Besuchsverbot auf der Onkologie

Eingeschränkter Betrieb im LKH Bludenz nach Coronavirus-Infektion.
bludenz Als angespannt, aber lösbar bezeichnete Landeshauptmann Markus Wallner die Situation im Landeskrankenhaus Bludenz, wo, wie die VN bereits berichteten, ein OP-Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet wurde. 42 Kontaktpersonen wurden für zwei Wochen nach Hause geschickt, der Spitalsbetrieb kann trotzdem zumindest in eingeschränkter Form weitergeführt werden. “Das Gesundheitswesen ist besonders verwundbar. Wir müssen darauf achten, dessen Funktionsfähigkeit zu erhalten”, betonte Wallner.
Fünf Notfallszenarien
Es gibt für den Fall des Ernstfalls entsprechende Notfallszenarien der Stufen 1 bis 5. “Wir sind für alle vorbereitet”, versicherte Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher. Bei den Stufen 1 bis 3 sei das Land gut aufgestellt, für die Szenarien vier und fünf braucht es laut Rüscher noch Bestellungen und Ankäufe, aber: “Die sind alle getätigt.” Näher wollte sie auf die hohen Stufen der Notfallpläne noch nicht eingehen. Was das Landeskrankenhaus Bludenz betrifft, wurde der OP-Betrieb praktisch ein- bzw. auf Notfallbetrieb umgestellt. Bis einschließlich 19. März werden allen geplanten Eingriffe abgesagt, bis 17. März sind auch endoskopische Eingriffe auf Eis gelegt, außer, es handelt sich um einen dringlichen Fall. “Die Patienten sind vom Krankenhaus bereits kontaktiert worden”, sagte Rüscher. Ab Montag unterstützt das LKH Feldkirch durch die Übernahme von Operationen aus Bludenz. Patienten, die in letzter Zeit im LKH Bludenz behandelt wurden und sich aufgrund der aktuellen Ereignisse nun Sorgen machen, können sich bei der Gesundheitsberatung 1450 melden.
Urlaubssperren verhängt
Nicht alle Kontaktpersonen des infizierten OP-Mitarbeiters müssen tatsächlich das Haus hüten. Einige von ihnen unterliegen lediglich einer Verkehrsbeschränkung, das heißt, sie dürfen sich frei bewegen, aber eben nicht an ihrem Arbeitsplatz erscheinen. Für die Mitarbeiter aller Landeskrankenhäuser gilt überdies eine Urlaubssperre. Wie Martina Rüscher auf VN-Anfrage bestätigte werden aus Sicherheitsgründen auch die Besuche im Spital stark eingeschränkt. Auf der Onkologie gilt ab sofort ein komplettes Besuchsverbot. Derzeit sind 15 positiv getestete Personen und 44 Kontaktpersonen in Absonderung, bis heute, Donnerstag, könnten es schon 150 bis 200 sein.