung des Zubaus bei der Volksschule Bludenz-Mitte wurden in der gestrigen Stadtvertretersitzung endgültig die Weichen für das größte Hochbauprojekt in der Geschichte der Alpenstadt gestellt. Die Kostenschätzungen für die Erweiterung des zentralen Schulstandortes, an dem sich neben der Volks- auch die Musikschule befindet, belaufen sich laut Experten auf rund 18,3 Millionen Euro. „Es ist dies ein klares Bekenntnis aller, dass der Bildungsbereich auf unserer Prioritätenliste ganz oben steht“, so Bürgermeister Simon Tschann gegenüber den VN. Mit dem Baubeschluss setzte man einen wichtigen Schritt in eine chancenreiche Zukunft für die Kleinsten, so der Bludenzer Stadtchef.

Gemeindemilliarde fließt in Zubau

Während die Errichtungskosten des Erweiterungsbaus mit 12,8 Millionen Euro zu Buche schlagen, werden zusätzlich 4 Millionen in den Bestand investiert. Hinzu kommen weitere 1,5 Millionen für die Außenanlage, rechnet der städtische Bauamtsleiter Peter Mahner vor. „Die Zuweisungen aus der Gemeindemilliarde des Bundes (Anm. im Fall von Bludenz ca. 1,5 Millionen Euro) fließen beinahe zur Gänze in den Schulzubau Mitte“, informiert Bürgermeister Tschann. Darüber hinaus kann man seitens der Stadt mit Bedarfszuweisungen des Landes von 31 Prozent rechnen. Der bauliche Startschuss für das ambitionierte Schulprojekt soll noch in diesem Herbst fallen. Die Vorbereitungen sind hingegen schon länger im Tun: Bereits im Dezember 2018 hatte die damalige Stadtvertretungssitzung ihr Bekenntnis zum „Bildungskonzept neu“ abgegeben. Auf dessen Grundlage wurde exakt ein Jahr darauf die Durchführung eines Architekturwettbewerbes beschlossen. Dabei konnte sich im Juni des Vorjahres der Entwurf des Feldkircher Architekturbüros Marte Marte unter den 24 Einreichungen durchsetzen. Dieser sieht die Ergänzung der bestehenden L-Form des denkmalgeschützten Gebäudes aus dem Jahr 1886 durch ein neues L vor (siehe Grafik).

Archiv und Vereinsräume

Das historische Schulhaus soll künftig über einen neuen Haupteingang an der Nordseite des Gebäudes erschlossen werden. Über eine Eingangshalle gelangen die Schüler in die zentrale Garderobe, die sich direkt unter dem neu entstehenden Innenhof befindet. Von dort kommt man auch in den neuen Tanzraum, der insbesondere von der Musikschule genutzt werden wird, sowie den Raum für die Verkehrserziehung. Neben Klassenzimmern mit Differenzierungsräumen sind auch Lager- und Archivräume sowie ein Proberaum für den Liederkranz vorgesehen.

Zentrale Schülerbetreuung

Herzstück des Anbaus wird die neue Schülerbetreuung, die sich direkt über dem Eingangsbereich befindet. Während sämtliche Ebenen niveaugleich an den historischen Bestand angebunden werden, erfolgt durch den Einbau eines Lifts eine barrierefreie Anbindung des gesamten Hauses. Als e5-Gemeinde ist es der Stadt Bludenz ein besonderes Anliegen, beim Bau des Gebäudes auch auf dessen Energieeffizienz sowie auf die Verwendung ökologischer Baustoffe zu legen.

Fertigstellung 2023

In einem nächsten Schritt sollen nun die Planungen vertieft werden. Dabei gilt es in Zusammenarbeit mit den Nutzern, den politischen Vertretern sowie der Abteilung Bautechnik den vorliegenden Entwurf zu konkretisieren und die eingebrachten Überarbeitungswünsche der Jury zu prüfen, ehe im Herbst die Spaten gesteckt werden können. Mit der Fertigstellung des Großprojekts rechnet man im Rathaus bis zum Schuljahr 2023/24.