Eigene Drive-in-Teststation für Tourismusmitarbeiter im Montafon

Vorarlberg / 24.05.2020 • 17:45 Uhr
<span class="copyright">VN/Lerch</span>800 Mitarbeiter sollen pro Woche im Montafon - im Bild Schruns - getestet werden.
VN/Lerch800 Mitarbeiter sollen pro Woche im Montafon - im Bild Schruns - getestet werden.

Coronatests für Tourismusmitarbeiter im Montafon starten ab Freitag. Nenzing und Lustenau seit Samstag coronafrei.

Feldkirch, Schruns Um die Ausbreitung des Coronavirus weiter in Schach zu halten, sollen österreichweit ab Juli 65.000 Mitarbeiter im Tourismus wöchentlich auf das Coronavirus getestet werden. Ab Freitag startet in einer ersten Phase der Testbetrieb in fünf Pilotgebieten. Neben den Regionen Wilder Kaiser (Tirol), Wachau (Niederösterreich), Spielberg (Steiermark) und Wörthersee (Kärnten), fiel die Wahl auch auf das Montafon. Diese wurden laut Tourismusministerium nach geografischen und wirtschaftlichen Kriterien ausgewählt, um die Testlogistik für den Vollbetrieb erproben zu können.

Manuel Bitschnau (45), Montafon Tourismuschef, begrüßt die geplanten Massentests: „Wir haben uns aktiv als Pilotregion beworben, um den Gästen, aber auch den Mitarbeitern, ein positives Gefühl zu vermitteln.“ Bereits im Vorfeld habe man bei den Hotels nachgefragt, die Reaktionen seien durchwegs positiv gewesen. „Vereine und andere Betriebe, die gerne freiwillige Coronascreenings durchführen wollen, haben ebenfalls angefragt“, unterstreicht der Tourismuschef im VN-Gespräch. Markus Kegele, Spartenobmann für Tourismus in der Vorarlberger Wirtschaftskammer, sieht in den Tests ebenso ein positives Signal nach außen.

Eigene Drive-in-Teststation

Zunächst sollen vorrangig Mitarbeiter mit direktem Kundenkontakt, etwa im Service oder an der Rezeption, getestet werden. Einmal pro Woche sollen die Mitarbeiter gestaffelt in einer eigens im Montafon errichteten Corona-Drive-in-Teststation des Roten Kreuzes getestet werden. Roland Gozzi (62), Landesgeschäftsführer des Roten Kreuzes, rechnet mit 800 Mitarbeitern pro Woche, die gescreent werden. Voraussichtlicher Standort der Teststation wird Schruns sein. „Die Mitarbeiter werden gestaffelt getestet, um den Betrieb aufrechtzuerhalten“, erklärt Bitschnau. Nähere Informationen über den Ablauf sollen die Verantwortlichen diese Woche erhalten.

Keine Verpflichtung für Mitarbeiter

Verpflichtung für einen Covid19-Test gibt es für die Mitarbeiter nicht. Aber: „Natürlich macht das Ganze keinen Sinn, wenn sich nur drei Mitarbeiter eines Hotels testen lassen“, betont Gozzi. Die Betriebe, die sich an der Aktion beteiligen, sollen eine Kennzeichnung erhalten, aus der ersichtlich wird, dass die Mitarbeiter in diesem Betrieb regelmäßig getestet werden. Auch Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher (47) sieht die geplanten Massentests  positiv, um Vorarlberg als sicheres Urlaubsland zu positionieren. Wichtig sei, dass die vom Roten Kreuz durchgeführten Covid-19-Tests in die Untersuchungen des Landes hineinfallen, um etwa Kontaktpersonen zu ermitteln.

Die Anzahl der Testregionen soll österreichweit bis zum Vollbetrieb Anfang Juli schrittweise erhöht werden. Die Kosten sollen vom Bund getragen werden.

Weichenstellung für Lockerungen

In Vorarlberg sind noch 16 Menschen an Covid-19 erkrankt. Lustenau und Nenzing sind seit Samstag coronafrei. Die Ergebnisse des freiwilligen Screenings der Lehrer der Volksschule in Bregenz, an der vergangene Woche zwei Kinder positiv getestet wurden, sollen heute vorliegen.

Mit 50 Neuinfektionen und einer Tagessteigerung um 0,30 Prozent ist die Lage auch österreichweit seit vier Wochen auf konstantem Niveau. In Österreich sind mit dieser konstanten Entwicklung auch die bisherigen Öffnungsschritte am 14. April und am 1. Mai problemlos verkraftet worden.

Bis zum 10. Juni sollen die langfristigen Weichenstellungen für die Lockerungen erfolgen. Am Montag (25. Mai) wird die Verordnung für den nächsten Öffnungsschritt am Freitag präsentiert.