So sieht ein Intensivbehandlungsplatz aus

Das LKH Feldkirch verfügt über die größte Intensivstation im Land.
Feldkirch Die Coronapandemie hat eine medizinische Disziplin besonders ins Rampenlicht gerückt, und zwar die Intensivmedizin. Vor allem ältere Menschen und solche mit Vorerkrankungen benötigen bei einer Infektion mit dem Coronavirus häufig die ärztliche Kunst der Intensivmediziner. Doch selbst in den mit Hightech ausgerüsteten Kojen vermag das Leben nicht immer über den Tod zu siegen. Auch die Intensivmedizin hat Grenzen. Noch öfter aber kann sie helfen. Wolfgang List, leitender Oberarzt der Intensivstation im Landeskrankenhaus Feldkirch, erzählt von jenen Südtiroler Covidpatienten, die vom LKH Feldkirch übernommen wurden, weil zur damaligen Zeit in Bozen die Intensivkapazitäten erschöpft waren. „Alle drei haben die Infektion überlebt“, berichtet er.
Langwierige Behandlung
Einer der Männer konnte nach seiner Rückführung allerdings erst ein halbes Jahr später das Krankenhaus verlassen. Eine langwierige Nachbehandlung zeichnet die schweren Verläufe bei einer Covidinfektion aus. Speziell, wenn das Virus ein massives Lungenversagen verursacht, sind Patienten oft mehrere Wochen intensivpflichtig. Die erste Covidpatientin, die im Sommer im LKH Feldkirch behandelt werden musste, lag über 50 Tage auf der Intensivstation, ehe eine Verlegung auf die Normalstation möglich war.
Als im Frühjahr die Covidwelle über das Land schwappte, hieß es, Patienten relativ rasch mit einem Beatmungsschlauch zu versorgen, „auch zum Schutz der Mitarbeitenden“, wie Wolfgang List erklärt. Inzwischen kommt, auch aufgrund von internationalen Erfahrungswerten, so lange es geht, eine nichtinvasive Beatmung zum Einsatz. „Dabei erhält der Patient eine dicht aufsitzende Maske, über welche die Lunge mit Sauerstoff versorgt wird“, führt List aus. Auf diese Weise wird versucht, den Patienten ohne Beatmung zu stabilisieren. Oft gelingt es, manchmal nicht.
Mobile Gerätschaften
Das LKH Feldkirch verfügt über 18 Intensivbetten und ist damit die größte Station im Land. Wie berichtet, wurde jüngst auch die im Frühjahr für Covidpatienten eingerichtete Station mit zehn Intensivbetten wieder reaktiviert. Die Ausstattung eines jeden Zimmers kostet 60.000 bis 70.000 Euro. In der von Primar Reinhard Germann geleiteten Abteilung kümmern sich 35 Ärztinnen und Ärzte sowie 80 Pflegepersonen um die Patienten. Pro Jahr sind es rund 600, die einer intensivmedizinischen Betreuung bedürfen. Die Intensivzimmer verfügen neben der Standardausrüstung auch über mobile Geräte für Ultraschall, Beatmung und Blutwäsche.