Schwerer Ausraster beim “11er-Turnier“

Fußballer soll Gegner vorsätzlich mit voller Wucht getreten haben.
Feldkirch “Ich trete doch niemanden in den Rücken, der so alt ist wie mein Vater“, meint der 29-Jährige und kann sich ein Grinsen nicht verkneifen. Ende Juni gab es in Röthis ein Elfmeter-Turnier. Bei dem Fußball-Wettbewerb, bei dem der Sieger ausschließlich durch Elfmeterschießen ermittelt wird, meldeten sich mehrere Gruppen an. Fünf Tore standen nebeneinander. Es hatte an diesem Tag 39 Grad Celsius, allen war heiß und auch die Stimmung war offenbar aufgeheizt. Rassistische Äußerungen wie „Kanaken“ sollen gefallen sein, zudem floss reichlich Alkohol. Nach dem Spiel gab es noch ein Open-Air. Doch einer der Fußballer wird keine große Lust mehr gehabt haben, dieses zu besuchen. Er verließ den Platz mit zwei gebrochenen Rippen.
Nur gewehrt
Der Angeklagte, ein vierfach vorbestrafter Hohenemser, erzählt, wie es aus seiner Sicht abgelaufen ist. Man habe sich gegenseitig immer wieder provoziert, alle hätten keine Nerven mehr gehabt. Es gab Streit um Wertungen und Spielverlauf. Dann seien plötzlich mehrere Männer auf ihn zugelaufen. Er habe an der Hand einen Gips gehabt und sich in der Not nicht anders zu helfen gewusst, als die Gruppe von Männern, vor allem einen davon, mit dem ausgestreckten Bein von sich fernzuhalten. Der 59-Jährige sei total betrunken gewesen, darum sei er vermutlich umgefallen, nachdem er in das ausgestreckte Bein hineinlief. So sieht es jedenfalls der Angeklagte und ein paar von seinen Kollegen.
Ganz andere Version
Völlig im Gegensatz dazu schildert das Opfer den Vorfall. Es sei zu einem Streit gekommen. Zwei Männer hätten Bier direkt ins Gesicht geschüttet bekommen. Zudem sei der Angeklagte auf ihn zugerannt und habe ihm mit voller Wucht in den Rücken getreten, als er sich gerade das Bier aus den Augen rieb. Zwei Rippen waren gebrochen. Als Teilschmerzengeld will der Verletzte 500 Euro. Diese Version des Vorfalles bestätigt ebenfalls ein Zeuge und ein weiterer soll beim nächsten Mal geladen und gehört werden. Bis dahin bleibt der Fall wohl ungeklärt. Dem vierfach vorbestraften Mann droht im Falle einer Verurteilung ein Schuldspruch wegen schwerer Körperverletzung und Raufhandel. Im November wird der Prozess fortgesetzt.