Gericht: Schuldeneintreiber des Raubes angeklagt

25-jähriger Gärtner und sein 28-jähriger Kumpel sollen Opfer mit Messer bedroht haben.
Feldkirch Die Vorwürfe gegen die zwei mehrfach Vorbestraften wiegen schwer. Doch beide streiten beim Prozess am Landesgericht Feldkirch ab, ein unschuldiges Opfer im April in Hard ausgeraubt zu haben. Der Erstangeklagte kennt das angebliche Opfer seit Kindestagen, sie seien immer Freunde gewesen, behauptet er. Er könne sich nicht erklären, warum der andere plötzlich solche Dinge über ihn erzähle. Was das Opfer dazu sagt, bleibt vorerst unklar, denn zu Gericht kam es nicht, es hat offenbar Panikattacken. Die hatte der junge Mann schon vorher, bestätigen Freunde, ob er je vor Gericht erscheinen können wird, ist fraglich. Er gerät schnell in Unruhe, wird nervös und ist unter Umständen nicht in der Lage, eine gerichtliche Zeugeneinvernahme durchzustehen, selbst wenn sie schonend erfolgt.
Casinogewinn
Das Opfer, so machte es jedenfalls bei Kollegen die Runde, hatte im Casino gewonnen. Und das nicht zu knapp. 50.000 Euro sollen es gewesen sein, der Unterländer sei somit wohlhabend. Jedenfalls, so die Anklage, hätten sich die beiden Angeklagten auf den Weg zu dem Glückspilz gemacht.
Im April hätten sie ihn am Nachmittag in dessen Wohnung in Hard aufgesucht und ihn aufgefordert, 2000 Euro rauszurücken. Als der mutmaßliche Gewinner das Geld nicht bar hatte, hätten sie ihn aufgefordert, es beim Bankomaten zu versuchen. Doch zwei Versuche scheiterten, nur 30 Euro waren in der Brieftasche. Mit einem Messer unter Druck gesetzt, habe der Bedrohte dann angeboten, seine angeblich gerade vom Casinogewinn angeschaffte Uhr, die 2200 Euro wert sei, herauszurücken. Nach dem Vorfall sprach das mutmaßliche Raubopfer mit zwei Freunden.
Völlig aufgelöst
„Er sagte, dass er ausgeraubt wurde. Und er war ziemlich in Panik“, berichten zwei Bekannte des Opfers. Die beiden Angeklagten schildern alles ganz anders. Das Messer sei nur ins Spiel gekommen, weil der Zweitangeklagte, der türkischer Abstammung ist, mit rassistischen Sprüchen beleidigt wurde. Von Raub keine Rede. Im Übrigen habe man nur vom Opfer geschuldetes Geld eintreiben wollen, von Bereicherung also keine Spur. Beide Verteidiger wollen das „Opfer“ aussagen sehen, jetzt bleibt abzuwarten, ob dies möglich ist. In einem knapp halbstündigen Gespräch versuchte die Richterin bereits, den jungen Mann zu Gericht zu bewegen, doch er scheint psychisch nicht in der Lage, diesem Druck standzuhalten. Der Prozess wurde vertagt. Die Angeklagten bleiben weiterhin in U-Haft.