Corona hat Verkehr mächtig ausgebremst

Bis zu 96 Prozent weniger Kraftfahrzeuge auf der A14 auf dem Höhepunkt der Krisenzeit.
SCHWARzaCH Mitte März ist Österreich und mithin auch Vorarlberg durch die Coronakrise gleichsam stillgelegt worden. Das hat sich auch im Straßenverkehr und vor allem auf den Autobahnen bemerkbar gemacht: Auf der A14, die durchs Rheintal sowie durch den Walgau führt, wurden um bis zu 96 Prozent weniger Fahrzeuge gezählt. Das ist der Asfinag-Statistik zu entnehmen.
Die stärksten Einbrüche gab es an Sonn- und Feiertagen sowie in Grenznähe: Wurden im April vorigen Jahres bei Hörbranz durchschnittlich 34.955 Kraftfahrzeuge gezählt, so waren es heuer lediglich 1464, oder nicht mehr 24 Fahrzeuge pro Minute, sondern nur ein einziges. Die Erklärung dafür ist naheliegend und wird von Asfinag-Sprecher Christoph Pollinger bestätigt: Zum einen waren die Grenzen für den Autoverkehr mehr oder weniger dicht; zum anderen gibt es an Wochenenden ganz grundsätzlich weniger Schwerverkehr.
Hörbranz ist so gesehen ein Extremfall. Auch in Wolfurt-Lauterach, Feldkirch und Bludenz ist das Verkehrsaufkommen an Sonntagen in der Covid19-Shutdown-Phase um 73 bis 80 Prozent zurückgegangen. Werktags waren die Einbrüche nicht ganz so eklatant. Von Montag bis Freitag wurden bei Feldkirch heuer im April durchschnittlich 17.648 Fahrzeuge gezählt. Das waren um 50 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Gut für die Umwelt
Bei Autos bzw. Fahrzeugen mit bis zu dreieinhalb Tonnen Gesamtgewicht war der Rückgang mit 53 Prozent stärker als bei Lkw bzw. Schwerlastfahrzeugen; bei ihnen belief sich das Minus nur auf 18 Prozent. Kein Wunder: Betriebs- und Transitverkehr ist möglich geblieben, und zwar auch grenzüberschreitend. Für die Umwelt war die Entwicklung gut, für die Asfinag als Straßenerhalterin weniger: Man gehe von einem Mindererlös von 464 Millionen Euro im gesamten Jahr aus, berichtet Pollinger. Nachsatz: Trotzdem werde man eine Milliarde in bauliche Verbesserungen investieren.
Ein bisschen geht es inzwischen ja schon zurück in Richtung gewohnter Normalität: Schon jetzt nehme das Verkehrsaufkommen wieder zu, so Pollinger gegenüber den VN: „Bundesweit zeigt sich sowohl beim Schwerverkehr als auch beim Autoverkehr ein Aufwärtstrend.“ Aktuell liegt das Minus in den beiden Bereichen nur noch bei zwölf bzw. 22 Prozent. Beim Verkehrsclub Österreich (VCÖ) sieht man das nicht unkritisch. Die Regierung strebe eine klimaneutrale Republik an, erläutert VCÖ-Sprecher Christian Gratzer. „Daraus ergibt sich, dass die Verkehrsbelastung künftig deutlich unter jener der Vor-Coronazeit liegen muss.“ Erreichbar sei dies nur mit einem verstärkten Ausbau der Bahn, die gerade auch auf der Fernstrecke in Konkurrenz zur Autobahn steht.