Dornbirner Jugendliche für Chancengleichheit und Mobilität

Vorarlberg / 27.02.2020 • 11:30 Uhr
Dornbirner Jugendliche für Chancengleichheit und Mobilität
Jugendworkshop für Mitgestaltung von Dornbirn. LAG

Wichtig sind jungen Menschen auch Info-Möglichkeiten und Jugendeinrichtungen.

dornbirn Ideen zur Gestaltung ihrer Zukunft entwickelten 94 Jugendliche bzw. Schülervertreter einen Tag lang im Rathaus Dornbirn. Die Grundlage für diesen Workshop bildeten die Ergebnisse einer Jugendstudie, welche vom Verein JugenDornbirn gemeinsam mit der Fachhochschule Vorarlberg durchgeführt wurde. Die für die Jugendlichen derzeit relevantesten Anliegen berühren demnach die Themenbereiche „Gleichberechtigung und Chancengleichheit, Mobilität und Reisen sowie Jugendeinrichtungen und Jugendorganisationen“. Auf dieser Basis soll nun die Dornbirner Stadtpolitik im Jugendbereich ausgerichtet werden.
Die Dornbirner Jugendlichen legen der Stadtpolitik insbesondere den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs ans Herz. Wichtig ist ihnen der Ausbau des Bussystems in Dornbirn mit mehr Linien und mehr Möglichkeiten in der Nacht. Ein weiteres Anliegen sind die Verbindungen in die Skigebiete sowie Gratisschulbusse. Aber auch das Veranstaltungs- und Informationsangebot dürfe nicht zu kurz kommen. Auf- oder ausgebaut werden sollte demnach unter anderem das Nachhilfeprojekt „Jugendliche helfen Jugendlichen“. Die Vernetzung zwischen Jugendhäusern und anderen Einrichtungen, die Möglichkeit zur Mitgestaltung von Freiräumen oder Plätzen sowie das Angebot an Jugendcafés und öffentlichen Toiletten lasse ebenfalls noch zu wünschen übrig. Über all das könnte eine App informieren.

Für mich war der Workshop eine tolle Chance, meine eigenen Ideen einzubringen und so anderen Leuten helfen zu können.

Janine Nussbaumer, 15 Jahre, Dornbirn

„Die Ergebnisse dieses Workshops und der Jugendstudie bilden jetzt die Grundlage für die Entwicklung eines konkreten Umsetzungsplans der Stadt und ihrer Jugendpolitik“, sagt Jugendstadtrat Dr. Alexander Juen. Erweitert werden sollen auch die Angebote der Jugendorganisationen im Bereich der Vermittlung von Politikwissen. Denn dies wirkt sich laut Studie auf mehreren Politikfelder positiv aus. So besteht ein Zusammenhang zwischen der Zufriedenheit mit dem Angebot von „JugenDornbirn“ auf Instagram oder Facebook und einer demokratie- und politikfreundlichen Einstellung. Das würde wesentlich das Vertrauen in gesellschaftliche Institutionen stärken sowie zu einer toleranten Einstellung und zum Wohlgefühl und zur Zufriedenheit mit der Lebensqualität beitragen.

Ich wollte immer schon bei der Stadt Dornbirn mitreden, deshalb war der Workshop eine tolle Möglichkeit. Persönlich nehme ich einiges mit.

Romea Bas, 14 Jahre, Dornbirn

„Der Workshop und die Studie bekräftigen uns in unserem Anliegen, die Vermittlung von politikbezogenem Wissen schulisch und außerschulisch zu verstärken“, sagt der Obmann des stadtnahen Vereins „JugenDornbirn“, Christian Weiskopf. Die Ergebnisse geben vor, dass folgende Top-Themen in der Jugendarbeit bis 2025 prioritär aufzugreifen sind: Mobilität, Gleichberechtigung und Chancengerechtigkeit, Wohnung und Unterkunft, Arbeit und Beruf sowie Gewalt. Beeindruckt vom Interesse und dem Engagement der Jugendlichen zeigte sich auch die Leiterin des Workshops im Rathaus, ­Elisabeth Bischof: „Es war schön zu sehen, dass die Jugendlichen es als Wertschätzung erlebten, sich erneut mit der Jugendstudie auseinanderzusetzen. Sie nutzen die Chance mit reger und enthusiastischer Beteiligung.“ lag