Lauterach: einmütiger Start in herausfordernde Funktionsperiode

Dankbarer Appell von Bürgermeister Elmar Rhomberg an das neu formierte Gemeindeparlament.
Lauterach Wahlkampf war gestern – jetzt stellt man sich wieder mit vereinten Kräften den großen Herausforderungen, die auf alle politischen Entscheidungsträger – neben Bund und Land auch in der Gemeinde – warten, gab der seit 2004 amtierende Gemeindechef Elmar Rhomberg bei der konstituierenden Sitzung des neuen Gemeindeparlaments die Devise aus. Dabei richtete sich sein dankbarer Appell nicht nur an die zehn Frauen und acht Männer seiner Fraktion, sondern an alle angelobten Mitglieder und Ersatzmitglieder, denn eine gedeihliche Entwicklung der Gemeinde und der Gesellschaft schaffe man nur gemeinsam. Auffallend: Lauterachs Gemeindeparlament ist weiblicher geworden – waren 2020 zwölf Frauen in diesem Gremium, so steigerte sich dieser Anteil nun auf 14. „Wir reden nicht über Gleichberechtigung, im Rathaus leben wir sie“, so Bürgermeister Rhomberg.

Schlimmer als 2020?
Nur kurz war bei der „Konstituierenden“ der Rückblick auf das Szenario nach der Wahl 2020 – damals coronabedingt vom Frühjahr in den Herbst verschoben. Die Sitzung fand in „gespenstischem“ Rahmen statt – praktisch alles „maskiert“, kaum Publikum, keine Musik und ohne den obligaten Umtrunk nach der Sitzung. Schlimmer könne es wohl nicht mehr kommen, mutmaßten damals die wenigen Beobachter – doch diesmal fragten sie sich nachdenklich: „Wirklich nicht?“ Damals Corona, heute die Ukraine, der tobende Zollkrieg, von dem niemand weiß, was er noch bringt, unvorstellbare Budgetlöcher und Phantasiesummen von 1000 Milliarden „Sondervermögen“, die etwa in unserem Nachbarland locker gemacht werden.

Da sei es ein Gebot der Stunde, in der kleinen Einheit der Gemeinde unterschiedliche Meinungen hintan zu stellen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen – ein Wille, der in Lauterach spürbar sei, betonte Rhomberg, der als Beispiel dafür etwa die Disziplin und Fairness im Wahlkampf erwähnte: „Zum dritten Mal haben alle Fraktionen auf Wahlplakate verzichtet und das eingesparte Geld sinnvoller – zum Teil karitativ – ausgegeben.“

Nicht die einzige Besonderheit, mit der sich Lauterach vielen anderen Kommunen abhebt – auch die bisherige Arbeisperiode war von großer Einmütigkeit geprägt – so wurde zuletzt auch der schwierige Voranschlag für 2025 einstimmig verabschiedet.

So wie die vergangene Periode endete, wurde die neue gestartet: Mit (fast) gleicher Einstimmigkeit, denn die Wahl der vier Gemeinderätinnen und drei Gemeinderäte (fünf davon sind neu bzw. erst in der vergangenen Periode nachgerückt) ergab einen eindrucksvollen Vertrauensvorschuss: Vorstands-Urgestein Walter Pfanner (FBL), 1990 erstmals zum Gemeinderat gewählt, erhielt ebenso 29 der 30 Stimmen wie Mathias Österle. 28 Stimmen konnten Sabine Kassegger, Violetta Giselbrecht und Sanda Alibegovic (Grüne) auf sich vereinen. Für Petra Dressel votierten 26 und für Thomas Ölz 23. Wohl weniger ein „Misstrauen“, sondern eher Ausdruck der Ehrlichkeit einiger Mandatare, die den klassischen Quereinsteiger, der sich von null auf hundert erstmals der Wahl stellte, einfach deshalb nicht automatisch wählten, weil sie ihn zu wenig kennen?

Gelegenheit nicht nur ihn, sondern auch andere „Neulinge“ kennenzulernen, gab es nach der Sitzung beim traditionellen Umtrunk, zu dem nach drei Märschen der Bürgermusik – dirigiert von Thomas Jäger, Bürgermeister und Vizebürgermeisterin – geladen wurde. STP