Dreieinhalb Jahre Haft für Autoknacker

Vorarlberg / 31.07.2020 • 08:00 Uhr
Dreieinhalb Jahre Haft für Autoknacker
Der Angeklagte vor dem Verhandlungssaal. Das Urteil wird ihn mehrere Jahre seiner Freiheit kosten. ECKERT

25-jähriger Tschetschene brach in zwei Jahren in 42 Pkw ein.

Feldkirch Der 25-Jährige, der seit einiger Zeit in Österreich nurmehr „geduldet“ wird, weil ihm der Asylstatus bereits aberkannt wurde, hat eine ganze Liste von Autoeinbrüchen zu verantworten. Immer wieder brach er in Fahrzeuge ein, die auf Parkplätzen oder in Tiefgaragen abgestellt waren. Der Sachschaden, Lackkratzer und zerbrochene Scheiben, beläuft sich auf über 25.000 Euro. Dazu kommen gestohlenes Geld und Wertgegenstände, was nochmals mindestens 10.000 Euro ausmacht. Zu den einzelnen Fakten kann er sich bei der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch kaum mehr erinnern, was kein Wunder ist. Doch zum Teil wurde er gefilmt, zum Teil wurden Spuren gesichert oder Diebsbeute in seiner Unterkunft aufgefunden. Sein Handy war bei Tatorten eingeloggt und zum Teil ist er auch geständig. Anwalt Klaus Amann setzt sich als Verteidiger für den jungen Mann ein und betont, dass der Drogenkonsum das Leben seines Mandanten bestimme. Und dieser Konsum brauchte Geld, viel Geld. Die Palette des Konsums ist breit und reichte bis zu Kokain und Heroin. 

Keine Chance auf Geld

Einige der Geschädigten sind erschienen und möchten dem Verfahren zuhören. Sie legen Rechnungen und Bestätigungen vor, viele Ansprüche sind eindeutig belegt. Andere verzichten von vornherein auf die Geltendmachung, denn sie wissen, dass der Mann nie zahlen wird können. Er ist arbeitslos, drogenabhängig, wird ziemlich sicher abgeschoben und hat bereits eine Menge finanzieller Verpflichtungen. Rund 10.000 Euro spricht die vorsitzende Richterin Versicherungen und Privaten zu, zumindest existiert ihre Forderung nun 30 Jahre lang als Exekutionstitel. Ob das in diesem Fall weiterhilft, ist mehr als fraglich. 

Wachkoma

Doch der zweite Strafantrag ist hinsichtlich der Auswirkungen der Straftat noch viel dramatischer. Der 25-Jährige verursachte Anfang Jänner mit einem 22-jährigen Landsmann in Dornbirn mit dem Auto einen Verkehrsunfall. Der Lenker stand unter Drogen, war ohne Führerschein und zu schnell unterwegs. Er bog links ab, geriet ins Schleudern und prallte gegen einen Baum. Er selbst wurde nur leicht verletzt. Seinen Bekannten erwischte es weit schwerer. Der junge Mann liegt im Landeskrankenhaus Rankweil im Wachkoma. Wie weit er sich erholen wird, ist fraglich. Sicher ist, er wird für immer ein Pflegefall bleiben. Opferanwalt Stefan Denifl erreicht, dass dem Patienten 10.000 Euro Teilschmerzensgeld zugesprochen werden. Doch auch diese Forderung wird eine auf dem Papier bleiben. Die Gesamtstrafe für den Unfall und die vielen Einbruchsdiebstähle: dreieinhalb Jahre Haft. Dabei ist der Widerruf einer noch offenen Haft inkludiert. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.