Trassenentscheidung für S 18 noch heuer

Vorarlberg / 06.10.2020 • 18:00 Uhr
Im Ried wurde über mehrere Jahre von Experten alles genau erkundet und erhoben. Auch die Vogelwelt gehörte dazu. <span class="copyright">VN/Steurer</span>
Im Ried wurde über mehrere Jahre von Experten alles genau erkundet und erhoben. Auch die Vogelwelt gehörte dazu. VN/Steurer

Die Spannung wächst. Wird es die Ostumfahrung Lustenau oder die Z-Variante durchs Ried?

Bregenz Nicht oft genug konnte Landeshauptmann Markus Wallner (53, ÖVP) vehement eine Trassenentscheidung bei der Entlastungsstraße im nördlichen Rheintal als Verbindung der österreichischen und Schweizer Autobahn noch im Jahre 2020 fordern. Den Verantwortlichen bereitete diese Zeitvorgabe stets etwas Bauchweh. Doch jetzt scheint die Forderung Wallners tatsächlich kurz vor der Umsetzung. “Ja, wir sind mit Hochdruck dabei, eine Trasse für die Bodenseeschnellstraße noch heuer zu definieren”, sagt Günter Fritz (50), Regionalleiter für Projektentwicklung bei der Asfinag.

“Wir sind mit Hochdruck dran, noch heuer eine Trasse zu definieren.”

Günter Fritz, Asfinag-Projektleiter

Sechs Streckenführungen

“Wir haben intensiv an der technischen Planung für die in Frage kommenden Streckenführungen gearbeitet. Wir sind damit nun fertig, jetzt kann die Bewertung dieser Routen beginnen”, erläutert der Experte.

Insgesamt wurden 16 leicht voneinander abweichende Streckenführungen auf den zwei Varianten (CP und Z) technisch geplant. Übrig geblieben sind jetzt noch sechs, je drei für die Z-Variante durchs Ried sowie die CP-Variante der Ostumfahrung Lustenau. Geprüft werden die in Frage kommenden Routen im Hinblick auf ihre Auswirkungen auf Umwelt und Natur. Für die Fertigstellung des Vorprojekts brauche es keine zusätzliche Bohrung mehr, versichert Fritz. Für die in circa zwei Jahren stattfindende Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) möchte er das jedoch nicht ausschließen.

Große Spannung

Die Trassenentscheidung wird mit großer Spannung erwartet. “Das wird eine entscheidende Weichenstellung für das Gesamtprojekt sein. Ich bin immer davon ausgegangen, dass diese Trassenentscheidung noch 2020 erfolgt und von daher zufrieden mit der Entwicklung dieses Bauvorhabens”, kommentiert Verkehrslandesrat Marco Tittler (43, ÖVP) den Stand in Sachen Entlastungsstraße.

Zu früh kommen wichtige Fortschritte nicht mehr. Die Präsentation des Schlussdokuments von “Mobil im Rheintal” mit den Vorschlägen für eine Verkehrslösung im unteren Rheintal liegt nun schon neun Jahre zurück.

Eine Menge von Daten

Mit Prognosen für einen möglichen Baubeginn des fast eine Milliarde Euro teuren Projekts hält sich Experte Fritz vornehm zurück. “Im Zuge der UVP wird es wohl eine Reihe von Vorbehalten und Einsprüchen zu bearbeiten geben. Der bereits genannte Termin des Baubeginns mit 2025 ist von daher sehr optimistisch”, sagt Fritz. Was den Projektleiter jedoch zuversichtlich stimmt: “Die lange Zeit der Untersuchungen und Planungen mit der großen Menge an erhobenen Daten könnte bei der UVP natürlich ein Vorteil sein.”

Riedstraße Varianten

CP-Variante: Ostumfahrung Lustenau; 8,6 Kilometer Länge

Z-Variante: durchs Ried; 7,5 Kilometer Länge

Kosten für Entlastungsstraße: Bis zu 900 Millionen Euro

Frühestmöglicher Baubeginn: 2025

Betreiber: Asfinag