Leidenschaft für Haariges

Michaela Plank widmet sich seit 39 Jahren Farben, Schnitten, Moden und Trends.
Fußach Klein, schlank, flink, und sie lacht gern – die Friseurmeisterin Michaela Plank. Wer in ihr Fußacher Studio kommt, der spürt: Hier wird nicht nur verschönert, sondern auch zugehört und verstanden. „Man muss Menschen mögen, sonst ist Friseur nicht der richtige Job“, ist Michaela überzeugt. Für sie gab es von Kindesbeinen an nur einen Berufswunsch – Friseurin. Als Kind färbte sie Puppenhaare mit Schuhcreme. Und Omas Kopf entkam der Friseurkunst der Enkelin auch nicht. Wo diese Leidenschaft wurzelt? „Ich weiß es nicht. Meiner Mutter waren und sind schöne Haare wichtig. Vielleicht daher.“

Zudem hatte die gebürtige Harderin nie Probleme, mit unterschiedlichen Charakteren klarzukommen. „Bis unser Haus in Fußach fertig war, sind wir mehrfach umgezogen. Es ist mir immer leicht gefallen, neue Freunde zu finden“, erzählt Michaela. Nach der Schulzeit begann das Mädchen seine Lehre im Höchster Salon von Edmund Herburger, „einem der besten Lehrmeister“. Er erkannte das Talent und die Leidenschaft der Auszubildenden. „Edmund hat mich gefordert und gefördert. Sehr schnell durfte ich direkt an der Kundschaft arbeiten.“
Frühe Entscheidung
Im zweiten Lehrjahr teilte sie ihrem Chef mit, dass sie einen eigenen Salon eröffnen wollte. „Mein Vater wusste um meinen Wunsch, irgendwann selbstständig zu arbeiten, und machte mich auf den Bau eines Wohn- und Geschäftshauses in Fußach aufmerksam, in dem es entsprechende Räume gab. Die Lage war top und ich total begeistert“, erinnert sie sich. Der Chef war nicht verärgert, sondern unterstützte den ehrgeizigen Lehrling. „Er war ein fairer, geradliniger Mann. Edmund half mir bei vielen Dingen, die vor einer Meisterprüfung zu erledigen sind.“

Mit 21 Jahren hatte Michaela den Meisterabschluss in der Tasche und eröffnete wenige Monate später ihren Friseursalon direkt an der Landstraße von Fußach nach Höchst. Neben ihren Eltern war in dieser Zeit stets Walter an ihrer Seite. Den Bregenzer hatte sie 16-jährig, während eines Grillfestes bei Bekannten der Eltern, kennengelernt. Liebe auf den ersten Blick. Sie war 17, als sie mit ihm das erste Mal gemeinsam in den Urlaub fuhr. Zwei Jahre später heiratete sie den fünf Jahre älteren Lokführer. „Mein Mann hat mit seinem Eisenbahnergehalt bei der Kreditaufnahme für mich gebürgt, sonst hätte ich den Salon gar nicht eröffnen können. Fest unterstützt hat er mich in allen Belangen, etwa wenn ich Weiterbildungskurse oder Messen besucht habe“, erzählt die Fußacherin.
Seit 39 Jahren steht die 60-Jährige nun im Salon, hantiert mit Fön, Schere und Farbe, hat viele Lehrlinge ausgebildet und Prüfungen abgenommen. Viele interessante Menschen hat sie kennengelernt. Einer ihrer Kunden war beispielsweise Bela Rabelbauer. Der zumeist in Fußach lebende Mann war unter anderem Anfang der 1980er Jahre in eine aufsehenerregende Parteispendenaffäre verwickelt und wurde als „Mann mit dem Koffer“ bekannt. Auch so manche skurrile Geschichte kennt Michaela, jedoch: „Was gesprochen wird, bleibt im Salon.“

Ihre Berufswahl und die Entscheidung für den eigenen Salon hat sie nie bereut. Auch, weil sich die Friseurmeisterin ihre Kundschaft aussuchen kann. „Das Schöne am Job ist außerdem, dass man neben den Arbeiten einiges an psychologischen Fähigkeiten entwickelt“, sagt sie und lacht.
2026 wird sie Pensionistin. Sie weiß noch nicht, ob sich eine Nachfolgerin findet. Sie weiß aber, dass sie mit Walter einer gemeinsamen Leidenschaft nachgehen will: Reisen. Und da sein, wenn ihre Eltern oder Sohn Pius ihre Unterstützung benötigen. JH
ZUR PERSON
MICHAELA PLANK
GEBOREN 14. 5. 1965 in Hard
WOHNORT Fußach
FAMILIENSTAND verheiratet, einen Sohn (Pius, 25)
BERUF Friseurmeisterin und Perückenmacherin
HOBBY Reisen, Schwimmen, Laufen