Ringen um Stadträte und Ressorts in Bregenz

Vorarlberg / 05.10.2020 • 18:00 Uhr
Wahlsieger Michael Ritsch ist in Bregenz schon längst vom Feiern zum Verhandeln mit den anderen Parteien um die neue Stadtregierung übergegangen. <span class="copyright">VN/Steurer</span>
Wahlsieger Michael Ritsch ist in Bregenz schon längst vom Feiern zum Verhandeln mit den anderen Parteien um die neue Stadtregierung übergegangen. VN/Steurer

Der designierte Bürgermeister Michael Ritsch (52, SPÖ) sucht Partner und Projektgemeinschaften.

Bregenz In der Landeshauptstadt Bregenz ist nach der Abwahl von Langzeitbürgermeister Markus Linhart (60) das Ringen um die künftige Politik und die Zuteilung bzw. Besetzung der Ressorts in vollem Gang. „Ich habe meinen Partnern ein riesiges Angebotspaket samt Mitsprache bei Personalentscheidungen gemacht“, fasst der künftige Stadtchef die ersten Gespräche mit ÖVP und Grünen zusammen.  „Für dieses Angebot gibt es allerdings auch Bedingungen“, ergänzt Ritsch.  Welche das sind, wollte er am Montag nicht bekannt geben. Ebenso einbinden in die künftige Gestaltung der Stadt möchte er FPÖ und Neos.

Die ÖVP war am Montagabend damit beschäftigt, ihre zwei neuen Kandidaten für Stadtratsposten zu ermitteln. Ingrid Hopfner (Hoch- und Tiefbau) und Elisabeth Mathis (Senioren, Heime) scheiden bekanntlich aus dem Stadtrat aus, Michael Rauth (67, Bildung) und Veronika Marte (38, Jugend, Familie) sind weiterhin gesetzt. Zwei Junge wurden gesucht.

Großer Spielraum für Grüne?

Vor allem die Grünen haben laut Ritsch künftig einen großen Spielraum in der Stadt. „Sie können abseits der ÖVP Entscheidungen herbeiführen. Genauso können sie natürlich auch mit der ÖVP Dinge verhindern.“   Die Grünen selbst sehen ihre Situation nicht so euphorisch. „Vom designierten Bürgermeister wissen wir noch nicht, was er uns geben will. Uns stehen zwar zwei Stadträte zu, aber der Bürgermeister teilt bekanntlich die Ressorts zu“, sagt Grünen-Chefin Sandra Schoch (49). Interesse zeigen die Grünen für die Bereiche Umwelt, Klima, Energie, Integration, Frauengleichstellung, Stadtplanung und Mobilität.