Arbeitslose Familienväter wurden kriminell: Lange Haftstrafen für Einbrecherduo

VN / 18.07.2025 • 13:31 Uhr
Gericht
Die beiden Angeklagten müssen für mehrere Jahre ins Gefängnis. Eckert

Innerhalb von fünf Tagen suchten zwei Männer mehrere Wohnhäuser heim.

Feldkirch Der Erstangeklagte beim Prozess am Landesgericht Feldkirch stammt, so wie sein Komplize, aus dem Kosovo, doch er ist mittlerweile Österreicher, hat hier sechs Kinder, arbeitete als Zustellfahrer und ist seit einem Jahr arbeitslos. 100.000 Euro Schulden sind noch offen. Drei einschlägige Vorstrafen säumen den Weg des Alkohol- und Drogenabhängigen.

Sein ebenfalls arbeitsloser Kollege bringt es auf 30.000 Euro Schulden und war bislang unbescholten. Er ist vierfacher Vater und hat Automechaniker gelernt. Gemeinsam gingen die beiden Männer Anfang des Jahres auf Einbruchstour. Vom 23. bis 28. Jänner suchten sie mehrere Wohnhäuser heim, vor allem im Großraum Bregenz.

25.000 Euro Schaden

In Kennelbach wurde ebenso eingebrochen wie im Vorkloster oder in der Gemeinde Höchst. Wann die Einbrüche genau erfolgten, ließ sich zum Teil zeitlich gar nicht mehr einordnen. Jedenfalls stiegen sie meist über Fenster oder Türen in die Gebäude ein. Zum Teil mit einer Leiter, zum Teil ebenerdig. Bei einem Gebäude erbeuteten sie kaum etwas, beim anderen dafür Schmuck im Wert von 9500 Euro.

Die Männer bestreiten vor Gericht, dass der Wert stimmen kann. Als der dreifach Vorbestrafte hört, dass unter anderem Perlenkette, Goldkreolen, Goldringe, Uhren und weitere Stücke abhandenkamen, meint er: “Dann muss mich mein Komplize beschissen haben”. Die Besitzerin hat jedoch den Schmuck schätzen lassen, beziehungsweise konnte sie die Rechnungen vorlegen. Daraus ergibt sich der Wert ziemlich genau. Der Schmuck ist weg. Das Geld haben die Männer, angeblich beide drogen- und alkoholsüchtig, längst durchgebracht.

Ins Desaster abgeschlittert

Der Erstangeklagte erzählt, wie er einst Pizzeriabesitzer war, dann aber ins finanzielle und private Desaster schlitterte. Jetzt habe er den Baggerführerschein gemacht, weil es am Bau immer Arbeit gebe und er den Schaden wieder gutmachen will. Er wurde bereits dreimal verurteilt, war zweimal in Haft, 16 Monate Bewährungsstrafe sollten ihn vor weiteren Straftaten abhalten. Doch alles nutzte nichts und so muss er sich nun mit fünf Jahren Gefängnis abfinden. Sein bislang unbescholtener Kollege muss für zwei Jahre hinter Gitter. Geschnappt hat man das kriminelle Duo auf frischer Tat. Nachbarn hatten die beiden beobachtet, wie sie in ein Haus einzusteigen versuchten. Schuhspuren und DNA-Nachweise lieferten weitere Beweise. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.