Gericht: Angeklagt des Verbrechens der Vergewaltigung

33-Jähriger soll sich an Frau vergangen haben, weist jedoch jede Schuld von sich.
Feldkirch „Ich bin ein Mensch, der nie aufgibt, der stark bleibt“, sagt der Angeklagte bei der Verhandlung am Montag am Landesgericht Feldkirch. Eine schlimme Vergangenheit in Deutschland sei es gewesen, ja, dann ein Zwischenaufenthalt in Italien und schließlich landete er in Vorarlberg. Hier wollte er ein neues Leben beginnen. „Nicht herumhängen auf der Straße, sondern arbeiten“, beteuert der Mann, der aus dem Nahen Osten stammt, seine damaligen Pläne.
„Mini-Job“ in Bar
Schon bald hatte er einen „Mini-Job“ als Abräumer in einer Bar gefunden. Dort traf er sie. Jene Vorarlbergerin, die heute behauptet, nach einigem Techtelmechtel sein Opfer geworden zu sein. Der 33-Jährige habe sie bei ihrem Besuch in seiner Unterkunft, einer Pension, an den Haaren gepackt, ihr die Hose heruntergezogen, sie auf das Übelste vergewaltigt und ihr danach „Jetzt verpiss dich!“ entgegengeschmettert. So erzählte es die Unterländerin ihrer Großmutter, die das als Zeugin vor Gericht bestätigt. Aber auch unmittelbar nach dem von ihr geschilderten Verbrechen, es war an einem frühen Oktobermorgen im Vorjahr, sagte sie es dem ersten Zeugen, der auf dem Weg zur Arbeit war und dem sie nach ihrer Flucht aus der Pension begegnete. „Die war total fertig und am Boden zerstört“, erinnert sich der Arbeiter vor Gericht. Er selbst hatte damals sofort telefonisch die Polizei alarmiert, die umgehend vor Ort erschien.
Handschellen angelegt
Einer jener Beamten sagt vor Gericht über das angebliche Opfer aus: „Sie musste sich beinahe übergeben, war völlig aufgewühlt und brachte keine richtigen Sätze hervor.“ Zudem hätte sich die Frau gewehrt. Vermutlich, weil sie wieder männlichem Kontakt ausgesetzt war, glaubt der Polizist. „Leider mussten wir sie mit Handschellen festnehmen, haben sie aber dann sofort einer weiblichen Kollegin zur Einvernahme übergeben.“
Der 33-jährige Beschuldigte selbst ist fassungslos ob dieser Vorwürfe. Denn seine Geschichte klingt anders – völlig anders.
„Es war einvernehmlich“
„Der Geschlechtsverkehr war einvernehmlich“, schwört er. Er habe die Frau schon seit Wochen gekannt, sie immer wieder getroffen und auch schon einmal mit ihr Sex gehabt. „Auch in jener Nacht.“ Auf die Frage des vorsitzenden Richters Martin Mitteregger, weshalb die Vorarlbergerin ihn denn plötzlich so belasten sollte, hat er keine Antwort. Nur so viel: „Ich sitze jetzt seit damals vier Monate in Haft. Und jeden Tag zerbreche ich mir den Kopf darüber, warum sie das getan hat. Ich kann es mir einfach nicht erklären!“
Nun folgt die kontradiktorische Einvernahme des angeblichen Opfers. Die Öffentlichkeit wird vom Prozess ausgeschlossen.