Raub im Table-Dance-Milieu

Junge Rumänin zu 15 Monaten teilbedingter Haft verurteilt.
Feldkirch Alle drei beteiligten Damen arbeiteten bis im Jänner dieses Jahres in einem Table-Dance-Lokal in Dornbirn. Im Lokal Kolleginnen, in der Wohngemeinschaft offenbar Feindinnen. Am achten Jänner geriet sich das rumänische Trio jedenfalls in die Haare. Die Angeklagte filmte den Vorfall sogar mit ihrem Handy. Aus ihrer Sicht gibt das wenig Sinn, denn sie lieferte damit der Staatsanwaltschaft – offenbar unabsichtlich – den Beweis, dass die Schlägerei von ihr ausging. Die 20-jährige muskulöse Frau schenkte nämlich den anderen zwei Kolleginnen ordentlich ein. Hintergrund waren angeblich 80 Euro, die von einer der beiden anderen zu Unrecht einbehalten worden seien.
Selbstjustiz
Die Angeklagte sagt bei der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch, dass sie sich „ihren Lohn“ zurückholen wollte. Der Chef hatte das Geld der anderen ausgehändigt, um die 80 Euro weiterzuleiten, was offenbar unterblieb. Das ließ sich die 20-Jährige nicht gefallen. Außerdem habe ihre Kollegin zu einem Gast gesagt, er könne die Angeklagte ruhig betatschen, überhaupt mit ihr machen, was er wolle. Auch dafür war Rache angesagt. Jedenfalls trat, schlug und kratzte die Angeklagte die eine Tänzerin und die zweite, die schlichten wollte, bekam ebenfalls einiges ab. Letztere wurde leicht verletzt. Festgehalten wurde der Tumult in der Tänzerinnen-WG auf dem Handyvideo.
Zeuginnen heimgefahren
Die zwei attackierten Rumäninnen sind längst wieder nach Hause gereist. Die 20-Jährige sitzt hingegen seit dem achten Jänner in Untersuchungshaft. Ein Umstand, den sie offenbar nur schwer verkraftet. Von Beginn bis zum Ende der Verhandlung schluchzt sie, schlägt sich die Hände vor den Kopf, wimmert und jammert in einem fort. Erklärungen und Ausführungen der Richterin erreichen sie kaum. Wegen des Raubes, des Handgemenges und der Beschädigung eines Handys gibt es 15 Monate, fünf davon unbedingt. Dabei hat sie wiederum gute Chancen auf Entlassung nach der Hälfte. Somit ist sie in rund einem Monat wieder auf freiem Fuß.
Schnelle Justiz
Lob für Richterin Sabrina Tagwercher und Staatsanwalt Simon Steixner gibt es seitens der Verteidigung. Rechtsanwältin Dietlind Hügel ist froh, dass das Verfahren ihrer Mandantin so rasch erledigt werden konnte. Der Vorfall war am achten Jänner – Prozess eineinhalb Monate später – das ist wirklich schnell. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig.