Gelassenheit in den Öffis

Vorarlberg / 10.03.2020 • 21:30 Uhr
Am Busplatz am Bahnhof Feldkirch ist alles "wie immer". Auch an der Baustelle für das Bahnhofsviertel wurde am Dienstagnachmittag unverändert gearbeitet. <span class="copyright">VN/Schweigkofler</span>
Am Busplatz am Bahnhof Feldkirch ist alles "wie immer". Auch an der Baustelle für das Bahnhofsviertel wurde am Dienstagnachmittag unverändert gearbeitet. VN/Schweigkofler

Bisher wirkt sich das Coronavirus nicht auf die Fahrgastzahlen aus. Maßnahmen laufen vor allem im Hintergrund.

Feldkirch Am Dienstagnachmittag in einem Feldkircher Stadtbus auf dem Weg zum Bahnhof. Der Bus ist gut gefüllt, die Menschen wirken nicht aufgeregt. Einzig am Bildschirm prangt es: Corona. Auf dem Infoscreen werden nämlich die vom Land Vorarlberg empfohlenen Hygienemaßnahmen beworben. Abgesehen davon, alles wie immer.

Im Bus ist Corona kein Thema - außer am Infoscreen, auf dem über Hygiene-Maßnahmen informiert wird. <span class="copyright">VN/Schweigkofler</span>
Im Bus ist Corona kein Thema - außer am Infoscreen, auf dem über Hygiene-Maßnahmen informiert wird. VN/Schweigkofler

Auch am Bahnhof Feldkirch herrscht geschäftiges Treiben. Er wird im Schnitt jeden Tag von 13.500 Personen frequentiert und ist damit die Drehscheibe im Öffentlichen Verkehr Vorarlbergs. Maria, eine Pensionistin aus Klaus steht mit dem Rollkoffer in der Bahnhofshalle. Sie fahre in die Schweiz, das mache sie jede Woche, um bei der Enkelin zu „kindsen“. Sorgen mache sie sich keine, sie habe aber Desinfektionsmittel in der Handtasche und sei beim Händeschütteln zurückhaltender. In der Schweiz habe sie dagegen bereits vergangene Woche bemerkt, dass in den Öffis etwas weniger Menschen unterwegs seien.

Fahrgastzahlen unverändert

In Vorarlberg ist das noch nicht der Fall, so zumindest der Eindruck in Feldkirch. Das sieht auch Alfred Herburger (60), Geschäftsführer des Niggbus Rankweil so. Bisher seien die Fahrgastzahlen unverändert. Wobei man erst heute, Mittwoch, sehen werde, wie sich die doch massive Eskalierung der Maßnahmen auswirken würde. Sein Unternehmen, das viele Linien des Landbusses Vorderland, sowie des Stadtbus Feldkirch fährt, habe bisher vor allem interne Maßnahmen gesetzt. Das betreffe Hygienehinweise für das Personal, aber auch eine veränderte, intensivere Reinigung der Busse. Bisher würden die Fahrer aber noch Fahrkarten etc. verkaufen und stünden damit im engen Kontakt zu vielen Menschen.

Hier warte man ab, welche Maßnahmen seitens des Landes, bzw. des Verkehrsverbundes Vorarlberg, empfohlen würden: „Wir wollen hier keine isolierten Einzelmaßnahmen setzen“, meint er. Was das sein könnte, das zeigt sich in den Bussen von LieMobil sehen, die ebenfalls durch Feldkirch fahren: hier wird die Tür beim Fahrer nicht mehr geöffnet und der Ticketverkauf beim Fahrer ist eingestellt. Ein anderes Beispiel ist Wien: hier werden alle Türen in den Wiener Linien automatisch geöffnet – der Halteknopf muss also nicht mehr betätigt werden. Welche Maßnahmen der Verkehrsverbund setzen will, dazu äußersten sich die Verantwortlichen gegenüber den VN nicht: jegliche Kommunikation habe über das Land Vorarlberg zu erfolgen. Auf der Pressekonferenz des Landes erfährt man, dass die Öffentlichen Verkehrsmittel vom Erlaß betreff der maximalen Personenzahl bei Veranstaltungen ausgenommen sind. Bus und Zug sollen weiter normal verkehren.

Zurück am Bahnhof Feldkirch. Während im Bus auf Hygienemaßnahmen hingewiesen wird, sieht man im Bahnhofsgebäude keinen Hinweis zum Coronavirus. Man habe die Mitarbeiter auf Hygienemaßnahmen instruiert und würde auch Zuggarnituren zusätzlichen reinigen, erklärt ÖBB-Pressesprecher Christoph Gasser-Mair. Als Rückgrat des öffentlichen Verkehrs würden die Zug- und Busverbindungen aber aufrechterhalten werden.

Am Bahnsteig wartet Maria, dieses Mal aus Koblach, auf den Zug. Sie pendelt täglich zwischen dem Bahnhof Klaus und Feldkirch. Sie arbeite selber im Gesundheitsbereich und würde die üblichen Hygienemaßnahmen einsetzen. Im Zug achte man auch mehr aufeinander, berichtet sie. Insgesamt sieht sie aber keinen Grund zur Panik, es sei alles ruhig. „Zumindest noch“, schließt sie das Gespräch ab.