Erkundungsbohrungen für S 18 im Natura-2000-Gebiet abgeschlossen

Vorarlberg / 09.04.2019 • 17:30 Uhr
Erkundungsbohrungen für S 18 im Natura-2000-Gebiet abgeschlossen
Hektische Betriebsamkeit im Schweizer Ried bei Lustenau. Es wurden intensive Bohrungsarbeiten vorgenommen.VN/Steurer

Außerhalb der sensiblen Gebiete wird noch bis Ende Mai erkundet. Bisher gab es 125 Bohrungen.

Lustenau Das Schweizer Ried mit den sensiblen Naturschutzgebieten geht allmählich wieder vollständig an Flora und Fauna. Ende März wurden die Erkundungsbohrungen in den Natura-2000-Zonen abgeschlossen. Bis Ende Mai will die Asfinag mit sämtlichen Untersuchungen als Grundlage für die Planung einer Straßenvariante fertig sein.

125 Bohrungen schon gemacht

“Wir haben im bisherigen Verlauf der Bodenerkundungen 125 Bohrungen auf 7000 Metern Lauflänge durchgeführt”, berichtet Asfinag-Projektleiter Günther Fritz. Dabei wurden 124 Rammsondierungen und 52 Drucksondierungen durchgeführt. Im Natura-2000-Gebiet waren es 13 Kernbohrungen auf 650 Metern Bohrlänge. Es kam in diesem Zusammenhang zu drei Drucksondierungen und zwei Rammsondierungen.

Resümee der seit Anfang Oktober des vergangenen Jahres andauernden Arbeiten im Ried: “Wir erlebten keine Überraschungen. Das Riedgebiet Richtung Höchst verfügt über einen besseren Boden als die im Süden befindlichen Gründe, die auch im Natura-2000-Gebiet liegen”, hält Fritz fest. Unüberwindbare Hindernisse für den Bau einer Straße, auch im sensiblen Naturgebiet, sieht der Asfinag-Experte nicht. “Man kann jeden Grund mit entsprechenden technischen und finanziellen Mitteln baulich erschließen”, sagt Fritz.

Rekultivierung im Gang

In allen Zonen, in denen die Erkundungsuntersuchungen abgeschlossen sind, wurde bereits wieder mit der Rekultivierung der in Mitleidenschaft gezogenen Flächen begonnen. Dazu gehört das Aussäen zur Wiederherstellung von Grasboden. “Die Natur sollte dann mit dem Wachstum den Rest erledigen”, glaubt Fritz an eine hundertprozentige Wiederherstellung der ursprünglichen Verhältnisse. Davon ist auch Renate Pohl überzeugt, die als Expertin im Auftrag der Asfinag und der Behörde gemeinsam mit dem Rietmeister der Ortsgemeinde Au (CH) als Vertreter der Grundstücksbesitzer das betroffene Gebiet inspizierte. “Ich sehe die behördlichen Auflagen eingehalten”, sagt Pohl.

“Die Auflagen der Behörde bei den Erkundungsbohrungen wurden eingehalten.”

Renate Pohl, Ingenieurin

Entscheidungsgrundlagen

In der Vorbereitung auf die Schaffung der Grundlagen für die Planung der Entlastungsstraße sind jetzt wieder die Experten am Zug. “Alle Ergebnisse der Erkundungen werden jetzt genau geprüft”, erklärt Fritz das Prozedere. 15 Millionen Euro wurden in Planungsaufträge, inklusive der laufenden Bodenerkundungen, bereits investiert. Die Experten sollen bis 2020 ihre Empfehlungen dafür abgeben, ob nun die Z-Variante durchs Ried oder die CP-Variante (Ostumfahrung Lustenau) gebaut werden soll.

Bilanz Erkundungen Schweizer Ried

125 Bohrungen insgesamt bisher durchgeführt

7000 Meter Lauflänge

124 Rammsondierungen

52 Drucksondierungen

Natura-2000-Gebiet

13 Kernbohrungen

650 Meter Bohrlänge

3 Drucksondierungen

2 Rammsondierungen