Lauterach: einmütiger Start in herausfordernde Funktionsperiode

VN / 15.04.2025 • 16:20 Uhr
„Wir schaffen das nur gemeinsam!“: Diesmal konnte Bürgermeister Elmar Rhomberg die Amtsperiode seines neuen Vorstand gutgelaunt symbolisch einläuten (v. l.): Walter Pfanner, Sanda Alibegovic, Violetta Giselbrecht, Sabine Kassegger, Petra Dressel, Mathias Österle und Thomas Ölz. Geblieben ist die Zusammensetzung – vier Frauen, drei Männer. STP
Diesmal konnte Bürgermeister Elmar Rhomberg die Amtsperiode seines neuen Vorstand gutgelaunt symbolisch einläuten (v. l.): Walter Pfanner, Sanda Alibegovic, Violetta Giselbrecht, Sabine Kassegger, Petra Dressel, Mathias Österle und Thomas Ölz. Geblieben ist die Zusammensetzung – vier Frauen, drei Männer. STP

Dankbarer Appell von Bürgermeister Elmar Rhomberg an das neu formierte Gemeindeparlament.

Lauterach Wahlkampf war gestern – jetzt stellt man sich wieder mit vereinten Kräften den großen Herausforderungen, die auf alle politischen Entscheidungsträger – neben Bund und Land auch in der Gemeinde – warten, gab der seit 2004 amtierende Gemeindechef Elmar Rhomberg bei der konstituierenden Sitzung des neuen Gemeindeparlaments die Devise aus. Dabei richtete sich sein dankbarer Appell nicht nur an die zehn Frauen und acht Männer seiner Fraktion, sondern an alle angelobten Mitglieder und Ersatzmitglieder, denn eine gedeihliche Entwicklung der Gemeinde und der Gesellschaft schaffe man nur gemeinsam. Auffallend: Lauterachs Gemeindeparlament ist weiblicher geworden – waren 2020 zwölf Frauen in diesem Gremium, so steigerte sich dieser Anteil nun auf 14. „Wir reden nicht über Gleichberechtigung, im Rathaus leben wir sie“, so Bürgermeister Rhomberg.

Zuvor spielte die Lauteracher Musik unter Leitung von Thomas Jäger den Marsch Gruß an Lauterach, komponiert von Ehrenmitglied Lukas Rüdisser und erst zum zweiten Mal aufgeführt.
Zuvor spielte die Lauteracher Musik unter Leitung von Thomas Jäger den Marsch Gruß an Lauterach, komponiert von Ehrenmitglied Lukas Rüdisser und erst zum zweiten Mal aufgeführt. stP

Schlimmer als 2020?

Nur kurz war bei der „Konstituierenden“ der Rückblick auf das Szenario nach der Wahl 2020 – damals coronabedingt vom Frühjahr in den Herbst verschoben. Die Sitzung fand in „gespenstischem“ Rahmen statt – praktisch alles „maskiert“, kaum Publikum, keine Musik und ohne den obligaten Umtrunk nach der Sitzung. Schlimmer könne es wohl nicht mehr kommen, mutmaßten damals die wenigen Beobachter – doch diesmal fragten sie sich nachdenklich: „Wirklich nicht?“ Damals Corona, heute die Ukraine, der tobende Zollkrieg, von dem niemand weiß, was er noch bringt, unvorstellbare Budgetlöcher und Phantasiesummen von 1000 Milliarden „Sondervermögen“, die etwa in unserem Nachbarland locker gemacht werden.

„Wir schaffen das nur gemeinsam!“: Im Hofsteigsaal versammelte sich das neugewählte Lauteracher Gemeindeparlament zum Start in eine sicher nicht einfache Legislaturperiode.
Im Hofsteigsaal versammelte sich das neugewählte Lauteracher Gemeindeparlament zum Start in eine sicher nicht einfache Legislaturperiode.

Da sei es ein Gebot der Stunde, in der kleinen Einheit der Gemeinde unterschiedliche Meinungen hintan zu stellen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen – ein Wille, der in Lauterach spürbar sei, betonte Rhomberg, der als Beispiel dafür etwa die Disziplin und Fairness im Wahlkampf erwähnte: „Zum dritten Mal haben alle Fraktionen auf Wahlplakate verzichtet und das eingesparte Geld sinnvoller – zum Teil karitativ – ausgegeben.“

„Wir schaffen das nur gemeinsam!“: Anders als 2020, als Corona das Ständchen der Musik vereitelte, durften die Musikanten diesmal die konstituierende Sitzung wieder mit drei Märschen beschließen. Zum Abschluss dirigierte Vizebürgermeisterin Sabine Kassegger den Kaiserjägermarsch.
Anders als 2020, als Corona das Ständchen der Musik vereitelte, durften die Musikanten diesmal die konstituierende Sitzung wieder mit drei Märschen beschließen. Zum Abschluss dirigierte Vizebürgermeisterin Sabine Kassegger den Kaiserjägermarsch.

Nicht die einzige Besonderheit, mit der sich Lauterach vielen anderen Kommunen abhebt – auch die bisherige Arbeisperiode war von großer Einmütigkeit geprägt – so wurde zuletzt auch der schwierige Voranschlag für 2025 einstimmig verabschiedet.

„Wir schaffen das nur gemeinsam!“: Bei „Freude zur Musik“, gab Bürgermeister Elmar Rhomberg den Takt vor. Er machte kein Hehl daraus, dass er „lieber den Kaiserjäger“ dirigiert hätte, aber irgendwie war er da wohl überstimmt worden . . .
Bei „Freude zur Musik“, gab Bürgermeister Elmar Rhomberg den Takt vor. Er machte kein Hehl daraus, dass er „lieber den Kaiserjäger“ dirigiert hätte, aber irgendwie war er da wohl überstimmt worden.

So wie die vergangene Periode endete, wurde die neue gestartet: Mit (fast) gleicher Einstimmigkeit, denn die Wahl der vier Gemeinderätinnen und drei Gemeinderäte (fünf davon sind neu bzw. erst in der vergangenen Periode nachgerückt) ergab einen eindrucksvollen Vertrauensvorschuss: Vorstands-Urgestein Walter Pfanner (FBL), 1990 erstmals zum Gemeinderat gewählt, erhielt ebenso 29 der 30 Stimmen wie Mathias Österle. 28 Stimmen konnten Sabine Kassegger, Violetta Giselbrecht und Sanda Alibegovic (Grüne) auf sich vereinen. Für Petra Dressel votierten 26 und für Thomas Ölz 23. Wohl weniger ein „Misstrauen“, sondern eher Ausdruck der Ehrlichkeit einiger Mandatare, die den klassischen Quereinsteiger, der sich von null auf hundert erstmals der Wahl stellte, einfach deshalb nicht automatisch wählten, weil sie ihn zu wenig kennen?

„Wir schaffen das nur gemeinsam!“: Gratulation zur Wiederwahl! Elmar Rhomberg streute seiner Stellvertreterin Sabine Kassegger die ihn bisher hervorragend unterstützt und in einer schweren Zeit großartig vertreten habe, Rosen und betonte, er freue sich auf weitere Jahre der Zusammenarbeit.
„Wir schaffen das nur gemeinsam!“: Gratulation zur Wiederwahl! Elmar Rhomberg streute seiner Stellvertreterin Sabine Kassegger die ihn bisher hervorragend unterstützt und in einer schweren Zeit großartig vertreten habe, Rosen und betonte, er freue sich auf weitere Jahre der Zusammenarbeit.

Gelegenheit nicht nur ihn, sondern auch andere „Neulinge“ kennenzulernen, gab es nach der Sitzung beim traditionellen Umtrunk, zu dem nach drei Märschen der Bürgermusik – dirigiert von Thomas Jäger, Bürgermeister und Vizebürgermeisterin – geladen wurde. STP