Falschgeld in Moschee versteckt

20-Jähriger bestellte „Dreamgeld“ im Internet, doch sein Traum endete hinter Gittern.
Feldkirch Der junge Mann ist arbeitslos, seine Lehre hat er abgebrochen, er lebt von Notstandshilfe. 20.000 Euro Schulden haben sich aus Handyverträgen angesammelt. Da kam der Bregenzer auf die Idee, seiner Liquidität mit Falschgeld auf die Sprünge zu helfen. Bei „Wish“, einer Internet-Shoppingplattform, kann man sogenanntes „Dreamgeld“ kaufen, nicht zu Zahlungszwecken, versteht sich. Doch für Werbe- oder Musikvideos sowie Theater und Filmproduktionen wird manchmal Geld benötigt, das echtem täuschend ähnlich sieht. Der türkischstämmige Mann bestellte also falsche 68.000 Euro, das sollte reichen. Er hatte große Pläne, auch ein Auto wollte er sich kaufen.
Autokauf geplatzt
Nachdem alles schiefging, landete der junge Mann als Angeklagter vor Gericht. Bei der Verhandlung betonte seine Verteidigung, dass ihr Mandant aufgrund von psychischen Problemen und intellektuellen Defiziten „chronisch unbesonnen“ sei. So holte sich der Arbeitslose von einem fremden Pkw die Nummerntafeln und vom Bruder den Führerschein, um endlich den Kaufvertrag für ein Auto unterzeichnen zu können. Der Traum, unabhängig und mobil zu sein, rückte näher. In der Tiefgarage tauschte man 4500 falsche Euro gegen einen Pkw. Doch die Käufer stutzten, das Papier der Scheine fühlte sich eigenartig an. Sie zeigten den Käufer an.
Auf die Fragen der Richterin antwortete der Gefragte meistens: „Ich habe zu wenig nachgedacht.“ Rund 400 Euro versuchte er bei der Bank einzuzahlen, doch er scheiterte. Seine bestellten Burger bezahlte der „Neureiche“ ebenfalls mit Falschgeld. Den Rest der Scheine versteckte er. Zum einen wählte er seinen Pkw als Versteck, zum anderen platzierte er einen Teil unter einem Tisch in einer Bregenzer Moschee. Nicht weit gedacht hat der Mann auch bei der Nächtigung in einem Hotel. Wie er dieses bezahlen hätte sollen, war ihm nicht klar, denn zu diesem Zeitpunkt hatte er nicht einmal falsches Geld.
Bekannten hintergangen
Als ein Kollege ihm die Bankomatkarte gab, um Zigaretten zu holen, nutzte der junge Mann diese Gelegenheit und bestellte auch gleich einige Dinge im Internet. Bei Zalando, Netflix und Apple TV – überall benutzte er die fremde Karte, dem Bekannten fehlten anschließend 700 Euro. Für die lange Reihe der Delikte wurde der bereits Vorbestrafte zu fünf Monaten Haft auf Bewährung verurteilt, 1880 Euro muss er an Strafe bezahlen. Weil er bereits seit Anfang August in U-Haft saß, wurden ihm rund 530 Euro abgezogen, den Rest kann er in Raten abstottern. Für die nächsten drei Jahre steht dem Delinquenten ein Bewährungshelfer zur Seite, aus der U-Haft durfte er sofort nach Hause. Das Urteil ist rechtskräftig.